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Umweltminister Reinold Jost verspricht Landesgeld für Wahrzeichen von Kleinottweiler

Land gibt Geld für Orts-Wahrzeichen : Zukunftsvisionen für die „Dicke Eiche“

Seit 2013 ist die „Dicke Eiche“ ein Torso. Dennoch soll das Wahrzeichen von Kleinottweiler fortbestehen – meint auch Umweltminister Jost.

Seit November letzten Jahres beschäftigen sich vier Arbeitsgruppen mit Bürgern von Kleinottweiler mit vier Projekten ihres Ortes. Unter anderem geht es um den Verkehr, die Entwicklung des Dorfzentrums und um die „Dicke Eiche“, das Wahrzeichen von Kleinottweiler. Nachdem die Dicke Eiche im April 2013 bis auf einen 5,50 Meter großen Torso fast gefällt wurde, stellte die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Manfred Dörner nun einen Plan vor, wie es mit dem Wahrzeichen oder Symbol von Kleinottweiler weitergehen könnte.

Kleinottweilers Ortsvorsteher Karl-Peter Ranker meinte dazu: „Neben der Stadt Bexbach brauchen wir natürlich auch die Hilfe vom saarländischen Umweltministerium.“ Einem Anschreiben an Umweltminister Reinhold Jost Mitte Januar folgte prompt die Antwort, verbunden mit dem persönlichen Besuch von Reinhold Jost am gestrigen Mittwochmorgen.

„Ich finde, dass man die Umsetzung dieses Projektes und die anderen Projekte der Arbeitsgruppen nicht lange vor sich her schieben sollte. Daher bin ich so schnell wie möglich hier nach Kleinottweiler gekommen, um mich und meine Mitarbeiter über die Pläne rund um die Dicke Eiche zu informieren“, dankte der Minister allen Bürgern der Projektgruppen, die sich für die Belange ihres Ortes so einsetzen.

Manfred Dörner gab im Sport- und Kulturheim Kleinottweiler einen kleinen Überblick über die Hintergründe und geschichtliche Bedeutung der Dicken Eiche, einer Traubeneiche, die im Nordosten des Bebauungsrandes von Klein­ottweiler stehend erstmals 1520 urkundlich erwähnt wurde. Als Naturdenkmal eingetragen wurde sie zum Wappenbaum von Kleinottweiler und im Wesentlichen ist sie ein Bestandteil des 1968 verliehenen Ortswappens. Bei einer vorgenommenen Vermessung 1943 hatte sie eine Höhe von 17 Metern und eine Kronenbreite von 20 Metern. Der Stammumfang betrug 4,25 Meter. 2002 wurde durch einen Gutachter an dem fast 600 Jahre alten Baum die „totale Ausmorschung des Stammes“ und ein Befall mit Eichenfeuerschwamm festgestellt. Daher wurde die Eiche ein Jahr später rund um die Hälfte ihres Stammes gekürzt. Obwohl 2010 dem Baum eine positive Lebenserwartung prognostiziert wurde, trug er 2011 keine Blätter mehr. Der Baum war abgestorben.

Am 9. April 2013 wurde die Fällgenehmigung des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz erteilt. Die Verkehrssicherheit ist auf den Saarforst übergegangen. Ein rund 5,50 Meter hoher, astloser Torso der einstigen Eiche steht noch. Das abgesägte Stammteil liegt in der Nähe am Waldrand.

Manfred Dörner: „Wir wollen den Rest des Baumes als Naturdenkmal durch bestimmte Maßnahmen vor dem weiteren Verfall bewahren.“ Der Vorstellung der AG nach soll nun noch im Herbst diesen Jahres eine Neuanpflanzung einer Traubeneiche folgen. Die Aufstellung von Tischen und Bänken rund um die neue Eiche sowie Informationstafeln soll an den Baum als „Wappenbaum“ Wanderer und Besucher erinnern. Zudem soll rund um den Baum eine Blühwiese mit heimischen Pflanzen angelegt werden.

Minister Reinhold Jost, der sich später gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsrates, Stadtrates und Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis sich vor Ort einen Eindruck über die „Resteiche“ machte, erklärte: „Das Engagement der Bürger von Kleinottweiler in den Projektgruppen zeigt eine aktive Dorfgemeinschaft auf. Ich verspreche alle mögliche Unterstützung seitens des Umweltministeriums. Kosten für die vorgestellten Pläne werden für den Ort nicht entstehen. Stadt und Land werden dafür aufkommen.“ Die Pläne rund um die Dicke Eiche seien auf jeden Fall förderungswürdig.

Jost sagte zur Freude der Projektgruppen-, Ortsrats- und Stadtratsmitglieder sowie Bewohner von Kleinottweiler die volle Umsetzung der Pläne bezüglich Finanzierung zu. „Wie sehr dieses Wahrzeichen von Kleinottweiler den Bewohnern am Herzen liegt, zeigt schon die Tatsache, wie viele Besucher und Gäste zum Termin am Mittwochmorgen gekommen waren“, so Umweltminister Reinhold Jost bei seinem Besuch.

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