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Naturdenkmäler in der Region: Die Dicke Eiche in Kleinottweiler

Sie gehört auch zum Dorfwappen : Naturdenkmäler in der Region: Dicke Eiche in Kleinottweiler

Die Dicke Eiche ist tot. Lange schon. Holzwürmer fressen den Stamm auf, Pilze zersetzen ihn und Fäulnis lässt das Holz weich werden. Als der Baum gefällt wurde, schnitt man ihn aber nicht in Erdhöhe ab, sondern ließ einen Pfahl stehen.

Das Naturdenkmal ist so noch immer ein Denkmal, jetzt für den Kreislauf des Lebens im Wald, für die Vergänglichkeit und die Wiederverwertung des biologischen Materials.

Eine Hinweistafel erklärt dies ganz genau, denn der Platz der Dicken Eiche ist eine Art Waldklassenzimmer und gibt Einblicke in mehrere Themen. Zunächst findet man Erklärungen über die Dicke Eiche selbst. Der Baum war eine Trauben­eiche und wurde erstmals 1520 in einer Urkunde erwähnt. Eine Bronzetafel weist darauf hin. Wir früher üblich, diente die Dicke Eiche als Grenzmarkierung, in einer „Banngrenzbeschreibung“ findet sich der Hinweis auf den Baum, der damit in diesem Jahr seinen 500 Geburtstag gefeiert hätte, wobei er natürlich älter sein muss, da er bei der ersten Erwähnung schon ein stattlicher Baum gewesen sein muss.

Zwischen 600 und 700 Jahre können da schon zusammenkommen. Niemand weiß das genau. Trauben­eichen können 800 bis maximal 1000 Jahre alt werden, sodass die Dicke Eiche einen recht normalen Lebenszyklus hatte. Heute ist sie unvergessen.

Allein deshalb, weil sie der Wappenbaum des Ortes geworden ist und heute noch immer zentrales Element des Dorfwappens ist. 1531 wurde der Baum als „Große Eich“ beschrieben und diesem Umstand verdankt sie auch ihr Überleben. Prächtige Bäume wurden früher nämlich nicht wie heute unter Naturschutz gestellt sondern gefällt und verwertet. Nur wenn ein Baum eine besondere Bedeutung hatte, blieb ihm dieses Schicksal erspart. Viele der saarländischen Naturdenkmale sind daher alte Park- oder Grenzbäume.

In unserem Fall stand die Eiche auf der Grenze zwischen Kleinottweiler und Erbach. 2002 wurde bei einer Routineuntersuchung des Baums ein Pilzbefall festgestellt. Experten wiesen den Eichen-Feuerschwamm nach. Der aggressive Pilz ließ das Holz morsch werden, die Baumdoktoren hatten keine Chance. 2013 wurde der Baum auf 5,50 Meter Pfahlhöhe gekürzt, er schlug nie mehr aus. Der Baum ist Totholz, aber damit dennoch wirklich nicht uninteressant. In dicken Astlöchern sprießen Pilze, Passanten können sich ein Bild machen, wie sich die Natur auch die Baumriesen zurückholt. Eine Infotafel beschreibt den „Lebensraum Totholz“ und die Tiere, die hiervon profitieren. Die Anlage der Dicken Eiche ist nach wie vor gepflegt, ein Reservoir für Sand- und Wildbienen wurde angelegt, Wildblumen blühen hier und eine Bank lädt zu einer Rast ein.

Der dicke Stamm der Dicken Eiche modert vor sich hin, doch bis er gänzlich verschwunden sein wird, können noch viele Jahre vergehen. Der Stamm ist nach wie vor unter Naturschutz gestellt, auch wegen seiner historischen Bedeutung für den Ort.

Totholz dient als Nahrungsquelle, Lebensraum und Brutstätte zugleich. Und wo Insekten sind, da sind auch Vögel, die sich über das große Nahrungsangebot freuen.