Problem ist die Schwalbengasse

Bexbach. Er hätte gerne ein paar Interessenten mehr gesehen an diesem Abend, meinte Bürgermeister Thomas Leis: Rund 70 Bürgerinnen und Bürger waren am Freitagabend in die Höcherberg-Hallen zur Vorstellung der möglichen Varianten zur künftigen Verkehrsführung im Bexbacher Zentrum gekommen

Bexbach. Er hätte gerne ein paar Interessenten mehr gesehen an diesem Abend, meinte Bürgermeister Thomas Leis: Rund 70 Bürgerinnen und Bürger waren am Freitagabend in die Höcherberg-Hallen zur Vorstellung der möglichen Varianten zur künftigen Verkehrsführung im Bexbacher Zentrum gekommen. Der Wunsch der Bürger sei eine Veränderung der Stadtmitte: "Wir wollen Bexbach als Wohnstatt noch attraktiver machen", kündigte der Bürgermeister an. Diese Veranstaltung sei ein erster Schritt zur Detailplanung, die Verwaltung lege viel Wert auf entrsprechende Bürgerbeteiligung.Entwickelt hat das Konzept zur Neuordnung des Verkehrs in Bexbach das Saarbrücker Planungsbüro Joachim Schwarz, laut Leis die erste Adresse im Land für solche Projekte. Chef Joachim Schwarz erläuterte, es habe Vorgaben gegeben, Einbahnstraßen anzulegen und Kreisel zu bauen, um den Verkehr zu verlangsamen. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden zwölf Varianten erarbeitet. "Wir haben", so Schwarz, "mit den Varianten elf und zwölf zwei Vorzugsvarianten, es gibt die Möglichkeit, Bürger-Ideen einzuarbeiten."

Diplom-Ingenieur Marco Schmeltzer vom Büro Schwarz erläuterte die möglichen Varianten. Als empfehlenswert sieht das Büro die Varianten elf und zwölf. Elf wäre eine Kombination der zu bildenden Einbahnstraßen-Ringe Kleinottweiler Straße/Johannes-Bossung-Straße/Güterstraße/ Niederbexbacher Straße und Schwalbengasse/Bahnhofstraße/Rathausstraße, wobei die Einbahnregelung in der Bahnhofstraße nach Westen läuft. Zwölf sieht ebenfalls eine Kombination der Einbahnringe vor sowie eine Einbahnregelung in der Rathausstraße Richtung Neunkirchen, eine Einbahnregelung in der Susannastraße Richtung Süden und in der Bahnhofstraße die Einbahnregelung nach Westen.

Kritik kam schnell aus dem Auditorium an der Einbahn—Lösung Schwalbengasse: Zum einen, ob dieses Nadelöhr die Verkehrsbelastung verträgt, zum anderen, wie man das dort liegende Hotel dann künftig erreichen soll. Peter Schappe, Bewohner der Schwalbengasse, meinte: "Ich höre immer nur Verkehrsfluss. Man vergisst die Menschen, die in die Stadt rein sollen." Zentrumsmanagerin Dorothée Pirrung zeigte sich "sehr froh, dass vieles von dem, was wir in den Arbeitsgruppen erarbeitet haben, aufgenommen wurde". Auch sie zeigte sich betroffen über die Lösung Schwalbengasse: "Wie kommen dann Fußgänger auf diese Insel?" Ortsvorsteher Franz-Josef Müller erinnerte an den Schwerlastverkehr, der aus der Stadt soll.

Der werde sich, so Chefplaner Joachim Schwarz, bei Realisierung der Variante zwölf halbieren. Angesichts der Probleme mit der Schwalbengasse "werden wir uns überlegen, eine andere Lösung zu finden", kündigte er an. Bürgermeister Thomas Leis gab zu bedenken: "Ohne die Einbeziehung der Schwalbengasse werden wir eine Ampel brauchen."

Meinung

Noch kein Endergebnis

Von SZ-RedakteurRalph Schäfer

Das Spiel läuft weiter, noch gibt's kein Endergebnis: Die Fleißarbeit des Planungsbüros Schwarz fand am Freitagabend durchaus Anerkennung. Schnell wurde aber auch deutlich, was so geplant war: Bürgmeister Thomas Leis sprach von einem ersten Planungsschritt, der verfeinert werden wird. Wenn Gewohntes geändert wird, sind immer Menschen betroffen. Das wurde am Beispiel der Schwalbengasse aufgezeigt. Nicht nur, ob das Nadelöhr dort den Verkehrsfluss vertragen wird, es können auch schnell Arbeitsplätze bedroht sein. Man darf gespannt sein, wie die angekündigten neuen Überlegungen der Planer zur Schwalbengasse aussehen werden. Welche Variante letztendlich umgesetzt werden wird: Chefplaner Joachim Schwarz hat sicher Recht, wenn er anregt, vom Konzept der Einbahnstraßen-Regelung für die Haupt-Durchgangsstraßen nicht mehr abzugehen. Dann könnten auch die schon seit langen Jahren geforderten zusätzlichen Parkflächen in Geschäfts-Nähe entstehen. Das große Ziel, da war man sich am Freitagabend durchaus einig, kann erreicht werden: Der Verkehr wird künftig besser durch die Stadt Bexbach laufen.