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Gesundheitsamt im Saarpfalz-Kreis unter Druck

Gesundheitsamt unter Druck : Infektionen aus privatem Umfeld

Landrat Gallo: „Wir halten Schritt, Kontakte können alle nachverfolgt werden.“

Im Saarpfalz-Kreis sind am Donnerstag an mehreren Schulen Corona-Infektionen aufgetreten. Betroffen sind in Homburg das Saarpfalz-Gymnasium  und das BBZ Homburg, Paul-Weber-Schule (wir berichteten). Aus den Kontaktnachverfolgung sowohl in Homburg als auch in St. Ingbert ging hervor, dass die Neuinfektionen sich nicht auf Auslandsrückkehrer zurückführen lassen. „Die Infektionen gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Kontakten von Haushaltsmitgliedern, im privaten und im schulischen Umfeld hervor,“ so die Information aus dem Landratsamt.

Jetzt bleibt noch zu klären, wie viele der 243 Verdachtsfälle tatsächlich eine COVID-19-Infektion vorweisen. Bereits am Montag, 5. Oktober, wurde ein Schüler der Klassenstufe 12 des St. Ingberter BBZ positiv auf Corona getestet, 18 Mitschüler und drei Lehrkräfte mussten in Quarantäne. Die Testergebnisse dieses Falls liegen nun vor – und sie sind ernüchternd. Acht Schüler und zwei Lehrer haben sich mit dem Corona-Virus infiziert, also knapp die Hälfte aller Kontaktpersonen. Die Testergebnisse der neuerlichen Fälle, unter anderem in Homburg, stehen noch aus, sie wurden mehrheitlich am Freitag durchgeführt, weitere sind für kommende Woche geplant.

Derzeit sind im Saarpfalz-Kreis 39 Mitarbeiter „mit der Corona-Thematik in unterschiedlichen Aufgabenfeldern befasst“, teilt das Gesundheitsamt weiter mit. Testteams würden situativ gebildet und eingesetzt. Häusliche Abstriche werden nur in besonderen Situationen gemacht, im Normalfall müssen sich Kontaktpersonen zur Abstrichstation in der Nähe der Kreisverwaltung begeben. Alternativ kann ein Termin in den Schulen oder Kitas angeboten werden. Nach Angaben von Landrat Theophil Gallo (SPD) werde externe Hilfe von der Bundeswehr angefordert. Der interne Krisenstab komme lageabhängig zusammen.

Nach Aussage von Landrat Gallo arbeite das Team des Gesundheitsamtes nach wie vor verlässlich und routiniert. Es gelinge derzeit, mit der Kontaktnachverfolgung Schritt zu halten. Aufgrund der steigenden Fallzahlen werde  jedoch eine Unterstützung durch das bereits geschulte Verwaltungspersonal notwendig. Zum Einsatz kommen zunächst zehn Mitarbeiter, die sowohl in der Kontaktnachverfolgung als auch an der Corona-Hotline mitarbeiten.

Und hier die Zahlen: Es sind am 9. Oktober neun neue Fälle hinzugekommen (am 7. und 8.10 waren es  jeweils acht), davon sechs in St. Ingbert, einer in Homburg, einer in Kirkel und einer in Blieskastel. Stationär behandelt wird derzeit niemand (gestern noch eine Person), in den Seniorenheimen gibt es keinen Fall. Insgesamt sind derzeit 62 Personen im Kreis mit COVID-19 infiziert, drei sind genesen.