Neuordnung der Gemeinden steht

Der bischöfliche Reformprozess „Gemeindepastoral 2015“ wird ab 1. Januar 2016 umgesetzt. Damit verändern sich die Größen der Pfarreien mit ihren Gemeinden. Vorreiter der Strukturreform war die Pfarrei „Heiliger Johannes“ in Homburg.

Pünktlich zum 1. Januar 2016 wird im Bistum Speyer das "Pastoralkonzept 2015" umgesetzt. Dies bestätigte am Freitag der Leiter der Bischöflichen Pressestelle in Speyer , Markus Herr, gegenüber unserer Zeitung. Von der Neuordnung betroffen ist auch das Dekanat Saarpfalz. Demnach gehören im Durchschnitt fünf bis sechs Gemeinden zu jeder der 70 Pfarreien, die künftig gebildet werden. Insgesamt wird es im Bistum 376 Gemeinden geben (wir berichteten mehrfach). Das habe die Rückmeldung der Pfarreien an das Bischöfliche Ordinariat in Speyer ergeben. Die bisherigen Pfarrgemeinden waren im Juli dazu aufgerufen worden, darüber zu beraten, welche Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften, Kuratien oder Filialen in Zukunft eine Gemeinde sein sollen.

Nach dieser Strukturreform, die vor mehr als zwei Jahren von Bischof Karl-Heinz Wiesemann unter der Zielvorgabe "Pastoralkonzept 2015" angestoßen wurde, gibt es künftig zehn saarpfälzische Pfarreien, zwei davon in Homburg und eine in Bexbach . In Homburg bilden die Gemeinden St. Andreas und Maria vom Frieden (beide Erbach) sowie St. Remigius Beeden und St. Josef die neue Pfarrei "Heiliger Johannes" mit Dekan Pirmin Weber an der Spitze. Die Gemeinden St. Fronleichnam und St. Michael (beide Homburg), Mariä Himmelfahrt (Kirrberg), Maria Hilf (Bruchhof-Sanddorf) und Maria Geburt (Schwarzenacker) heißen künftig Pfarrei "Heilig Kreuz" mit dem federführenden Pfarrer Markus Hary. "Heiliger Nikolaus" heißt künftig die Pfarrei in Bexbach , die sich aus den Gemeinden St. Martin (Bexbach mit Niederbexbach), St. Josef (Frankenholz), St. Maria (Höchen) und St. Barbara (Oberbexbach) zusammensetzt. Ein Sonderfall sind die Gemeinden Christ König in Limbach und St. Joseph aus Kirkel-Neuhäusel, die zur Pfarrei "Heiliger Familie" in Lautzkirchen gehören werden. Die weiteren Saarpfalz-Pfarreien sind Blieskastel, Gersheim, St. Ingbert, Rohrbach, Ensheim und Ormesheim.

Die erste Pfarrei, die das neue Konzept erarbeitet und umgesetzt hat, ist die Pfarreiengemeinschaft Homburg 1 mit dem Namen "Heiliger Johannes". Ihr Konzept wurde in Speyer im Februar vorgestellt (wir berichteten). "Es war schon eine riesige Baustelle, die wir nun hinter uns haben. Es war viel, viel Arbeit", erklärte Pfarrer Pirmin Weber, und fügte an: "Und es lief nicht immer harmonisch. Doch wir haben uns in den vergangenen zweieinhalb Jahren zusammengerauft und ein Ergebnis geschafft, auf das wir stolz sind und mit dem wir uns identifizieren und künftig im Alltag arbeiten können." Thomas Kiefer, Leiter der bischöflichen Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräume, sagte: "Den Homburgern ist es gelungen, aufgrund einer gründlichen Analyse konkrete Ziele zu formulieren und dann in Folge auch Maßnahmen zu planen. Sehr schön sieht man dies beim Grunddienst Caritas : Die hohe Zahl von alleinstehenden Senioren mit dem Schwerpunkt Männer hat zur Folge, dass hier ein neues Seelsorgefeld entstehen soll. Ich war dann doch erst einmal sehr beeindruckt von der Mühe und der Arbeit, die investiert worden sind, aber auch von dem Ertrag."

"Das neue Seelsorgekonzept des Bistums ist mehr als eine Strukturreform", betont Domkapitular Franz Vogelgesang, der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats. Dem Konzept liege eine Vision von Kirche zugrunde, die Papst Franziskus eine "Kirche im Aufbruch" nennt.