Schwere Zeiten für Beschäftigte

Zum Barbara-Tag hatten sich gestern wieder viele Vertreter der Stadt Bexbach, des Knappenvereins, der IGBCE und weiterer Institutionen versammelt. Dabei stand die Stilllegung des Kraftwerkes Bexbach im Fokus.

Sie ist eine schöne Tradition in Bexbach , die Feier des Barbara-Tages am 4. Dezember. Doch gestern stand das Gedenken an die Heilige und Schutzpatronin der Bergleute am Höcherberg unter veränderten Vorzeichen. Vor Vertretern des Knappenvereins St. Barbara Bexbach , der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE), der Reservistenkameradschaft Höcherberg sowie Vertretern der Stadt Bexbach und der Energiewirtschaft rückte Andreas Jung , Personalvorstand bei Steag Saar und Mitglied der IGBCE, das drohende Aus des Bexbacher Kraftwerkes in den Mittelpunkt seiner Rede. Zum Hintergrund: Das Unternehmen Steag hat bei der Bundesnetzagentur die zumindest zeitweise Stilllegung des Bexbacher Kraftwerkes beantragt. Eine abschließende Entscheidung eben der Bundesnetzagentur steht noch aus (wir berichteten). Jung: "Die diesjährige Barbara-Feier findet in einer für die hiesige IGBCE schwierigen Situation statt." Man habe als Gewerkschaft in den Vergangenheit im Saarland schon viele Schließungsnachrichten hinnehmen müssen. Man habe hier versucht, immer wieder das Beste daraus zu machen. In Bexbach , immerhin, habe es solche Nachrichten zuletzt in den 1950er Jahren gegeben, als die Grube St. Barbara geschlossen wurde. "Es blieb aber immer das Kraftwerk Bexbach als Konstante, heute die größte und leistungsstärkste Blockanlage im Saarland." 2012 und mit dem Ende des Bergbaus im Saarland sei es am Standort Bexbach gelungen, so Jung, das Kraftwerk auf die Nutzung von fremder Steinkohle umzustellen. "Diese Herausforderung wurde gemeistert." Nun habe aber die Energiewende die Situation für die deutschen Steinkohlekraftwerke so verschlechtert, "dass Steag sich dazu entschließen musste, mehrere Kraftwerke zur dauerhaften oder zeitweisen Stilllegung bei der Bundesnetzagentur anzumelden". Von Letzterem sei eben auch das Kraftwerk in Bexbach betroffen. "Auch wenn wir unter der Federführung der IGBCE bereits einen Konzernsozialplan und einen Rahmen-Interessenausgleich für eventuell betroffene Mitarbeiter erarbeitet haben und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen, ist es doch ein schwere Zeit für die Bexbacher Kraftwerksbeschäftigten." Noch bestehe aber die Hoffnung, verdeutlichte Jung vor den Gästen der Barbara-Feier am Friedhof Bexbach-Mitte, dass die Bundesnetzagentur als entscheidende Instanz das Bexbacher Kraftwerk als systemrelevant bewerte "und deswegen für den Weiterbetrieb Gelder zur Verfügung stellen wird. Hier bin ich sehr zuversichtlich, dass dies gelingen wird". Die Gewerkschaft lege eine Kampagne nach der anderen auf, um in den Köpfen der Entscheider zu verankern, dass der Parallel-Lauf zwischen konventioneller und erneuerbarer Energieerzeugung noch Jahrzehnte weitergehe. "Und auch die Bevölkerung muss dafür sensibilisiert werden, dass sie nicht vor einen politischen Karren gespannt wird." Ebenfalls könne es nicht sein, dass man nach Abklingen der Euphorie über die Energiewende feststelle, dass die dann zu importierende Energie "für uns auf dem Weltmarkt nahezu unerschwinglich ist".