Nahe dran am Wunsch der Schüler

Bexbach. Die Eltern seien derzeit noch verunsichert, welche Schule für ihr Kind die beste sei, hat Gaby Schwartz in vielen Gesprächen festgestellt. Sie ist die Leiterin der Gesamtschule in Bexbach und war zu Gast in unserer Redaktion, um das spezielle Profil ihrer Schule vorzustellen

Bexbach. Die Eltern seien derzeit noch verunsichert, welche Schule für ihr Kind die beste sei, hat Gaby Schwartz in vielen Gesprächen festgestellt. Sie ist die Leiterin der Gesamtschule in Bexbach und war zu Gast in unserer Redaktion, um das spezielle Profil ihrer Schule vorzustellen. "Bis vor zwei Jahren gab es G 8 an Gymnasien, und bei uns an der Gesamtschule die Möglichkeit, das Abitur auch weiterhin nach neun Jahren ablegen zu können", betont die Schulleiterin.Nun seien aber nicht nur die Empfehlungen fürs Gymnasium weggefallen, es haben sich in Homburg obendrein zwei Oberstufengymnasien etabliert, an denen ebenfalls ein Abitur nach neun Jahren möglich ist. Diese beiden Umstände hat die Gesamtschule Bexbach zu spüren bekommen: die Schülerzahlen sackten vor einem Jahr bei den Neuanmeldungen von den bisher gewohnten rund 100 Kindern auf 75. Das habe sie schon getroffen, gibt die Schulleiterin zu, zumal sie die Gesamtschule als ideale Möglichkeit ansieht, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. "Wir sind eine Schule für alle. Die Gesamtschule Bexbach bietet alle Abschlüsse unter einem Dach an. Jedes Kind erhält die Möglichkeit, die eigenen Begabungen auszuschöpfen. Unser System ist so durchlässig, dass die Entscheidung für einen späteren Abschluss sehr lange offengehalten wird."

Der Unterricht an der Gesamtschule sei geprägt durch möglichst langes gemeinsames Lernen: "Man beginnt gemeinsam in einem Klassenverband und behält diesen auch bei. Das ist sozusagen die Heimat der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Über diesen Klassenverband hinaus gibt es einzelne Fächer, die auf unterschiedlichen Leistungsniveaus in Kursen unterrichtet werden."

Wenn sich Eltern mit den Zielen der Gesamtschule intensiv beschäftigt haben, "dann melden sie die Kinder aus Überzeugung bei uns an." Seit 15 Jahren gibt es die Möglichkeit, das Abitur zu machen - und zwar im Verbund mit weiteren Gesamtschülern aus Neunkirchen und Schiffweiler, die zusammen mit den Bexbachern eine Klasse bilden und derzeit in den Räumen der Gesamtschule in Neunkirchen unterrichtet werden. 180 junge Leute sind es insgesamt, die derzeit die Oberstufe besuchen, darunter 80 aus Bexbach.

Beim Abitur handele es sich, um das saarländische Zentralabitur, "Prüfungsfächer sind Mathematik, Deutsch, eine Fremdsprache, dazu ein viertes Fach", erläutert Gaby Schwartz. Die Oberstufe der Gesamtschule ist durchlässig: Junge Leute von anderen Schulen können dorthin wechseln, aber Gesamtschüler können auch an andere Oberstufen-Gymnasien wechseln.

"Obwohl uns das wehtut", gibt Gaby Schwartz zu, "wir kümmern uns intensiv um unsere jungen Leute, da ist es für uns natürlich schön, dass sie bis zum Abschluss bei uns bleiben." Die Gründe für einen Wechsel liegen oft gar nicht im schulischen Bereich, weiß die Schulleiterin: "Es genügt, dass eine Buslinie gekappt wird, und schon orientieren sich die Jugendlichen um." Deshalb plant sie, die Oberstufen-Klasse 11 künftig womöglich in Bexbach anzudocken, damit die Schüler vorerst nicht nach Neunkirchen fahren müssen.

Die Gesamtschule bietet natürlich auch Nachmittagsbetreuung bis 16.30 Uhr an, das Essen liefert die Kantine der Firma Michelin, Träger ist die Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung des Saarpfalz-Kreises. Es werden zunächst die Hausaufgaben gemacht, dann folgen Sport-, Spiel- und Zirkusangebote. 160 Kinder nehmen derzeit an den Nachmittagsangeboten teil, insgesamt besuchen 690 Kinder die Gesamtschule, darunter über 100 aus Kirkel und Limbach, rund 150 aus Neunkirchen.

Viel Wert legt Gaby Schwartz auf das soziale Miteinander an ihrer Schule, auf Gemeinsamkeit und gegenseitige Hilfe. Damit hat die Schule schon viele Preise gewonnen. Das möchte Gaby Schwartz an den Schnuppertagen auch verdeutlichen: "Die Kinder stehen bei uns im Mittelpunkt, wir nehmen sie sofort in unseren Kreis auf und hören ganz genau zu, was sie von ihrer künftigen Schule erwarten." Nicht selten komme dabei etwas heraus, "das erfreulicherweise unserem Konzept Gesamtschule entspricht."

Auf einen Blick

Anmeldungen werden von Dienstag, 15., bis einschließlich Dienstag, 22. Februar, zwischen acht und 13 Uhr (auch samstags) im Sekretariat der Schule entgegengenommen. Für die Klassenstufe 5 können nur Kinder angemeldet werden, die im laufenden Schuljahr die Klasse vier der Grundschule besuchen. Bei der Anmeldung sind vorzulegen: eine Geburtsurkunde oder das Familienstammbuch, das Original des Halbjahreszeugnisses der vierten Klasse mit integriertem Original des Entwicklungsberichtes der Grundschule. red