Streit um Utopion-Gelände geht weiter

Investorenpläne : Zwist um Utopion-Gelände vertagt

Der Bexbacher Stadtrat hat den Bebauungsplan für die Zone am Saarpfalz-Park nicht aufgehoben. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen. In zwei Wochen soll es einen Runden Tisch geben.

Auszeit im Ringen um das Utopion-Gelände: Der Bexbacher Stadtrat hat am Donnerstag anders als geplant den entsprechenden Bebauungsplan doch nicht aufgehoben. Auf Antrag von Bürgermeister Thomas Leis (SPD) wurde der Punkt von der Tagesordnung genommen. Eine Entscheidung soll jetzt frühestens im Sommer fallen.

Zunächst wird es in etwa zwei Wochen das von Leis angekündigte Gespräch mit dem österreichischen Geländepächter und Investor Gregor Hoch und den involvierten Fachbehörden geben. Hoch, der mit Leis im Laufe der Woche ein „recht konstruktives“ Telefonat geführt habe, freute sich am Freitag auf Nachfrage über die Entwicklung. Er hoffe, dass bei dem Gespräch bestehende Probleme gelöst würden. Seine Planung auf dem Gelände sehe außer sechs bis zehn der genannten Hobbit-Höhlen wie in den Herr-der-Ringe-Filmen ein Zentralgebäude für die Grundversorgung nebst Gastronomie vor. Dieses soll einer Taverne aus dem 12. Jahrhundert ähneln, der Wirtsstube „Zum tänzelnden Pony“ aus Herr der Ringe nachempfunden. Nutzen könnten die Einrichtung normale Touristen, wegen des Drumherums aber gerade Fantasy-Fans. Daher benötige man das Bexbacher Utopion-Gelände mit seinen funktionierenden Live-Rollenspielen. „Das gibt es nur dort“, so Hoch, was auch der Grund sei, warum er das Projekt nicht in seiner Heimat Österreich umsetzen könne. Wie versucht sich Hoch abzusichern, dass seine vorläufig zentrale Veranstaltung Epic Empires im August nicht wie der Toughrun kurzfristig wegen Anwohnerbeschwerden abgesagt werden muss? Um etwa dem großen Thema Lärmbelästigung Rechnung zu tragen, diskutiere man im April den Vorschlag eines Lärmverbots in den Nachtstunden.

Andreas Betz kommentierte die kurzfristige Absetzung des Punktes von der Tagesordnung mit der Haltung seiner CDU-Fraktion, dass der bestehende Bebauungsplan geändert werden sollte und sich Investor Hoch nicht auf Ausnahmeregelungen für alle Einzelveranstaltungen verlassen müsste. Das wäre der Fall, wenn der Bebauungsplan aufgehoben würde. Das solle das Ziel der Gespräche am Runden Tisch sein, gab er Leis mit auf den Weg. Auch wunderte er sich, dass der CDU-Antrag zum Thema im nichtöffentlichen Teil vorgesehen war, die Auflösung des Bebauungsplans aber im öffentlichen.

Die SPD-Fraktion wies darauf hin, dass der Rat, so Fraktionschef Bernd Benner, auch die Interessen der Anlieger vertrete. Und da gebe es Befürchtungen gerade wegen hoher Lärmbelastung bei den Veranstaltungen. Benner betonte, die SPD habe für den aktuellen Bebauungsplan vor rund zehn Jahren im Rat mitgestimmt. Das heiße aber nicht, dass man dessen sinnvolle Weiterentwicklung nicht unterstützen könne. Er interpretierte die Idee, den Plan aufzuheben, als versuchtes Entgegenkommen der Verwaltung, damit Investor Hoch die Veranstaltungen im Einzelverfahren genehmigen lassen könne. „Das entspricht nicht seinem Interesse, wie wir jetzt wissen.“ Man wolle dem Investor entgegenkommen.

Weil die neun öffentlichen Punkte der Tagesordnung in einer knappen Viertelstunde abgehakt und zudem ausführlich in Ausschüssen vorberaten waren, monierte Benner, dass die anwesenden Bürger vom Geschehen wenig hätten mitgekommen können. Die Verwaltung solle sich Möglichkeiten überlegen, wie man die Bürger hier besser informieren könne.

Mehr von Saarbrücker Zeitung