Schon kommt Fisch auf den Tisch

Das Ziel heißt richtig gesundes Schulessen: In einem fünfstündigen Seminar lernen Bexbacher FGTS-Schüler alles über richtige Ernährung, dürfen dann Speisepläne und Menüs mit aussuchen und Mitschüler informieren.

Gesunde Ernährung ist längst angesagt, damit kann man nicht früh genug beginnen. Die Suche nach einem Essen jenseits von Fleisch und Pommes auf dem Teller sollte deshalb auch beim Schulessen schon Thema sein. Ein Beispiel dafür ist die Freiwillige Ganztagsschule (FGTS) in Bexbach , deren Teilnahme an der Kampagne "Macht Dampf - Für gutes Essen in Kita und Schule" des Bundesernährungsministeriums seit rund zwei Jahren Früchte getragen hat. Die Homburger Firma, die das Essen der Schule zubereitet, kocht nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Eine Umstellung, die nicht ohne Murren aus der Schülerschaft vonstatten ging. Doch Schulleitung und das Team der Schule glaubten an den eingeschlagenen Weg und wurden auch bald fündig bei der Suche nach einer Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen ein ausgewogenes und gesundes Mittagessen schmackhaft zu machen: Die Schülerinnen und Schüler werden zu Ernährungsexperten ausgebildet. Im Auftrag der FGTS entwickelte Ernährungsexpertin Heike Dillinger ein fünfstündiges Seminar. Darin kann man nicht nur die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung kennen lernen, es gibt auch Wissenswertes über Milch, Fleisch , Obst, Gemüse und Getreide. Wer das Seminar absolviert hat, für den kann's dann ernst werden: Er darf Speisepläne und Menüs mitgestalten, darf das neu erworbene Wissen also gleich anwenden, heißt es in einer Pressemitteilung. Und gerade auch Eltern können beim Schulessen viel bewegen. Wie sie sich für besseres Schul- und Kitaessen einsetzen können, lässt sich erfahren unter www.macht-dampf.de . Dort gibt's Infos, Tipps und konkrete Handlungshilfen wie etwa Qualitätschecks für Speisepläne, Musteranschreiben oder Tipps zur Gründung einer Mensa-AG. "Wir haben mittlerweile schon 20 bis 30 junge Ernährungsexperten ausgebildet", erläuterte die Bexbacher FGTS-Schulleiterin Ulrike Barth-Müller gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei 200 Schülern könne man natürlich nicht jeden ausbilden: "Deshalb schleusen wir aus jeder Gruppe ein bis zwei Kinder durch diese Schulung, die dann als Multiplikatoren für ihre Mitschüler dienen." Im Großen und Ganzen gebe es nie Probleme, "Ausbildungswillige" zu finden, "schließlich ist es ein Privileg, das Essen mit aussuchen zu können." Die Einführung der DGE-Standards beim Kochen habe schon für Diskussionen und viel Gemeckere gesorgt. "Das Essverhalten lässt sich nur langsam verändern", so Barth-Müller, "aber heute müssen wir nicht mehr darüber diskutieren, dass es ein Mal pro Woche Fisch gibt". Die Ausbildung der jungen Ernährungsexperten geht weiter: "Unsere Diplom-Ökotrophologin Heike Dillinger hat gearde eine neue Runde begonnen", erzählt die Schulleiterin. Man habe an der FGTS Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 9 aus der Grundschule und der Galileo-Schule. "Das Seminar findet deshalb im Wechsel mit einer Gruppe Grundschüler und einer Gruppe Älterer im Rahmen der so genannten AG- und Förderzeit statt", informierte Ulrike Barth-Müller.