Trüffelsuche auf der Bergehalde

Ganz gewöhnliche Gewächse, die nahezu überall gedeihen, gleichermaßen aber auch Besonderheiten und Raritäten, die speziellen Boden brauchen, Zuwanderer aus anderen Ecken der Welt, Kräuter gegen allerhand Wehwehchen und obendrein auch noch Kuriositäten, die nicht schlecht staunen machten: Die Bergehalde am Bexbacher Blumengarten war Schauplatz einer pflanzenkundlichen Wanderung, zu der der Altstadter Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit der saarpfälzischen Kreisvolkshochschule eingeladen hatte.

Harry Regin, Vorsitzender der Pilzfreunde Saarpfalz, führte "durch die Botanik" des künstlich aufgeschütteten Hügels mit der Statue der Heiligen Barbara obendrauf. Um die Merkwürdigkeiten des Biotops zu verstehen, gab es für die Teilnehmer erstmal eine Portion Geschichte. Die Halde besteht aus jenem tauben Gestein, das auf der Grube Frankenholz mitsamt der Kohle aus den Tiefen gefördert wurde, und extrem wasserdurchlässig, nicht minder extrem heiß sei. Die Bergehalde stelle die auf ihr wachsenden Pflanzen vor große Herausforderungen - "und sie ist deswegen auch nicht besonders artenreich", wie Harry Regin ausführte. Dafür fand er gleich einen Trüffel, den gelbbräunlichen Wurzeltrüffel, genauer gesagt, der in Gesellschaft mit Kiefern zu suchen sei. Zwar sei er jung essbar, aber keineswegs geeignet, Gourmets aus der Fassung zu bringen. Weitaus begeisterter war Regin indes vom Erbsenstreuling, der schon etwas Besonderes sei, weil er in Europa nur auf Bergbauhalden vorkomme. Für Pilzexperten sei die Bergehalde ein fundträchtiges El Dorado. Auch die vielen Kräuter seien höchst interessant. Die Verwendung der Kräuter in der Küche war weiteres Thema.