Jubiläum: Wichtiges für Frankenholz und die Grube geleistet

Jubiläum : Wichtiges für Frankenholz und die Grube geleistet

Gedenkveranstaltung: Der Name August Ferdinand Culmann ist untrennbar mit dem Bergbau in Bexbach verbunden.

Grau und regnerisch war es am Sonntagnachmittag auf dem Alten Friedhof in Frankenholz und somit durchaus passend zum Anlass. Es wurde nämlich August Ferdinand Culmanns gedacht, des Gründers der Frankenholzer Grube. An dessen Grab wurde nach den Reden von Landrat Theophil Gallo ein Kranz niedergelegt. Die Gedenkfeier fand im Rahmen der Feierlichkeiten zu „140 Jahre Grube Frankenholz – 60 Jahre Ende des Bergbaus am Höcherberg“ statt. Initiatoren der Gedenkveranstaltung waren die Mitglieder des Heimatvereins Manfred Barth und Wolfgang Forthofer sowie Ortsvorsteher Rudi Müller.

August Ferdinand Culmann war nicht nur der Begründer der Frankenholzer Grube, sondern auch eine historisch sehr interessante Figur. Landrat Gallo fasste seinen Lebensweg zusammen: Als Rechtsanwalt verteidigte Culmann Pfarrer Hochdörfer, einen Redner des Hambacher Fests. 1844 erstellte er ein geologisches Gutachten zum Nachweis der Steinkohle unter Frankenholz, 1848 war er Mitglied der ersten gewählten Nationalversammlung in Frankfurt, auf Seite der „entschiedenen Linken“, wie Gallo ausführte. Nach dem pfälzischen Aufstand von 1849 wurde Culmann in die provisorische Regierung gewählt. Nach der Niederschlagung flüchtete er ins Exil nach Frankreich und intensivierte dort seine Kenntnisse über den Kohlebergbau. 1865 durfte er nach einer Generalamnestie zurückkehren und war 1879 so weit, die Frankenholzer Grube zu eröffnen.

Das Lebensmotto Culmanns, das dieser an seiner Grabstele anbringen ließ, lautet: „Venturi non immemor aevi“, was Gallo mit „Was immer du tust, bedenke die Konsequenzen“ übersetzte. Der Landrat spekulierte darüber, was Culmann wohl mit dem Spruch gemeint haben könnte – eine Mahnung aufgrund der unangenehmen Konsequenzen, die er tragen musste wegen seines politischen Engagements? Oder doch der Aufruf dazu, mutig zu sein und die Folgen des eigenen Handelns in Kauf zu nehmen? Gallo sagte, er gehe von Letzterem aus, denn Culmann sei als Unternehmer sehr mutig gewesen. Den Ort Frankenholz habe Culmann sehr geprägt, allein, weil durch sein Tun die Bevölkerung um das Zehnfache anwuchs. „Der Name von August Ferdinand Culmann ist untrennbar mit der Geschichte von Frankenholz verbunden.“ Gallo wies auch noch einmal auf den besonderen Zusammenhalts der Bergleute hin, auf diese Tradition könne man stolz sein. Angemessen sei es, Culmann ein solches Denkmal zu widmen. Und: „Es ist wichtig, dass von solchen Orten Signale ausgehen.“

Anschließend sprach Hubert Roeder, der Vorsitzende des Bexbacher Heimatvereins. Auch er zeichnete den Lebensweg Culmanns nach. Bemerkenswert seien die versöhnenden Worte gewesen, die Culmann in seiner Zeit als Parlamentarier äußerte: „In der Verschiedenheit der politischen Ansichten der einzelnen Glieder unseres Parlaments liegt dessen organisches Leben. Die freundschaftlichen Beziehungen, die unter den Abgeordneten aller Farben existieren, sind der Kitt, der dasselbe als Ganzes zusammenhält.“

Feierlich wurde am Ende von Frankenholz’ Ortsvorsteher Müller und dessen Stellvertreter Stephan Scherne ein Kranz abgelegt. Drei Mitglieder des Heimatvereins hatten für diese Gelegenheit Bergmannstrachten angezogen, um Culmanns Verdienste für den Bergbau auch optisch zu würdigen.

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