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Gemeinde mit wechselvoller Geschichte

Gemeinde mit wechselvoller Geschichte

Bexbach. "Für mich als Bürgermeister gilt schon immer, die Stadt hat sechs Töchter unterschiedlicher Art, jede ist mir lieb, findet Gehör und keine möchte ich missen." Bexbachs Bürgermeister Heinz Müller fasst in wenige Worte, was die Stadt am Höcherberg auch auszeichnet: ein reges Leben in den teils ganz unterschiedlichen Stadtteilen

Höchen bildet das "Dach" Bexbachs und ist nicht nur im Winter einen Besuch wert.

Bexbach. "Für mich als Bürgermeister gilt schon immer, die Stadt hat sechs Töchter unterschiedlicher Art, jede ist mir lieb, findet Gehör und keine möchte ich missen." Bexbachs Bürgermeister Heinz Müller fasst in wenige Worte, was die Stadt am Höcherberg auch auszeichnet: ein reges Leben in den teils ganz unterschiedlichen Stadtteilen. Der Verwaltungsreform von 1974 geschuldet, vereint Bexbach heute - wie so viele "Nach 74"-Gemeinden und Städte - über Jahrhunderte gewachsene Strukturen unter einem Verwaltungsdach. Die Bindung, gerade der älteren Bürger an ihre ehemals selbstständigen Kommunen, ist nach wie vor sehr ausgeprägt. Einen Teil dieser Eigenständigkeit hat die damalige Verwaltungsreform den in größeren Verwaltungseinheiten aufgegangenen Gemeinden gelassen, heute sind es Ortsvorsteher und Ortsräte, die mit entscheiden, wenn es um die Weiterentwicklung der Stadtteile geht. Sechs davon vereint Bexbach als Stadt, von Höchen auf der Kuppe des Höcherbergs bis nach Niederbexbach an der Blies reicht das Territorium der Stadt. Georgrafischer Mittelpunkt ist dabei Mittelbexbach. Im Jahr 1219 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, erlebte die Gemeinde eine wechselvolle Geschichte, die, nach unterschiedlichen Staatszugehörigkeiten, zur Selbstständigkeit im Jahr 1950 führt. 1955 wurde aus Mittelbexbach Bexbach, 1970 erhielt der Ort die Stadtrechte. Vom ehemaligen Mittelbexbach reihen sich drei Orte entlang des Höcherbergs: Oberbexbach, Frankenholz und Höchen. Mit etwas über 4500 Einwohnern ist Oberbexbach der zweitgrößte Stadtteil. Mehrfach zwischen ganz unterschiedlichen Verwaltungsstrukturen hin und her geschoben, mal mit Mittelbexbach, mal mit Frankenholz, mal Teil der Großgemeinde Höcherberg, erlangte auch Oberbexbach im Jahr 1950 als Gemeinde die Selbstständigkeit. Die endete, wie für viele andere Kommunen im Saarland auch, im Jahre 1974. Die Geschichte von Frankenholz ist eng mit der Grube Frankenholz verzahnt. In der Blütezeit des Bergbaus von 1881 bis 1959 profitierte die Gemeinde vom Segen des schwarzen Goldes, eine frühe Stromversorgung und ein Krankenhaus waren die signifikanten Zeichen des Fortschritts an diesem Teil des Höcherbergs. Auch Frankenholz' im Jahre 1950 begonnene Selbstständigkeit endete 1974 mit der großen Verwaltungsreform. Hoch über der heutigen Stadt Bexbach thront der Stadtteil Höchen, auch der einer mit einer Grubenvergangenheit, allerdings einer weitaus weniger erfolgreichen. Trotzdem: Der Schacht III der Grube Frankenholz und die Kohlegrube "Consolidiertes Nordfeld" haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Einen etwas anderen Weg als die genanten Stadtteile musste Niederbexbach auf dem Weg zur Gesamtkommune Bexbach zurücklegen: Historisch betrachtet gehörte der Ort über viele Jahr zu Limbach, nur mit einigem Widerwillen fügten sich die Niederbexbacher der Reform von 1974. Auch Kleinottweiler gehörte vor 1974 nicht zum Einzugsbereich Bexbachs, auch hier lagen die historischen Beziehungen in der Nähe zu Limbach begründet. Heute vereint Bexbach also ganz unterschiedliche kommunale Charaktere, die sich immer noch durch ein reges eigenständiges Leben, geprägt von vielfältigen Aktivitäten über alle gesellschaftlichen Strömungen hinweg. Bürgermeister Heinz Müller: "Jeder Stadtteil bringt sich als Teil der Gesamtstadt ein. Sechs Stadtteile mit dem zentralen Ort Bexbach, das ist unsere Stadt." Petra Schäfer lebt gern in Bexbach, weil sie vor 23 Jahren von Neunkirchen hergezogen ist und sich dort zu Hause fühlt. Bildautor: Sebastian Minas (SOL.DE)