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Wanderweg auf die Halde Höchen geplant

Tourismus : Wanderweg auf Halde Höchen geplant

Saarpfalz-Kreis und Stadt Bexbach sind in die Planungen involviert. Während ein Experte bereits einen möglichen Streckenverlauf erarbeitet hat, sind aber einige Punkte offen. Darunter auch die Finanzierung.

Der Bexbacher Ortsteil Höchen soll einen ganz besonderen Wanderweg erhalten: Die 494,5 Meter über Meeresniveau liegende Bergehalde, die der Saar-Bergbau-Experte Delf Slotta gar als die höchstgelegene Steinkohle-Bergehalde in Deutschland bezeichnete, soll damit erschlossen und so der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Dass der Weg kommt „wäre wünschenswert“ stellt Volker Wagner klar, der für die Stadt Bexbach in das Projekt involviert ist.

In puncto Geld „geht es in die 10 000er“, gibt er eine vorsichtige Schätzung von Fachleuten wieder. Das habe damit zu tun, dass der Weg komplett erschlossen werden müsse und auch eine Barrierefreiheit wünschenswert wäre. Wann er angelegt ist und Wanderfreunde und Touristen über ihn die Halde besteigen können? Das ist indes noch unklar. „Wie schnell es geht, hängt davon ab, wann und wie schnell wir an Fördertöpfe kommen und ob eine Leader-Förderung überhaupt kommt“, sagt Wagner. Leader ist das Programm der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raums. Die neue Förderperiode ist erst zu Jahresbeginn gestartet. Noch sei auch kein Leader-Förderantrag gestellt, so Wagner.

Die Stadt arbeitet bei dem Projekt zusammen mit der federführenden Saarpfalz-Touristik, die beim Saarpfalz-Kreis angesiedelt ist. Denn das Ganze geschieht im Rahmen der Planungen für das Kreis-Wanderwegenetz auf dem Weg zur Qualitätsregion Wanderbares Deutschland, wie Wolfgang Henn, Geschäftsführer Saarpfalz-Touristik, schildert. Die Bestrebungen für den Weg laufen bereits seit Frühjahr 2019. Der neue Weg könnte Bindeglied der schon bestehenden historischen Themenwanderwege Frankenholzer Grubenwanderweg und Wanderweg Grube Nordfeld werden.

2019 hatte eine Begehung der Projektpartner stattgefunden, bei der auch die AQuiS (Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalz-Kreis) und Hans-Georg Sievers vom Planungsbüro für Wandertourismus in Emmendingen als ein externer Wanderwege-Planer des Kreises dabei waren. „An der Begehung vor Ort nahm auch Heiner Scherer vom Saarforst teil, da die Halde zu zwei Drittel im Eigentum vom Saarforst ist“, so Henn.

Experte Sievers habe im Rahmen der Planungen für eine wandertouristische Erschließung der Halde Schacht III einen möglichen Wegeplan erarbeitet. Henn: „Von der Halde hätten die Wanderer einen traumhaften Ausblick über die Region.“ Allerdings sei noch unklar, ob man die Bergehalde überschreiten könne. Denn zuerst müsse man prüfen, „ob ein Flurstück vorhanden ist, das der Stadt Bexbach gehört und auf dem ein Verbindungsweg zur Kohlstraße möglich ist“. Zudem sei zu prüfen, wie der Streckenverlauf über die Halde möglich ist und welche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind.

Allen voran müsse die Stadt Bexbach das Projekt befürworten und Geld für eine Erschließung beisteuern. Dann müsse der Saarforst dem Wanderweg zustimmen und der Punkt Verkehrssicherungspflicht geklärt werden, falls Wege und Aussichtspunkte angelegt würden. Hier könnten nicht nur Herstellungs- sondern auch dauerhafte Kosten entstehen, macht Henn klar. Auch eine naturrechtliche Abklärung mit der Unteren bzw. Obersten Naturschutzbehörde bezüglich der Wegeführung und eventuellem Wegeausbau oder im weiteren Verlauf Ausgleichsmaßnahmen sei notwendig.

In der Region gibt es bereits viele Wanderwege. Jetzt ist ein weiterer zur Halde Höchen geplant. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Die Höcher Halde sei prädestiniert, saarländische Bergbauhistorie in Erinnerung zu behalten. Das jedenfalls findet der Bexbacher Bürger und Homburger Stadtführer Thomas Klein. Er hatte die Idee für den Weg zur Höcher Halde im Rahmen der Dorfgespräche aufgegriffen. Sie stelle, so Klein weiter, als einzig erhaltenes Relikt der Anlage Schacht III der Grube Frankenholz auch gleichzeitig für Wanderer einen touristischen Höhepunkt mit typischer Haldenlandschaft und beeindruckender Aussicht und darüber hinaus noch einen deutschlandweiten Superlativ dar.