Kulturverein in Oberbexbach fördert Kinder und Jugendliche

Kultur am Höcherberg : „Die Kunterbunten“ zeigen ihre Welt

Derzeit bereiten die Kinder und Jugendlichen die kommende Saison vor. Musicals sind ein wichtiges Standbein.

Vor einigen Tagen bot eine Musical-Vorführung des Oberbexbacher Vereins „Die Kunterbunten“ einen guten Einblick in einen ganz besonderen Teil der Kultur- und Jugendarbeitarbeit am Höcherberg. Im protestantischen Gemeindehaus in Bexbach präsentierte präsentierten Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter der Titel „Zeig mir Deine Welt ...“ gemeinsam ein biografisches Szenen-Stück mit Theater-Elementen und Musik – kurz: Ein ganz besonderes Musical.

Und genau diese Aufführung bot die geeignete Gelegenheit, sich mit der Arbeit des Vereins einmal näher zu befassen. Erster Ansprechpartner war da natürlich der Vereinsvorsitzende Lothar Gründemann. „Die Kunterbunten sind eine Jugendgruppe, die eigentlich singt und Theater spielt. Das haben wir miteinander verbunden und machen deswegen überwiegend Musicals.“ Entstanden seien „Die Kunterbunten“ aus einer Projektgruppe der evangelischen Kirche, „und dann haben wir uns vor vier Jahren als eigenständiger Verein gegründet“. Einmal pro Jahr trete man mit einer Produktion auf, so Gründemann, in diesem Jahr eben mit dem Stück „Zeig mir Deine Welt...“, das die Gruppe selbst entwickelt habe. „Die Kinder haben die Ideen geliefert und unsere künstlerische Leiterin Anke Schuck hat das in ein Stück umgesetzt.“

Auch im Jahresprogramm der „Kunterbunten“: eine Spiele- und Probefreizeit, „immer über ein Wochenende, da fahren eigentlich immer alle mit“. 30 Mitglieder habe der Verein, „derzeit sind acht Kinder und vier Jugendlichen und Erwachsene aktiv auf der Bühne“.

Nun, in den Herbstferien, ist probefreie Zeit. „Aber danach starten wir in die neue Saison. Und das ist der ideale Zeit für Kinder, die gerne singen und schauspielern, sich bei uns zu melden, am besten direkt bei unserer künstlerischen Leiterin Anke Schuck“, so GründemannIm vergangenen Jahr präsentierten „Die Kunterbunten“ in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe „Fibrosen“ aus Einöd und Kindern der Musical AG der Freiwillgen Ganztagsschule der Galileo-Schule Bexbach das Musical „Die rote Zora“. Im Jahr zuvor hatte die Nachwuchs-Theatertruppe das Stück „Top Secret Spezialagentinnen“ auf die Bühnenbretter des evangelischen Gemeindezentrums gebracht - solche Jahres-Projekte sind es, die die Vereinsarbeit im Kern ausmachen.

Auf der Internetseite des Vereins unter „www.diekunterbuntenoberbexbach.de“ erfährt man zusätzlich einiges über die Hintergründe und Zielsetzungen des Kulturvereins: „Wir erarbeiten auf theaterpädagogischen Wegen, was wir in unseren Stücken spielen können. Dazu gibt es Spiele, die auf einfache Art ein Theater- oder Musical-Stück entstehen lassen. Es gibt in der Theaterpädagogik jedoch auch noch viele spielerische Möglichkeiten, Techniken des Schauspiels zu entdecken, die Mut machen auf der Bühne zu stehen.“ So mache selbstbewusst. „Wie auch der Weg des Singens. Singen befreit, bietet in der Gemeinschaft Zusammenhalt, Spaß, die Stimme auf verschiedenen Ebenen kennenzulernen. Von Klassik, Rock, Pop, Rap, Hip-Hop, Jazz oder Blues alles ist bei uns möglich. Dazu kommt, dass es Abwechslung und Belebung in eine Aufführung bringt.“ Das klar formulierte Ziel: „Wir fördern mit unserer Arbeit das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl unserer Aktiven.“

Wie diese augenscheinlich erfolgreiche Förderung aussieht, das konnte man eben live vor einigen Tagen erleben. Die 2019-er Produktion „Zeig mir Deine Welt ...“ lieferte mit seinem autobiografischen Ansatz „Was habe ich bisher erlebt … was hat mir bis jetzt in meinem Leben gefallen … was hat mich geprägt … was mach ich gerne“ einen Einblick die Welt derer, die dort auf der Bühne des Gemeindezentrums standen.

Anke Schuck hatte rund um die Spielszenen dabei ein abwechslungsreiches Musikkleid gewoben, von eher kinderlied-orientierten Werken wie „Ich kenn ein Haus“ von Rolf Zuckowski und „Flip, Flap Zauberei“ von Mai Cocopelli über bekannte aktuelle Smash-Hits wie „Happy“ von Pharell Williams, „Sowieso“ von Mark Forster und „Let me down slowly“ von Alec Benjamin bis hin zu Klassik wie „Für Elise“ von Beethoven oder einer Jazzimprovisation.

Und dieses Programm bewies ohne Mühe, dass man mit der künstlerischen Ausrichtung bei der Entwicklung der Musicals ganz nah am Puls der Zeit ist – ohne dabei Anspruch außer Acht zu lassen. Im Mix mit den eigentlichen schauspielerischen Präsentationsformen entwickelte sich ein Nachmittag voller Überraschungen, zum Hören und zum Sehen.

Und vor diesem Hintergrund darf man gespannt sein, was „Die Kunterbunten“ aus Oberbexbach nach Ende der Herbstferien und damit mit Beginn der neuen Saison dann im kommenden Jahr auf die Bühne zaubern werden – hörens- und sehenswert wird es wohl auf jeden Fall, wie zu vermuten ist.

Mehr von Saarbrücker Zeitung