Stadtwerke Bexbach : Neuer Geschäftsführer ist Guido Schick

Bexbach : Neuer Geschäftsführer für Stadtwerke

Guido Schick übernimmt als kaufmännischer Geschäftsführer die Leitung der Stadtwerke Bexbach. Der „Neue“, gebürtiger Rheinländer, freut sich auf die Herausforderung.

Guido Schick heißt der neue Geschäftsführer der Stadtwerke Bexbach. Der 52-Jährige hat sein Büro in den Räumen der Kolpingstraße bezogen, noch sind die Wände kahl, es herrscht ein wenig Renovierungsbedarf, wie er sagt. Schick tritt die Nachfolge von Dr. Jörg Böhmer als kaufmännischer Geschäftsführer an; Böhmer werde „dem Unternehmen als Mitarbeiter in anderer Funktion erhalten bleiben“. Und nein, er sei „kein Eigengewächs der Stadtwerke und kein Saarländer“, erklärt Guido Schick gleich – der gebürtige Rheinländer aus Siegburg lebt mit seiner Familie in der Nähe von Frankfurt, unter der Woche ist er in Bexbach, am Wochenende fährt er nach Hause. Ein Umzug sei derzeit (noch) nicht angedacht, auch wegen der beiden Söhne, die 14 und 18 Jahre alt sind. Das Saarland kenne er von früheren Besuchen, habe auch Freunde hier, und die saarländische Lebensart – doch, er könne sich hier gewiss wohlfühlen. Und außerdem: „der Rheinländer kann überall“, lacht er.

Gereizt habe ihn aber vor allem die Aufgabe, die Chance, etwas zu gestalten und weiterzuentwickeln, dazu sieht er in Bexbach viel Potenzial. Derzeit ist er vor allem damit befasst, die „Menschen und die Prozesse vor Ort kennenzulernen“, erklärt Guido Schick, der, wie er am Rande einfließen lässt, auch ausgebildeter Mediator, also Streit-
schlichter, ist.

Mit jedem der rund 50 Mitarbeiter will er ein persönliches Gespräch führen. Und dann ist da ja auch schon das Tagesgeschäft. Denn es steht der Jahresabschluss 2018 an. Ob und wie das Produkt- und Angebots-Portfolio erweitert werden soll oder muss, werde sich zeigen. E-Mobilität zum Beispiel sei ein großes Thema. Heizungscontracting wäre eine Möglichkeit – die Installation und Wartung einer modernen und energiesparenden Heizung inklusive Übernahme der Finanzierung, als Komplettlösung aus einer Hand. Aber da sei es derzeit noch zu früh, konkret etwas zu sagen. „Wir müssen schauen, was die Kunden sich wünschen.“

Guido Schick hat insgesamt rund 25 Jahre Berufserfahrung in der Versorgungswirtschaft. „Eine sehr spannende Zeit für mich war die Liberalisierung des Strommarktes“, erklärt er. 1998 trat die entsprechende EU-Richtlinie in Kraft. Verbraucherinnen und Verbraucher können seitdem ihren Stromanbieter frei wählen, der Netzzugang für neue Stromanbieter wurde rechtlich verankert. Damit sollte auch der Anteil erneuerbarer Energien gesteigert werden. Die Strom- und Gasnetze in Deutschland werden durch die Bundesnetzagentur reguliert, um Monopolstellung, Preisdiktat und überhöhte Gebühren durch große Energiekonzerne wie E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW zu verhindern. Kleine Stadtwerke, die oft am Ende der Kette stehen und regionale Netze betreiben, hätten es da oft scwer. Trotzdem wolle man gute, wettbewerbsfähige Preise für den Endkunden bieten.

Denn klar ist: „Die Stadtwerke sind zu 100 Prozent eine städtische Tochter, und in kommunaler Hand, das ist längst nicht mehr selbstverständlich“, sagt Schick. Deshalb sei der Betrieb aber bei weitem kein Selbstläufer, sondern man müsse sich im Wettbewerb gegen andere Anbieter positionieren und behaupten – es ist eben kein Automatismus mehr, dass die Bexbacher Strom, Gas und Wasser von „ihren“ Stadtwerken beziehen. Da gelte es noch stärker als bisher darauf hinzuarbeiten, bestehende Kunden zu halten und neue dazu zu gewinnen.

Überzeugen wolle man durch gute, ja hervorragende Produkte: Trinkwasser zum Beispiel. Nicht nur, dass man keine Wasserflaschen und -kästen mehr schleppen muss. „Das Trinkwasser ist hier in der Region ist hervorragend, ein qualitativ sehr hochwertiges Lebensmittel. Leitungswasser kann man bedenkenlos trinken. Ich wünsche mir, dass die Menschen uns wahrnehmen als ihren Versorger – aus der Region für die Region. Wenn Sie Ihren Strom von einem Anbieter aus Hamburg beziehen, der finanziert Ihnen nicht das Freibad vor Ort“.

Das von den Stadtwerken betriebene Freibad Hochwiesmühle: Geschwommen sei er zwar noch nicht, meint Guido Schick, aber schon mehrfach dort gewesen. Foto: Jennifer Klein

Apropos das Freibad, das die Stadtwerke betreiben – aus kaufmännischer Sicht sei das natürlich ein Zuschussbetrieb, so Schick. Aber da zählen nicht nur die Zahlen: Das Bad ist wichtig für die Stadt, für die Identifikation der Bürger und ganz nebenbei auch ein Pfund, mit dem man wuchern kann: „So eine Veranstaltung wie das Freiluftkino Cinema Beach ist klasse – das könnte man noch mehr machen, Konzerte zum Beispiel“, überlegt Schick. Viele Ideen, einige Herausforderungen stehen also an – „ich freue mich darauf“, sagt Guido Schick.

Mehr von Saarbrücker Zeitung