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Viele gekrönte Häupter unter einer Krone

Viele gekrönte Häupter unter einer Krone

Führungswechsel bei den „Blätsch Royalities“, dem Zusammenschluss der Tollitäten der Bexbacher Karnevalsgesellschaft: Kerstin Hoppstädter folgt zur Monatsmitte auf Klaus-Ludwig Fess, der das Amt 22 Jahre lang innehatte.

Gekrönte Häupter sind in unserer Gesellschaft ja eher unüblich. Tatsächlich gäbe es gar keine offiziellen Prinzen und Prinzessinnen , zumindest mit royaler Funktion, wäre da nicht die Fastnacht. In der fünften Jahreszeit ergeben sich bürgerliche Verantwortungsträger gerne dem närrischen Adel. Und Adel verbindet - zumindest mal bei der Bexbacher Karnevalsgesellschaft "Die Blätsch". Die hat eigens für ihre ehemaligen Prinzen und Prinzessinnen vor zwei mal elf Jahren die ,,1. Tollitätengesellschaft des Saarlandes - Blätsch Royalities" gegründet - ein Zusammenschluss eben all der gekrönten Häupter der Bexbacher Karnevalsgesellschaft.

Am Freitagabend wurde dieses närrische Jubiläum von zwei Mal elf Jahren im Bexbacher Kronesaal gefeiert. Ganz vorne mit dabei: Klaus-Ludwig Fess, der noch recht neue Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), in Personalunion auch Präsident der Bexbacher Blätsch und seit respektablen 22 Jahren zudem Chef der besagten Blätsch Royalities. Letztgenanntes Amt wird Fess zur Mitte des Monats aufgeben, seine designierte Nachfolgerin ist Kerstin Hoppstädter, die Blätsch-Prinzessin der Session 2012/2013.

Am Rande des Gala-Dinners der Jubiläumsfeier der Royalities erklärten Fess und Hoppstädter, was es mit dem nicht unbedingt üblichen Zusammenschluss des närrischen Blätsch-Adels eigentlich auf sich hat. "Einen solchen Verein gibt es in der Tat sehr selten", versicherte Fess. Dabei beschränkten sich die Aktivitäten des Zusammenschlusses nicht nur auf interne Veranstaltungen, vielmehr unterstütze der Verein auch die Akteure der Blätsch bei deren Veranstaltungen. "90 Prozent der Royalities sind gleichzeitig auch Aktive in der Blätsch selbst. Wir stellen die Elfer-Räte, wir unterstützen bei allen Veranstaltungen der Blätsch. Das machen wir sehr, sehr engagiert."

Damit übernimmt Kerstin Hoppstädter ab Mitte Dezember einiges an Verantwortung. Ist das eher Last oder Lust? "Das macht auf jeden Fall Spaß, denn das ist ja was Schönes. Das Leben als Prinzessin geht immer weiter", lachte Hoppstädter. Und es sei auch überhaupt nicht schwer, so viele gekrönte Häupter unter eine Krone zu bringen, ergänzte Fess. "Es war ja Ziel der Vereinsgründung, all die, die an so wichtiger Stelle etwas für die Blätsch gemacht haben, ein bis zwei Mal im Jahr zusammenzubringen - und damit auch an die Muttergesellschaft, die Blätsch selbst, zu binden."

Die Doppelfunktion als Präsident der Blätsch wie auch der Blätsch Royalities sei für ihn nie eine wirkliche Belastung gewesen, "so etwas macht man aus Liebe. Es ist nie Pflicht gewesen, es war mich wichtig, mich einzusetzen und auch sozial zu engagieren." Gegen weitere Jahre als Chef der Königlichen habe dann aber die Wahl zum Bundespräsidenten des BDK gesprochen. In dieser Funktion habe er in den zurückliegenden elf Wochen satte 11 000 Kilometer zurückgelegt.

Mit Fess scheide ein großes Vorbild aus dem Amt, versicherte seine Nachfolgerin Kerstin Hoppstädter. "Ich werde das Amt in jedem Fall im Sinne von Klaus-Ludwig Fess fortführen, er hat das sehr gut gemacht und da können wir schon stolz auf ihn sein."