Mit dem Bus auf "Zegge-Tour"

Oberwürzbach/Bexbach/Homburg. Es ist Samstagabend, 19.40 Uhr: In der Oberwürzbacher Gaststätte "Zum Dorfbrunnen" finden sich nach und nach die Damen des Frauenelferrats des KVO "Die Maulesel" ein. Auch Thomas Oster, der Hauptakteur des Abends, ist bereits anwesend

Oberwürzbach/Bexbach/Homburg. Es ist Samstagabend, 19.40 Uhr: In der Oberwürzbacher Gaststätte "Zum Dorfbrunnen" finden sich nach und nach die Damen des Frauenelferrats des KVO "Die Maulesel" ein. Auch Thomas Oster, der Hauptakteur des Abends, ist bereits anwesend. Er trägt Tarnfarben - eine Mischung aus Jäger, Angler und "saarlännischer Heggekraxler", wie er selbst sagt. Mit ihm machen sich an dem Samstagabend 15 Schlachtenbummler auf den Weg durch die Narrhallas. Oster hat extra einen 16er Bus gemietet, damit alle mit auf die "Zegge-Tour 09" gehen können. Thomas Oster ist ein alter Hase in der Bütt, als Sitzungspräsident der Maulesel liefert er schließlich immer selbst einen Beitrag. Noch am Nachmittag hat er seine zwei Reden, die er zum Besten geben wird, auf das jeweilige Publikum modifiziert. Und trotzdem ist er jetzt nervös: "Wenn nur der Bus endlich komme würd'", versucht er sein Lampenfieber zu überspielen. Und dann ist er endlich da: Busfahrer Karl-Heinz lädt alle Faasebooze ein und die Reise beginnt. Im Bus stellt sich raus, dass die Mädels vom Frauenelferrat nichts dem Zufall überlassen haben: Sie haben für Proviant gesorgt. Als wäre auf dem Weg zum St. Ingberter Hobels schon mal jemand verhungert, werden Schnittchen, Lyoner, Fleischküchlein, Käsespieße und noch viel mehr rumgereicht. Auch Sekt und Hochprozentiges macht die Runde. Die beiden einzigen männlichen Mitfahrer haben für Flüssignahrung in Form von Flaschenbier gesorgt. Die Stimmung ist jetzt schon klasse. Thomas Oster ist allerdings noch nicht so richtig zum Feiern zu Mute. Kurz nach acht trifft die Gruppe bei der "Howwelser Faasenacht" ein. Die Pfarreifastnacht ist schon in vollem Gange. Thomas Oster ist der erste Büttenredner. Aufgeregt? Von Lampenfieber keine Spur mehr. Routiniert spult Oster sein Programm ab: "Lyoner, Weck unn Bier", eine Mitmachrede, ist hier angesagt. Das Publikum tobt, Oster kriegt einen "nahrhaften" Narrenorden und eine Rakete, setzt noch drei Bäckerei-Witze drauf und die erste Schlacht ist geschlagen. Thomas Oster sammelt seine Schlachtenbummler zusammen, bläst zum Aufbruch. "Ein besseres Publikum kann man sich nicht wünschen", freut er sich über den tollen Auftakt und kann im Bus auf dem Weg nach Bexbach endlich mit Genuss ein Bierchen trinken. In den hinteren Reihen werden jetzt sogar Cocktails gemixt. Bei der "Blätsch-Gala 2009" wartet ein vollkommen anderes Publikum. Nach der gemütlichen Pfarreifastnacht bietet die vollbesetzte Höcherberghalle ein absolutes Kontrastprogramm. Hier gibt Oster den "Zeggezüchter". Auch hier geht das Publikum super mit. Auftritt geschafft, eine Magnum-Flasche Sekt als Dankeschön und ab in den Bus zur nächsten Sitzung. Eine gute Stunde Saalfastnacht macht hungrig: also wird im Bus wieder gefuttert. Letzter Auftritt ist im Homburger Saalbau. Als der Trupp um 22.45 Uhr dort ankommt, ist die Homburger Narrenzunft schon mehr als 40 Minuten im Verzug. "Das geht net", meldet sich Thomas Oster zu Wort. Er ist der einzige auswärtige Redner an dem Abend und will mit seinen Leuten ja noch ein bisschen weiterziehen. "Do misse ihr mich irgendwo dezwischefligge", fordert er. Gesagt, getan! Auch hier bringt Oster seine Rede von "Lyoner, Weck unn Bier" und erntet tosenden Beifall und Schulterklopfen vom Publikum. "So, jetzt hammer bissje Luft", bemerkt Oster. "Jetzt fahre ma no Ommerschom. Unn dort mache ma de Absacker." Alle Anspannung ist verflogen. Immerhin sind jetzt alle Reden gehalten - und auch einige Fläschchen Gerstensaft geleert. Jetzt folgt nur noch ein Freundschaftsbesuch. Doch bei der Ankunft um halb eins in der Saarpfalz-Halle bleibt die überraschte Feststellung: "Die Sackschisser sinn jo schon fertig." Alle sind zufrieden mit der Rundreise und "die Auftritte waren durchweg gut." Um zwei Uhr in Oberwürzbach zurückdenken die Schlachtenbummler schon über einen größeren Bus für nächstes Jahr nach. "Do misse ihr mich irgendwo dezwische-fligge."Thomas Oster, Büttenredner auf Tour