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Kabarett schreibt die besten Liebesgeschichten

Kabarett schreibt die besten Liebesgeschichten

Die Comedy-Urgesteine Helene Rauber und Willi Fries traten in ihren Paraderollen auf. Neu dabei: Karl Wilhelm Hühnerfeld.

Drei saarländische Comedians, die weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt sind, hatten sich kürzlich im Oberbexbacher Volkshaus angesagt. De Schorsch, es Julanda und sei Neijer, de Karl Wilhelm, machten mit ihrem neuesten Kabarett-Programm hier Station. Zur Freude der Stadt Bexbach, die in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Verkehrsverein die Veranstaltung präsentierte, konnte man an diesem Tag mehr als 200 Zuschauer begrüßen.

Schorsch Seitz, gekleidet mit rotem Jackett, Zebrastreifenrevers und schwarzem Hut, die Gitarre umgehängt, betrat die Bühne. In der hinteren Reihe fragte ein älterer Mann seinen Nachbarn mit unüberhörbarer Stimme: "Ist das do der Udo Lindenberg?" Und schon gab es den ersten Lacher des Abends, ohne dass Schorsch in die Saiten seiner Gitarre gegriffen hatte. Dann eröffnete Seitz mit seinen saarländischen Liedern das zweistündige Programm. Bei dem Lied "Mir hann gespielt am liebschde nur im Dreck" wurde gleich mitgeklatscht und für Stimmung im Hause gesorgt.

Julanda Jochnachel will ihr Leben noch einmal mit einem Neuen neu beginnen. Da war sie dankbar, dass sie von Schorsch einen Tipp bekam. "Ich hätt do vielleicht enner für Dich, der is Escortman un is ein begnadeter Tänzer, der im Tanzcafé in Quirschd schon manch flotte Sohle aufs Parkett gelegt hat." Julanda Jochnachel meinte: "Ich kann ma ne mol angugge, das koschd jo nix." Der schöne Mann von Seite eins betrat im kleinkarierten Pfeffer-und-Salz-Anzug die Bühne. Als Karl Wilhelm Hühnerfeld aus seinem turbulenten Leben erzählte, war Julanda schon ganz angetan. Karl Wilhelm protzte mit "ich war mit Kommissar Palü und mit dem in Bexbach bestens bekannten Heinz Becker um die Häuser gezogen".

Ein Feuerwerk an komödiantischen Wortspielereien zündeten die Urgesteine des saarländischen Kabaretts, Helene Rauber und Willi Fries. Jetzt stellte sich für die beiden die Frage: Will der was von mir, oder will ich was von ihr? Eine Welle voller Ironie und Wortwitz traf bei dem ersten Date mit voller Wucht auf die Lachmuskeln des Publikums. Ob Amors Pfeil die beiden trifft, steht noch in den Sternen. Julanda meinte: "Ach aangugge kann ma ne schon, unn wenn die Chemie stimmt, warum nedd, unn ich kennt's jo emol probiere. Und Julanda Jochnachel-Hühnerfeld klingt auch besser wie Leuthäuser-Schnarrenberger."

Viola Ruffing aus Bexbach kennt die Julanda schon seit über einem Jahrzehnt und war vom "Neuen" angenehm überrascht. Gabi Schmidt aus Frankenholz, die den "Alten" von Julanda kannte, war ganz gespannt auf den eventuell "Neuen". Aber alles Gute im Leben braucht seine Zeit. Beide sind gespannt: Kommt es wirklich zu einer neuen saarländischen "Comedy Love Story"?