Gemeinsam rechtzeitig vor Ort

Seit längerer Zeit hat Niederbexbach keine eigene Wehr mehr. Bei der jüngsten Übung der Bexbacher Wehr sollte nun auch festgestellt werden, ob dennoch die im Saarland geltende „Eintreffzeit“ eingehalten werden kann, wenn es im Ortsteil brennt. Erfreuliches Ergebnis:Ja.

Ein funktionierender Brandschutz ist für ein ausreichendes Sicherheitsgefühl von Menschen unerlässlich. Kommt die Feuerwehr zur rechten Zeit, wenn es tatsächlich brennt? Sind genug Einsatzkräfte vorhanden, wenn es wirklich darauf ankommt? Das Saarland hat zumindest in Sachen Zeit da eine klare Zahl vorgegeben: Gemäß einer entsprechenden Verwaltungsvorschrift sollen in acht Minuten die ersten Einsatzkräfte nach der Alarmierung vor Ort sein, "Eintreffzeit" ist hier das Stichwort. Durch eine entsprechende Verteilung von Löschbezirken in den Ortsteilen einer Kommune ist das gewährleistet. Doch was passiert, wenn ein Stadt- oder Gemeindebezirk keinen eigenen Löschbezirk mehr hat, obwohl ein eben solcher über Jahrzehnte hinweg zur Struktur der Feuerwehr und damit zu den Einsatzplanungen gehört hat?

Genau das ist in Niederbexbach der Fall, seit längerer Zeit hat der Bexbacher Stadtteil keine eigene Wehr mehr, es fehlte schlicht das Personal (wir berichteten). Das machte den Bürgern von Niederbexbach durchaus Sorge, denn viele hatten durchaus Zweifel, ob der Brandschutz nun noch gewährleistet ist. Der Sorge der Bürger hat man sich im Kreis der Bexbacher Wehrführung und beim Löschbezirk Bexbach-Mitte gewidmet. Schaffen es erste Feuerwehrkräfte, in den gesetzlich geforderten acht Minuten an einen Einsatzort in Niederbexbach? Die Antwort auf diese Frage ist nun gegeben - und sie lautet: Ja. Dieses Ergebnis zumindest brachte kürzlich eine entsprechend umfangreiche und herausfordernde Übung. Für die zeichnete Jürgen Lapre, der Löschbezirksführer von Bexbach-Mitte, verantwortlich. Im Gespräch mit unserer Zeitung verdeutlichte er, welche Besonderheit ein Einsatz in Niederbexbach für die Feuerwehr zusätzlich mit sich bringe. "Der Kirkeler Gemeindebezirk Altstadt unterstützt mit seinem Löschbezirk die Bexbacher Feuerwehr, schon aufgrund der räumlichen Nähe zu Niederbexbach." Da sei es wichtig, mit den Feuerwehrkameraden aus der Nachbargemeinde die funktionierende Zusammenarbeit zu proben.

So ist der Brandschutz in Niederbexbach eine Art von interkommunaler Zusammenarbeit auf Feuerwehr-Ebene - und das über das übliche Maß der Hilfe im Einsatzfall hinaus. Für Uwe Wagner, Kreisbrandinspekteur des Saarpfalz-Kreises, ist dieses Konzept eines institutionalisierten Miteinanders eine Zukunftsperspektive, "denn es funktioniert, der Beweis ist in Niederbexbach erbracht." Seit geraumer Zeit arbeite man an einem Projekt, das die Zukunft der Feuerwehren im Saarpfalz-Kreis im Fokus habe. Man hab hier auch die Verwaltungschefs der Städte und Gemeinden im Auge, "die müssen sich Gedanken machen."

Für Niederbexbach ist das geschehen, hier hat man sich von Rathaus Bexbach zu Rathaus Kirkel verständigt, haben Verwaltung und Wehren entsprechend reagiert, um eine Situation zu bewältigen, die auf Sicht möglicherweise kein Einzelfall sein könnte. Denn wer kann heute sagen, welche Löschbezirke in Zukunft möglicherweise aufgeben müssen. Da ist Niederbexbach ein gutes Beispiel für eine mögliche Lösung. Eben die findet im Ort sichtlich Anklang. Das verdeutlichte Gerald Wagner als derjenige, der für die erste gemeinsame Übung der Löschbezirke aus Bexbach und Kirkel in Niederbexbach sein Anwesen zur Verfügung stellte. "Ich bin hochzufrieden mit dem Verlauf des Übungseinsatzes. Es hat super geklappt, die Einsatzkräfte waren rechtzeitig vor Ort. Ich meine es richtig ernst, wenn ich sage: Wir können stolz sein auf unsere Feuerwehr." Man müsse, so Wagner, wirklich sagen, dass man sich nun als Niederbexbacher wirklich wohler und sicherer fühle. "Das wir das hier erleben durften, ist wirklich super. Besser geht's nicht!"