Viele wollen die Kirche retten

Niederbexbach. Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Niederbexbach, Donnerstag, 15. Oktober 2009, Gründung des Fördervereins zur Rettung der Jakobuskirche: So wird es einst in den Chroniken zur Dorfgeschichte von Niederbexbach stehen

Niederbexbach. Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Niederbexbach, Donnerstag, 15. Oktober 2009, Gründung des Fördervereins zur Rettung der Jakobuskirche: So wird es einst in den Chroniken zur Dorfgeschichte von Niederbexbach stehen.Die Niederbexbacher Pfarrerin Bärbel Ganster-Johnson hatte gleich zu Beginn der Gründungsversammlung gut lachen: Innerhalb kürzester Zeit hatte der Verein über 70 Mitglieder. Tendenz steigend. Die Sanierungskosten der Kirche werden auf 287 000 Euro beziffert. Bereits im Vorfeld hatte der 1. Beigeordnete der Stadt Bexbach, Joachim Hoffmann seine Unterstützung erklärt. Vor der Gründung erläuterte Notar Dr. Jörg Lindenmeier die Satzung.

Unter der Leitung von Walter Gebhard, Vorsitzender des Höcher Fördervereins, wurde der Verein ins Leben gerufen und die Wahlen (siehe Infokasten) durchgeführt. Danach herrschte große Zufriedenheit. Gerhard Lothschütz brachte es auf den Punkt: "Die Kirche ist das Wahrzeichen im Dorf. Dieses Wahrzeichen muss erhalten werden. Ein Dorf ohne Wahrzeichen ist kein Dorf." Er erklärte sich bereit, bei einer Spendensammlung von Haus zu Haus "vorneweg zu gehen". Der Vereinsvorsitzende Jörg Jörn sagte: "Jetzt ist die Zeit zum Handeln gekommen." Er hoffe auf große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. Heiner Schmoltzi meinte: "Dies ist einfach sehr gut, dass das Dorf dieses Vorhaben gemeinsam stemmen will." Dr. Theophil Gallo sagte: "Die Gründung mit so einer großen Mitgliederzahl über alle Konfessionen ist der Beweis für eine funktionierende Ortsgemeinde, für gelebte Solidarität. Nachahmenswert." Für Wolfgang Krauß ist "es höchste Eisenbahn, dass die Kirche, unser Wahrzeichen, renoviert wird". Wolfgang Imsweiler betonte: "Zwei Gründe sind wichtig: Das Gotteshaus muss unbedingt für die kommenden Generationen erhalten bleiben und wir müssen zeigen, dass wir an unserem Wahrzeichen hängen."

Ortsvorsteher Arnulf Fricker erklärte: "Man muss nicht warten, sondern handeln, es muss etwas passieren. Dies haben wir deutlich gezeigt." Der Homburger Dekan Fritz Höhn sagte am Freitag: "Ich bin froh und dankbar, dass sich zur Erhaltung von Kirchengebäuden wie jetzt auch in Niederbexbach Fördervereine bilden." Kirchenrat Wolfgang Schmacher von der Protestantischen Landeskirche in Speyer erklärte am Freitag: "Bauvereine leisten in bürgerschaftlichem Engagement einen wesentlichen Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes und tragen zur Erhaltung und Gestaltung eines wichtigen Identifikationspunktes für den Heimatort bei."

Meinung

Ein Dorf setztklare Zeichen

Von SZ-RedakteurJürgen Neumann

Eindrucksvoll haben protestantische und katholische Christen in Niederbexbach mit der Gründung des Fördervereins zur Rettung der Jakobuskirche Gemeinsinn und Solidarität bewiesen. Dies tut gut in einer Gesellschaft, die immer mehr am Verlust von Werten und ethischen Grundsätzen zu leiden scheint. Niederbexbach hat ohne kommunalpolitische Querelen offenbar einen Weg gefunden, ihr historisch-wertvolles, jahrhundertealtes und symbolträchtiges Bauwerk zu retten. Es gehört viel Mut dazu, in einer Zeit zunehmender sozialer Enge und knapper werdender Kassen so einen Hilfsverein zu gründen. Bauern, Arbeiter, Schüler, Studenten, Selbstständige, Rentner, Angestellte und eine selbstsichere Pfarrerin aus Niederbexbach haben klare Zeichen gesetzt, um ihr Wahrzeichen, auch für kommende Generationen zu erhalten.

Auf einen Blick

Der Förderverein Jakobuskirche Niederbexbach hat folgenden Vorstand: 1. Vorsitzender Jörg Jörn; 2. Vorsitzender Wolfgang Imsweiler; Schatzmeister: Dieter Müller; Schriftführer: Gunter Kuklik; Beisitzer: Kai Blasius, Dr. Theophil Gallo, Rainer Kipf, Jürgen Pirrung, Nicole Schmidt, Hubert Röder und (von Amts wegen) Pfarrerin Bärbel Ganster-Johnson; Kassenprüfer: Margareta Frey, Hans Mentzel. jkn