Wanderweg wird noch attraktiver

Höchen · Der Grubenweg des Nordfeldes in Höchen soll Premium-Wanderweg werden – so der Plan der Saarpfalz-Touristik und der Stadt Bexbach. Derzeit nimmt sich der Pfälzerwald-Verein des Weges an, pflegt ihn und entwickelt ihn weiter.

 Mit der nun für Wanderer zugänglichen Trasse der alten Kohlen-Schleppbahn zwischen dem Stollemundloch und der alten Verladerampe hat der Wanderweg über die ehemalige Grube „Consolidiertes Nordfeld“ nun weiter an Attraktivität gewonnen. Foto: Thorsten Wolf

Mit der nun für Wanderer zugänglichen Trasse der alten Kohlen-Schleppbahn zwischen dem Stollemundloch und der alten Verladerampe hat der Wanderweg über die ehemalige Grube „Consolidiertes Nordfeld“ nun weiter an Attraktivität gewonnen. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf

Als Bergbaubetrieb war der Grube "Consolidiertes Nordfeld" in Höchen zeitlebens wenig bis kein Erfolg beschieden: Nur von 1889 bis 1905 reicht die Geschichte der Steinkohleförderung in diesem Teil des Höcherbergs. Heute stehen die Reste der Anlage zwischen Höchen und Waldmohr für einen der spannendsten Wanderwege in der Region. Den zu pflegen und aufzuwerten hat sich die Ortsgruppe Höchen des Pfälzerwald-Vereins auf die Fahnen geschrieben. Gestern schlugen Mitglieder der Ortsgruppe mit ihrem Ehrenvorsitzenden Manfred Hans an der Spitze, Vertreter der Stiftung "Pfälzerwäldler für Höchen " und des Heimatkundevereins, der Stadt Bexbach , der Saarpfalz-Touristik, des Saarpfalz-Kreises und des Ortsrates in Person von Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer ein neues Kapitel bei der Weiterentwicklung des 1994 von Martin Baus entworfenen Wanderweges durch diesen Teil der Bergbaugeschichte am Höcherberg auf. Nun ist es möglich, vom Stollenmundloch der Grube (Bezeichnung für den Eingang eines Stollens an der Tagesoberfläche) über die alte Trasse der Kohlen-Schleppbahn bis zu den Überresten der Verladerampe zu wandern. "Es hat uns schon lange umgetrieben, den Grubenweg noch attraktiver zu machen", nannte Manfred Hans den Impuls zum Engagement der Höcher Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins. Bislang habe man die früheren Beamtenhäuser der Grube und den Schacht Fortuna ergänzend zum ursprünglichen Streckenverlauf in den Weg eingebunden. Dann sei der Entschluss gereift, auch die alte Schmalspurstrecke zwischen dem Stollenmundloch bis zur Verladerampe als neue Routenführung zu entwickeln.

Nach einer Begehung mit der Saarpfalz-Touristik habe die kreiseigene kommunale Beschäftigungsgesellschaft Aquis im Sommer die alte "neue" Strecke freigeschnitten, einige kleine Brücken gebaut und letztlich mit einer Treppe einen bequemen Abstieg vom ursprünglichen Bahndamm der Kohlen-Schleppbahn zur Verladerampe ermöglicht. Auch der Heimatkundeverein steuerte mit zwei Infotafeln - eine am Stollenmundloch und eine in Höhe der Verladerampe - seinen Teil zum neuen Wege-Abschnitt des Grubenweges mit bei. "Unterstützung haben wir auch von lokalen Unternehmen erhalten." So sei am Ende als gemeinsames Projekt vieler "wohlmeinender Institutionen" ein weiteres Kapitel der Geschichte des Consolidierten Nordfeldes nun zugänglich, verdeutlichte Hans.

Dass die Saarpfalz-Touristik ihre Hände bei diesem Projekt im Spiel hatte, hat seinen guten Grund, soll doch in Zusammenarbeit mit der Stadt Bexbach ein neuer Premium-Wanderweg die Region touristisch weiter nach vorne bringen. Jörg Omlor von der Bexbacher Stadtverwaltung: "Gemeinsam mit der Saarpfalz-Touristik haben wir überlegt, wo wir in der Stadt einen solchen Premium-Wanderweg anlegen können." Der Grubenweg des Nordfeldes biete sich an, so Omlor, "weil man hier viele Relikte sehen kann." Da aber gerade der bisherige Zugang zum Stollenmundloch nicht den Ansprüchen an einen Premiumwanderweg entsprochen habe, sei der Entschluss gefallen, die alte Bahntrasse zu nutzen. Im kommenden Jahr soll die Saarpfalz-Touristik den neuen Weg zur Abnahme als Premium-Route vorstellen. Bis dahin, so Omlor, müsse eine rund 400 Meter lange Lücke in der Streckenführung als Anbindung an das Nordfeld geschlossen werden.

Höchens Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer zeigte sich begeistert vom Engagement aller Beteiligten. "Ich wünsche mir jetzt, dass auch die Vermarktung in Gang kommt, damit die Menschen erfahren, wie schön es hier ist." Ganz besonders dankte sie Manfred Hans, der mit seinem ehrenamtlichen Engagement das Zugpferd für viele Aktivitäten in Höchen sei.

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