Wie aus dem wahren Leben

Nix wie Huddel mit de Sippschaft: Bereits zum zwölften Mal hat das Theaterensemble der Turnvereinigung ein Schauspiel im Volkshaus aufgeführt. Und das Stück über zahlreiche Verwicklungen geizte nicht mit Humor und Komik.

An den vergangenen beiden Wochenenden sah man im Oberbexbacher Volkshaus nur strahlende Gesichter. Die Wangen und Köpfe der Menschen gerötet, die Augen wässrig und die Mundwinkel bis fast zu den Ohren hochgezogen. Was war da passiert? Die Turnvereinigung Oberbexbach spielte auf der Bühne ihre neue Komödie "Nix wie Huddel mit de Sippschaft". Patrick Weber hatte da wohl das richtige Stück ausgewählt, das intensiv und im Minutentakt das Zwerchfell und die Lachmuskeln der Zuschauer beanspruchte. Weber führte auch bei der Komödie aus der Feder von Hans Schimmel Regie, und spielte im Stück den Hubbi. Jeweils volles Haus im Volkshaus, freute sich der Turnratsvorsitzende Herbert Bruder.

Drei Akte zu je 45 Minuten gespickt mit bester humoristischer Unterhaltung wurden dem Publikum geboten, selbst in den Pausen wurde über die Witze, Mimik, Gestik und der besonderen saarländischen Vortragsart weitergelacht. Die Komödie haben die zwölf Darsteller seit März, alle zwei Wochen, Stück für Stück geprobt. Nach den Sommerferien ging es dann mit wöchentlichem Proben in die heiße Phase. Die Lust am Theaterspielen und der private Zeitaufwand hatten sich für alle Akteure gelohnt, dafür wurden sie schon jetzt bei der Premiere vom Publikum gefeiert.

Zur Handlung des Lustspiels: Fritz Beyer ist ein Spießbürger, hat eine Frau für die Steuer und als Putzfrau. Jetzt hat er auch noch seine Traumfrau gefunden, die er seiner nicht einfachen Familie vorstellen muss. Bruder Willi ist Computerhacker und bringt Anna, seiner Nachhilfeschülerin, nur Blödsinn bei. Hubbi ist ein begnadeter Erfinder mit Sprachfehler, was sich oft fatal auswirkt. Schwester Therese ist auf Suche ihrer Aura und stinkt der Familie ganz gewaltig, wäscht sich weder selbst noch ihre Kleider. Sie tut auch nichts, bevor ihr ihre Freundin Babette die Zukunft aus dem Kaffeesatz voraus gesagt hat. Komplettiert wird die Familie noch durch Gertrud, deren größte Leidenschaft das Essen ist.

Das Ganze gipfelt darin, dass Willi einen Job als Leichenwagenfahrer annimmt. Das Fahrzeug geht kaputt, die Werkstatt verweigert die Reparatur mit diesem Inhalt. Die Leiche wird kurz entschlossen in der gemeinsamen Wohnung zwischengelagert. Da weder Bruder Fritz noch dessen Freund, ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, das erfahren darf, wird die Leiche kurzerhand zum Leben erweckt. Da wird getäuscht, verschleiert und gelogen bis sich die Balken biegen. Die Zuschauer fühlten sich auf das Beste unterhalten und hatten sich aufs Köstlichste amüsiert an diesem unvergesslichem Abend. Bereits zum zwölften Mal hat die Turnvereinigung ein Schauspiel im Volkshaus aufgeführt.

Gäste kommen da aus dem gesamten Saarland, sogar aus dem Schwarzwald und aus Köln waren Zuschauer nach Oberbexbach angereist. Eine nicht ganz so weite Anreise hatte Hannelore Imbsweiler aus Niederbexbach, sie meinte: "Zum Tränen lachen, ich freue mich schon auf nächstes Jahr." Oder aus dem Nachbarort Wellesweiler kamen da Jutta und Rudi Bell, sie sagten: "Super Schauspieler, wie im richtigen Leben, sehr gute Stimmung."

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Akteure: Fritz Beyer, Reiner Martin. Steuerberatung, Sabine Kappler. Putzfrau, Gabi Mohr. Traumfrau, Emely Hartmann. Bruder Willi, Kersten Neumaier. Nachhilfeschülerin Anna, Sabrina Homberg. Hubbi, Patrick Weber. Schwester Therese, Roswitha Martin. Freundin Babette, Anja Donauer. Gertrud, Birgit Breme. Leiche, Heiko Weirich. Mann vom Verfassungsschutz, Patric Breme. Techniker: Rainer Kirchner, Mathias Adam, Herbert Zehrden. Bühnenbild, Kostüme und Visage wird alles von den Schauspielern selbst gemacht. voj