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Offenes Atelier in der Galerie Peter Köcher in Bexbach

Tag des offenen Ateliers : Bildwelten aus dem Arbeitsalltag

Der Tag des offenen Ateliers bei Peter Köcher bot Gelegenheit, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Als Gast war Gerhard Fassel mit dabei.

Auch für Künstler und Galeriebesitzer wie Peter Köcher sind es keine einfachen Zeiten: Ein Maler will ja seine Bilder zeigen und dazu braucht es Publikum. Oftmals sind die Galerien eher kleine Räume und in die dürfen nunmal nur wenige Menschen gleichzeitig rein aufgrund der Coronabestimmungen. Köchers Galerie in der Bexbacher Rathausstraße bildet da keine Ausnahme. Da der Künstler den Raum auch als Atelier benutzt, konnte er mitsamt seinem anderen Atelier im Eigenheim bei den Tagen der offenen Ateliers am letzten Wochenende mitmachen.

Eigentlich ist die Aktion eine Initiative rheinland-pfälzischer Künstler. „Ich bin im Berufsverband von Rheinland-Pfalz, deshalb darf ich als grenznaher Saarländer da mitmachen“, meinte Köcher. Seine Kollegin, die Homburger Künstlerin Ingrid Lebong, wollte ursprünglich auch ihr Atelier öffnen, musste es jedoch aus familiären Gründen geschlossen halten. Von Lebong standen aber zwei Objekte im Schaufenster von Köchers Galerie. Auch waren dort Bilder von Jutta Bettinger zu sehen, die im Winter den Raum zum Arbeiten nutzt.

Köcher selbst zeigte die Objekte seiner Serie „Aufzeichnungen“. Das sind Lichtpausen aus seiner früheren Tätigkeit als Bauzeichner, die er mit Alcydharz so bearbeitet hat, dass sie wie Blech aussehen. Als Gast hatte Köcher außerdem den Wiener Künstler Gerhard Fassel eingeladen. Sein Stil ist halb konkret, halb abstrahierend. Ohne Erklärungen zu den Bildern würde der Betrachter wohl nicht darauf kommen, was gemeint ist. Das größte Fassel-Bild, ungefähr zwei mal vier Meter, zeigt beispielsweise eine Baustelle. Menschen mit Helmen sind darauf zu sehen, die Raupen eines Baggers und ein Stück Förderband. Die Bewegungen sind sehr dynamisch, die Körper verschmelzen mit den Maschinen. So ist das auch bei einer Serie von Zeichnungen Fassels, die „aus dem Arbeitsalltag gegriffene Bildwelten“ darstellen. Nein, die Menschen trügen keine Helme, erklärt der Künstler im Gespräch. Er wolle die Menschen zeigen, so wie sie sind, wenn man sie nur flüchtig betrachtet. „Dann erkennt man keine Gesichter. Das kennzeichnet die Flüchtigkeit der Personengruppen und unseres Daseins.“

Eine zweite Serie zeigt ebenfalls schemenhafte Figuren und Geräte. Doch hier seien Szenen von einem Kinderspielplatz zu sehen, erklärt Fassel. Er sei lange in China als Architekt tätig gewesen und habe aus dem Fenster des Büros auf einen Spielplatz geschaut. „Der war mit den absurdesten Spiel- und Fitnessgeräten bestückt, solche Dinge gibt es nur in China. Die sind etwas anders da.“

Leider sei die Resonanz auf die Tage des offenen Ateliers nur mäßig gewesen, teilte Köcher am Sonntagabend mit. „Wegen Corona trauen sich die Leute wohl nicht so. Nur abends waren etliche Freunde und Bekannte da.“