Nach 43 Jahren an der Spitze

Oberbexbach. Karl-Heinz Omlor steht nicht mehr an der Spitze des Gesangvereins Liedertafel Oberbexbach. Man braucht einen Moment, um sich an den Gedanken zu gewöhnen - Omlor und die Liedertafel sind zwei Begriffe, die zusammengehören: 43 Jahre stand der gebürtige Oberbexbacher auf der Kommandobrücke des Vereins, jetzt hat er die Verantwortung in jüngere Hände gelegt

Oberbexbach. Karl-Heinz Omlor steht nicht mehr an der Spitze des Gesangvereins Liedertafel Oberbexbach. Man braucht einen Moment, um sich an den Gedanken zu gewöhnen - Omlor und die Liedertafel sind zwei Begriffe, die zusammengehören: 43 Jahre stand der gebürtige Oberbexbacher auf der Kommandobrücke des Vereins, jetzt hat er die Verantwortung in jüngere Hände gelegt.Der 72-Jährige ist gelernter Dreher, hat aber im kaufmännischen Bereich gearbeitet, als Gebietsleiter eines großen Kaffee-Herstellers und beim größten privaten saarländischen Entsorger. Omlor ist verheiratet, hat eine Tochter. Es versteht sich von selbst, dass beide auch singen. Der Gesang hat sein Leben bestimmt, er kam schon früh dazu: "1952 war das Freizeitangebot noch nicht sehr groß. Als Mitglied des Gesangvereins kam man mal aus dem Ort raus. Außerdem war die ganze Verwandtschaft in dem Verein", erzählte Omlor beim Besuch der Homburger SZ-Redaktion. Er habe von Natur aus stets gerne gesungen, "und das Singen hatte früher einen anderen Stellenwert, als heute, das muss man klar und deutlich sagen".Es wäre sein Wunsch, dass der Gesang wieder zunimmt und dass dieses Hobby der Gesellschaft erhalten bleibt." Der erfahrene Vereins- und Verbandsfunktionär kennt natürlich die Probleme der Gesangvereine: "Es gibt immer weniger Chöre, die Chöre werden immer älter, Jugendliche finden nicht den Weg zum Gesang, werden aber auch nicht genug herangeführt." Die Zahl der Mitglieder der Liedertafel ist mittlerweile um die Hälfte zurückgegangen. "Bedingt durch die vier Chöre, die wir mittlerweile haben, hat sich aber die Zahl der Aktiven erhöht."

Was müsste passieren? "Wir brauchen mehr Jugendliche im Verein, keine Frage, das ist aber nicht das Allheilmittel. Man müsste der Jugend den Gesang als Freizeitbeschäftigung viel früher vermitteln, das sollte schon im Kindergarten anfangen mit Atem-Übungen. Die Älteren müssten etwas mehr Verständnis für die Jungen haben - und umgekehrt." Seiner Ansicht nach sollte das Kultusministerium mehr Musiklehrer einsetzen, "möglichst mit Chorleiter-Ausbildung".

Das frischgebackene Ehrenmitglied der Liedertafel wird natürlich weiter singen. Omlor hat seine Erfahrung dem neuen Vorstand angeboten. "Ich werde aber keine Kritik üben an dem, was die neue Vorstandschaft macht", hat sich der erfahrene Kommunalpolitiker vorgenommen. Omlor ist seit 1975 CDU-Mitglied und heute noch Organisationsleiter des Stadtverbands Bexbach.

Des Sängers Lieblingschöre sind "Männerchöre, die auch Liedgut, das ein kleiner Chor nicht aufführen kann, zum Vortrag bringen können. Seine bevorzugte Chorliteratur kommt von Friedrich Silcher. Und wo würde er am liebsten mal auftreten? Omlor zögert keine Sekunde: "In der Semper-Oper in Dresden."

Zur Person

Karl-Heinz Omlor stand 43 Jahre lang an der Spitze des Gesangvereins Liedertafel Oberbexbach. Der 72-jährige gebürtige Oberbexbacher ist verheiratet, hat eine Tochter. Omlor ist seit 1952 dem Gesang verbunden, als aktiver Sänger und Funktionär auch auf Landesebene. rs