Kommunalwahl : SPD kommt mit blauen Augen davon

In den Bexbacher Ortsräten verlieren die Sozialdemokraten zwar fast überall Sitze, doch nur in Bexbach-Mitte und (wie bisher) Höchen hat die CDU nun noch mehr. Bei den anstehenden Ortsvorsteherwahlen könnte sich das dennoch auswirken.

Der große Wahlverlierer in den Bexbacher Ortsräten heißt SPD. Überall haben die Sozialdemokraten an Stimmen verloren, dabei allerdings ihre teils sehr deutlichen Mehrheiten in Frankenholz, Kleinottweiler, Niederbexbach und Oberbexbach prozentual verteidigt, die sich nicht immer aber auch in der Zahl der Ratssitze . Die CDU legte außer in Bexbach-Mitte und Höchen überall zu, die kleinen Parteien ebenfalls, wo immer sie antraten.

Den größten Satz machten hier die Freien Wähler in Frankenholz, die von 13,4 Prozent der Wählerstimmen auf 23,0 Prozent anstiegen und damit auch die Zahl ihrer Ratssitze auf zwei verdoppelten. Die FWG verbuchte aber auch in Bexbach-Mitte (von 9,9 auf 12,1), Höchen (aus 10,4 mach 17,4 und einen Sitz) sowie Oberbexbach (von 18,5 auf 24,2) satte Zugewinne. Die Linken legten in Bexbach-Mitte von 9,1 auf 11,1 Prozent zu, kamen in Höchen auf 7,6 Prozent, was aber nicht für einen Ratsplatz reichte. Und die FDP, die anders als 2014 in Kleinottweiler nicht mehr antrat, stieg in Bexbach-Mitte knapp von 4,6 auf 5,5 Prozent (was ebenfalls nicht für den Einzug in den Rat reichte) und in Niederbexbach auf 14,0 (vorher 10,2) Prozent. Dort ist jetzt Dirk Schwitzgebel in den Rat gewählt worden.

Was bei der Betrachtung von CDU und SPD auffällt: Die Stärkeverhältnisse gleichen sich an. Die SPD verlor je einen Ratssitz in Frankenholz, Kleinottweiler und sogar Niederbexbach, wo sie aber weiter gemessen an Sitzen knapp die Nase vorne hat. In Höchen hat die CDU jetzt mit vier zu zwei die Nase bei den „Großen“ vorn.

Die Wahlergebnisse mit teils verändertem Personaltableau werden sich nicht nur bei der Sitzverteilung auswirken. Auch bei den Ortsvorstehern, deren Neuwahl in der ersten Sitzung der neu-zusammengesetzten Räte ansteht, dürfte es Änderungen geben. In Bexbach-Mitte soll das Urgestein Franz-Josef Müller (CDU), das nicht mehr für einen Listenplatz kandidiert hatte, durch Rolf Ballweber ersetzt werden. So hatte es seine Partei schon bei der Nominierung angekündigt. In Oberbexbach war bisher SPD-Mann Stefan Schmelzer Ortsvorsteher. Doch die erstarkte CDU setzt nun ihren Wahlsieger Heiko Müller dagegen. Die Stimme von FWG-Vertreter Gerhard Pirrung dürfte hier das Zünglein an der Waage werden. In Niederbexbach dürfte Arnulf Fricker (SPD) Ortsvorsteher bleiben, in Kleinottweiler der SPD-Spitzenkandidat Daniel Heintz den nicht mehr angetretenen Genossen Karl Peter Ranker ablösen. Heintz sagte am Dienstag, er müsse das freudige Ergebnis erst verarbeiten. Das Amt liege ihm als Kleinottweiler Bub, der vor zwei Jahren nochmal hergezogen und vor einem Dreiviertel Jahr in die SPD eingetreten sei, sehr am Herzen. Die von Ranker initiierten Bürgergespräche werde er wohl übernehmen, mit CDU-Spitzenkandidat Michael Hennes habe er auch schon gesprochen. Den Dorfentwicklungsplan und hier vor allem die Vermittlung zwischen Stadtrat, Ortsrat und den Arbeitsgruppen sieht er als wichtiges Thema an.

Dass Eva-Maria Scherer (CDU) weiter den Ortsteil Höchen vertritt, erscheint ebenfalls sicher – haben die Christdemokraten im Gremium weiter die absolute Mehrheit. „Wir können weiter arbeiten wie bisher“, zeigt sich Scherer sicher. Man müsse jetzt Sondierungsgespräche führen, schließlich sei es ihr Wunsch, dass der stellvertretende Ortsvorsteher weiter aus den Reihen der SPD komme.

Bleibt die Frage, ob es in Frankenholz für Ortsvorsteher Rudi Müller zur Wiederwahl reicht. Die SPD hat dort die absolute Mehrheit eingebüßt. Wenn sich CDU und FWG einigen, könnten theoretisch auch Stephan Scherne (CDU) oder Jürgen Karrenbrock (FWG) das Rennen machen. Doch Müller zeigt sich optimistisch, dass er das Amt weiter bekleiden kann: „Ich denke, wir werden da eine Lösung finden.“ Er glaube überdies, dass das etwas schlechtere Wahlergebnis der SPD in Frankenholz nicht „mit der großen Politik in Berlin“ zu tun habe.

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