Investition in die Zukunft

Ende Juni beginnt der Entsorgungsverband Saar (EVS) mit dem Anschluss von Kleinottweiler an die Kläranlage in Limbach. Die Vorbereitungen für den Bau eines Pumpwerks und eines Regenüberlaufbeckens haben bereits begonnen. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro.

Die aus dem Jahr 1970 stammende Kläranlage Kleinottweiler ist dringend sanierungsbedürftig (wir berichteten). Die Sanierung entspräche annähernd einem Neubau. Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus hat sich der Entsorgungsverband Saar (EVS) daher entschlossen, die Abwässer aus Kleinottweiler künftig über eine bereits gebaute Druckleitung zur Kläranlage Limbach zuzuleiten, wo sie gereinigt werden. Wie Marianne Lehmann, Öffentlichkeitschefin beim Entsorgungsverband, erklärte, beginnt der EVS nun Ende Juni mit einem weiteren Bauabschnitt zum Anschluss von Kleinottweiler an die Kläranlage Limbach: Auf dem Gelände der Kläranlage werden ein neues Pumpwerk und ein Regenüberlaufbecken errichtet.

Lehmann weiter: "Das neue Pumpwerk, dem ein Grobrechen und ein Sandfang vorgeschaltet werden, wird 60 Liter Abwasser pro Sekunde zur Kläranlage Limbach fördern können. Das neue in unmittelbarer Nähe zum Pumpwerk gelegene Regenüberlaufbecken wird mit einem Stauvolumen von 900 Kubikmetern auch bei Starkregen mehr Sicherheit für den Feilbach bringen."

Der EVS investiert rund 2, 6 Millionen Euro in das gesamte Maßnahmenpaket, das nach den bisherigen Planungen Anfang 2018 abgeschlossen sein soll. In einem letzten Bauabschnitt, der im ersten Halbjahr 2018 beginnen soll, werden die alte Kläranlage zurückgebaut und das Gelände renaturiert. Hier will der EVS weitere rund 500 000 Euro investieren. Der EVS weist die Bürger bereits jetzt auf die mit den anstehenden Arbeiten eventuell verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen und Lärmbelästigungen hin.

"Kläranlagen können nur eine bestimmte Menge an Schmutzwasser und Regenwasser bewältigen. Da bei Starkregen jedoch der Regenwasserabfluss bis zum Tausendfachen des Schmutzwasserabflusses ausmachen kann, ist eine Begrenzung des Kläranlagen-Zuflusses notwendig", erklärt Projektleiter Frank Kaufmann, der für diese Maßnahme zuständig ist. Hierzu diene in einem ersten Schritt der Regenüberlauf, der den Kanal hydraulisch entlastet, indem bei Regen ein Vielfaches der normalen Mischwassermenge Richtung Kläranlage weitergeleitet wird. Durch die Weiterleitung des Mischwassers sei gewährleistet, dass es bei kleineren Niederschlägen nicht zu Abschlägen in das Gewässer komme. Kaufmann: "Das bei Starkregen ins Gewässer abgegebene Mischwasser ist so stark verdünnt, dass eine Einleitung absolut unkritisch ist. Da der Zufluss unmittelbar vor der Kläranlage begrenzt werden muss, wird spätestens hier eine weitere Drosselung erforderlich. Diese wiederum wird durch ein Regenüberlaufbecken bewirkt, das nicht nur über einen Überlauf, sondern auch über ein hohes Speichervolumen verfügt."

Das hier gespeicherte Abwasser werde nach Abklingen des Regenereignisses mit Hilfe einer Abflusssteuerung dosiert über den Hauptsammler in Richtung Kläranlage abgegeben.

evs.de

kirkel.de

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat bis 2018 noch einige Projekte weitere Projekte in der Planung. In diesen Tagen errichtet der EVS ein Pumpwerks mit Regenüberlaufbecken (900 Kubikmeter) auf der alten Kläranlage Kleinottweiler. Ende soll das erste Quartal 2018 sein. In Altstadt wird ein Regenüberlaufbecken mit einem Staukanal von 80 Metern Länge gebaut. Baubeginn ist ab 2017. Die Kosten betragen rund 1,7 Millionen Euro . Geplante Bauzeit sind 18 Monate.

Ein hochmodernes Teil des Stahlgerüsts im so genannten Kombibecken wird derzeit in die Limbacher Kläranlage für den Anschluss aus Kleinottweiler installiert. Foto: EVS Foto: EVS
Eine Sanierung der vor über 40 Jahren gebauten Kläranlage Kleinottweiler ist nach Expertenangaben unwirtschaftlich. Deshalb wird sie an Limbach angeschlossen. Foto: EVS Foto: EVS

Auf der Kläranlage Limbach (Baubeginn 2014) stehen bis 2018 auf dem EVS-Plan der Bau eines Regenüberlaufbeckens mit 1300 Kubikmeter Volumen und der Neubau eines Zulaufpumpwerks mit mechanischer Abwasserreinigung plus Vorklärung; hinzu kommt ein drittes Belebungsbecken und Nachklärung sowie ein Schlammstapelbehälter, ein Werkstattgebäude, ein Schacht und Biofilter. Die Erweiterung der Gebläsestation, der Leitwarte und ein Regenwetterpumpwerk gehören auch zur Maßnahme, die rund 9,5 Millionen Euro kosten soll. Mit einem Millionen schweren Investitionsvolumensteht neben dem Limbacher Projekt auch den Hauptsammlerbau in Kirrberg auf der Agenda. Zudem wird ein Regenüberlaufbecken in Oberbexbach-Hochwiesmühle gebaut.