FSJ im Senegal: So langsam geht’s ans Kofferpacken

FSJ im Senegal : So langsam geht’s ans Kofferpacken

Zoe Roos fliegt Ende nächster Woche für ein Jahr in den Senegal. Dort absolviert sie ein FSJ in einem Kindergarten in Dakar.

Zoe Roos  hat im Sommer ihr Abi an der Bexbacher Waldorfschule gemacht. Nun heißt es „auf zu neuen Ufern“. Denn sie will für ein Jahr nach Dakar gehen (wir berichteten). Damit geht für die junge Frau aus Bexbach ein kleiner  Traum in Erfüllung. Weil sie schon mehrfach in Afrika war, ist ihr das Land nicht ganz fremd – im Senegal allerdings war sie noch nie. Jetzt rückt die Abreise langsam in Sichtweite: Der 19. September wird ihr erster Arbeitstag im Kindergarten Sekar Wangi in der Hauptstadt Dakar sein. Der Kindergarten ist auf Initiative des  Künstlers Abdoulaye Seck entstanden. Seck versucht den 25 bis 30 Kindern – oft Straßenkinder – ein Stück Heimat zu bieten und sie gezielt durch künstlerische und kreative Angebote in ihrer Entwicklung zu fördern. Unter anderem werden eigene Kinderbücher gestaltet, Spielzeuge gebaut, Stoffe gebatikt, genäht und gemalt.  Die Kinder werden von einer Erzieherin und einer Hilfskraft – in diesem Jahr wird das Zoe sein – betreut. Bei der Familie von Abdoulaye Seck wird sie auch wohnen, mit Familienanschluss sozusagen. Vorbereitet hat sie sich gründlich, viele Reiseberichte und Bücher über den Senegal gelesen, auch versucht, die Landessprache Wolof zu lernen, „zumindest die Vokabeln“. Im Senegal gibt es über 30 Sprachen und Dialekte; im Kindergarten Sekar Wangi wird Wolof ebenso wie die Amtssprache Französisch und Englisch gesprochen.

Vor kurzem fand ein zehntägiges Vorbereitungsseminar für die FSJler in Rottweil bei Karlsruhe statt, veranstaltet vom Verein Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, der den Freiwilligendienst organisiert. Dabei waren über 40 Leute aus ganz Deutschland, erzählt Zoe, Freiwillige wie sie, die in Afrika in den unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen arbeiten. Im Seminar sei es vor allem um Teamarbeit gegangen, darum, die Gruppe zu stärken. Besonders gut sei gewesen, dass es auch viele ganz konkrete Ideen für die Betreuung und Arbeit mit den Kindern gegeben habe, zum Beispiel Spiele oder Lieder. Zudem gab es Vorträge über Rassismus, auch ein medizinischer Vortrag stand auf dem Programm.

Die Freiwilligen können sich auch untereinander über Patenschaften gegenseitig helfen, denn dadurch, dass Afrika soweit weg ist,  ist ein Besuch in der Heimat während des Freiwilligen-Jahres nicht möglich. „Wie ich gehört habe, soll Weihnachten ziemlich schwer sein“, erzählt Zoe. Aber bange machen gilt nicht, die Vorfreude überwiegt. Und viel Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, hat sie derzeit ohnehin nicht: Das Packen nimmt doch mehr Zeit in Anspruch als gedacht: zwei Gepäckstücke zu je 23 Kilo sind erlaubt, „aber es ist so schwer zu entscheiden, was man in einem Jahr so alles brauchen könnte, welche Bücher mitsollen“ – denn die bringen ganz schön Gewicht auf die Waage. Die Packliste steht noch nicht ganz fest. Aber die ganz dicke Winterjacke kann wohl zuhause bleiben. Dakar hat ein tropisches Klima, derzeit herrscht noch Regenzeit, es kann bis zu 30 Grad werden, allerdings auch häufig regnen. Ab November setzt dann die Trockenzeit ein mit etwas kühleren Temperaturen. Diese Woche steht noch ein kleines Hauskonzert an, zum Spenden sammeln, mit Freunden, Mitschülern, Bekannten, Verwandten und Nachbarn – „ich freue mich sehr über die Unterstützung“, erklärt Zoe. Organisiert und betreut wird ihr Freiwilliges Soziales Jahr vom Verein Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners. Der Verein übernimmt unter anderem auch die Kosten für den Flug und ein monatliches Taschengeld. Teil des Konzeptes ist es, dass die jungen Leute versuchen, zumindest einen Teil zur Finanzierung des Aufenthaltes beizutragen, indem sie selbst Spenden einwerben.

Und dann sind es nur noch wenige Tage: Am 16. September geht der Flug, von Frankfurt aus geht es über Paris nach Dakar. Reisezeit sind zehn Stunden. In Dakar wird die Bex-
bacherin von ihrer Gastfamilie abgeholt, mit der sie schon fleißig über Skype Kontakt gehalten hat.

Zoe Roos aus Bexbach freut sich auf das Abenteuer, das vor ihr liegt. Foto: Jennifer Klein

In loser Folge wird Zoe in einer kleinen Serie „Brief aus Afrika“ über ihre Zeit im Senegal berichten.