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Konzertvorbereitungen: Vorbereitung mit tragischer Note

Konzertvorbereitungen : Vorbereitung mit tragischer Note

Die Chorgemeinschaft Lyra 1902/Männerchor 1878 Oberbexbach lädt für Donnerstag zum Konzert.

Nicht nur, dass der Männerchor mit dem langen Namen Chorgemeinschaft Lyra 1902/Männerchor 1878 Oberbexbach unter der allgemeinen Misere des fehlenden Nachwuchses in diesem Bereich leidet. Nein, es kam noch viel schlimmer für die jetzt nur noch zwölf Sänger: Mit Friedhelm Hermes verstarb im August plötzlich und unerwartet ausgerechnet das jüngste Mitglied, der auch noch Vorsitzender und die treibende Kraft war. Das am kommenden Donnerstag, 3. Oktober, stattfindende Konzert im katholischen Pfarrheim Oberbexbach hatte er noch geplant. Doch das Schicksal nahm nun eben diesen tragischen Lauf, und so wird der Auftritt der Chorgemeinschaft, unterstützt vom Singkreis Heinitz, dem langjährigen ersten Vorsitzenden gewidmet.

Am Donnerstag trafen sich nun die Sänger im Alter von 79 bis 88 im katholischen Pfarrheim Oberbexbach zur so genannten Kompaktprobe. Das ist eine besonders lange und intensive Probe zur Vorbereitung auf ein Konzert, finanziell unterstützt vom saarländischen Chorverband. Der erste Vorsitzende des Kreis-Chorverbands Homburg, Frank Vendulet, war bei dem Termin zugegen. Nicht nur er macht sich verständliche Sorgen um die Zukunft des letzten in Oberbexbach verbliebenen Männerchores. Wenn irgendwie möglich, möchte er natürlich verhindern, dass das Gedenkkonzert auch zum Abschiedskonzert des Chors wird.

Eine junge, motivierte Chorleiterin ist in Person von Ines König vorhanden, aber für den ersten Tenor ist nur noch ein Sänger geeignet. Fürs Konzert muss man sich schon mit zwei Gastsängern behelfen. Die kommen vom Singkreis Heinitz, der ja ohnehin beim Konzert mitmacht und ebenfalls von Ines König geleitet wird. Mehrere Songs von Udo Jürgens stehen auf dem Programm, zwei Melodien aus den Winnetou-Filmen, dazu Heimatlieder und Evergreens. Am Ende des Konzerts gibt es einen eigenen Block von drei Liedern im Gedenken an Friedhelm Hermes. „Wir wollten das jetzt durchziehen wegen ihm“, meint der stellvertretende Vorsitzende, Erhard Schäfer. Er sieht die Zukunft der Chorgemeinschaft eher schwarz: „Das ist mit Sicherheit unser Abschlusskonzert.“ Er selbst ist schon seit den sechziger Jahren dabei, obwohl er wie so viele meinte, er könne nicht singen. Dann habe ihm aber sein Schwager Otto gesagt: „Wer schwätze kann, kann auch singen.“ Als Schäfer dann beim Fußball einen Achillessehnenriss erlitt, habe ihn der Schwager gleich im Krankenhaus empfangen mit: „Jetzt kommsche singe“. Und siehe da, das funktioniert bis heute. Für Vendulet geht es jetzt erstmal darum, das Konzert über die Bühne zu bringen, dann schaue man weiter. „Wir als Kreis-Chorverband heißen es nie gut, wenn ein Chor sich auflöst.“ Zumal Vendulet selbst einen großen Bezug zur Chorgemeinschaft hat: „Ich habe hier in der Lyra mit elf Jahren angefangen. Mein Vater war Ehrenmitglied und wäre jetzt eigentlich 70 Jahre aktiver Sänger, wenn er nicht vor vier Jahren gestorben wäre. Mein Urgroßvater war außerdem Gründungsmitglied der Lyra.“

Es könne auch nicht schaden, im Bericht zu erwähnen, dass die Chorgemeinschaft jeden Donnerstag von 19.30 bis 21.30 Uhr im katholischen Pfarrheim probt, hieß es beim Probenbesuch. Nur in der Woche nach dem Konzert ist erstmal Pause. Und wer weiß, ob es danach nicht doch irgendwie weitergeht. Bei der Kompaktprobe ist jedenfalls spürbar, dass es den Senioren auch um die Geselligkeit geht, so wie sie da bei Kaffee, Kuchen und Lyoner zusammensitzen. Aber als dann alle aufstehen und sich ums Klavier versammeln, wird schnell klar: Die können nicht nur schwätze, die können auch singen.

„Eine Reise in ein anderes Land“, Chorkonzert mit der Chorgemeinschaft Lyra 1902/Männerchor 1878 Oberbexbach und dem Singkreis Heinitz am Feiertag Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober, um 17 Uhr im katholischen Pfarrheim Oberbexbach, Eintritt: fünf Euro.