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Konzert anlässlich des Geburtstages des Bahnhofs Bexbach

Jubiläumskonzert : Zum Jubiläum fuhr auch der Sonderzug nach Pankow ein

Der Bahnhof Bexbach wird 170. Aus diesem Grund luden die Modellbahnfreunde zu einem begeisternden Konzert mit Nino Deda und Michael Marx.

Ein voll besetzter Saal, am Ende Ovationen und eine Ministerin, die sich die Feier mit der tollen Musik nicht entgehen ließ: Bei dem von den Modellbahnfreunden Bexbach organisierten Jubiläum des Bexbacher Bahnhofs, dieser wurde 170 Jahre alt, wurde alles richtig gemacht.

Dabei hätte das Konzert mit Nino Deda und Michael Marx eigentlich bereits im neu umgestalteten Bahnhofsgebäude stattfinden sollen. Doch man ist da einfach noch nicht so weit, zwei bis drei Monate werde es noch dauern, meinte der Schriftführer der Modellbahnfreunde, Dieter Durrang. Also mussten die Modellbahnfreunde in den protestantischen Gemeindesaal umziehen, der mit 180 Zuschauern ausverkauft war.

Auch wenn Wirtschafts- und Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) beim Festakt anwesend war, stahl Marx’ Enkelin Paula ihr die Show als Hauptperson. Der Musiker hatte es mit einer gewissen Vorahnung schon angekündigt, dass die noch ganz junge Tochter seines Sohnes sich wohl bald zu Wort melden werde. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis aus der rechten hinteren Ecke ab und zu „Opa“ und anderes gerufen wurde. Das erheiterte die Zuhörer, vor allem aber den stolzen Großvater auf der Bühne. „Die ist natürlich völlig begeistert vom Opa – das kann ich verstehen“, meinte Marx.

Der Gitarrist und Sänger spielte mit seinem langjährigen musikalischen Partner Nino Deda (Akkordeon, Piano und zweite Stimme) ein wunderbar gemischtes Programm. Mit dem Titel „Balkan, Bach und Tango“ wäre man ja schon breit genug aufgestellt gewesen. Dazwischen schlichen sich aber auch Sting, Carole King und die Beatles ins Repertoire. Außerdem spielten irische Traditionals eine große Rolle. Damit das Thema Eisenbahn gewürdigt wurde, ließ Marx den „Sonderzug nach Pankow“ von Udo Lindenberg fast im Original-Timbre erklingen.

Für den Balkan war der gebürtige Albaner Deda zuständig mit seinen furiosen Kompositionen voller Pfeffer. Die Stücke von Johann Sebastian Bach, Invention a-Moll und Sinfonia, wurden von den beiden speziell für diese Duo-Formation umarrangiert. Da wurde auch mal ein kleiner Flamenco-Part für die Improvisation mit eingebaut, was dem großen Meister des Barock einen folkloristischen Anstrich gab. Die Stimmung im Saal stieg gegen Ende immer mehr an, gerade nach einem bretonischen Folksong, der wild wie die Atlantikbrandung über die Menge schwappte. Auch die anschließende Deda-Komposition „Balkan Klezmer“ brachte die Zuhörer zum Jubeln.

Beim letzten Stück wandte sich Marx wieder „seinem Freund Sting“ zu. Nun gut, Sting kenne ihn nicht, er aber ihn. Das sphärische „Fragile“ begeisterte abermals, zur Zugabe erklang noch Elton Johns Liebeslied „Your Song“, danach erhoben sich die Zuhörer von den Stühlen zum Applaudieren.

Vor und während des Konzerts kamen die Festredner zu Wort. „Wir können stolz auf diesen Bahnhof sein, weil er Ausdruck der Leistungsfähigkeit und der Geschichte unseres Landes ist“, sagte Landrat Theophil Gallo, der einen kurzen Abriss über die Geschichte des Gebäudes und der Strecke gab. Am 26. August 1849 habe es den ersten Fahrplan der Pfälzischen Ludwigsbahn gegeben, die ja deswegen gebaut wurde, damit Bayern und die Pfalz mit Kohle beliefert werden konnten. Heute wollten die Modellbahnfreunde mithelfen, dem neu gestalteten Kulturbahnhof Leben einzuhauchen, so Durrang.

Ministerin Rehlinger gratulierte dem Verein zu der Art der Feier: „Das ist ein wunderbarer, unterhaltsamer Abend.“ Das Publikum habe es mit zwei Musikern zu tun, die nicht nur die Noten lesen könnten, sondern mit großer Leidenschaft ihrem Tun nachgingen. „Nicht nur die Enkelin ist begeistert, wir alle sind begeistert.“ Durrang dankte der Ministerin, verband das aber mit einem weiteren Wunsch: „Im Saarland fahren Züge mit dem Namen verschiedener Orte und Städte. Nur nach Bexbach, der Stadt mit dem ältesten Bahnhof im Land, ist kein Zug benannt. Vielleicht ist es Ihnen möglich, sich an den entsprechenden Stellen dafür einzusetzen.“