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Fintess-Studios in Homburg haben kaum noch Nachfrage

Bald kommt auch hier die Schließung : Kaum Nachfrage nach Fitness-Übungen

Wo körperliche Nähe gefragt ist, steigt auch das Infektionsrisiko. Deshalb dürfte eine Schließung von Fitness-Studios jetzt bevorstehen.

Am Montagmorgen herrschte noch Betrieb in den Homburger Fitness-Studios, soweit man bei maximal 15 Leuten noch von „Betrieb“ sprechen könne, sagt Andrea vom Studio „Smile best“. Denn im Vergleich zum sonstigen Andrang ist das nicht viel.

Kein Wunder, zumal nicht nur die Sauna geschlossen wurde, auch die Kurse wurden schon abgesagt. Wer noch kommt, sind Stammkunden, die ihre Übungen machen. Aber Andrea vermutet, dass damit auch bald Schluss ist: „Wir erwarten noch heute eine Anordnung, dass alle Fitness-Studios geschlossen werden müssen.“

Was die Hygiene angeht, „da sind Fitness-Studios schon immer Vorreiter gewesen“, betont Andrea, „wir haben auch ohne Corona immer Desinfektionsmittel bereit gehalten und Sauberkeit sehr ernst genommen.“ Unterm Strich findet sie es aber richtig, „wenn wir schließen müssen. Man kann nicht mit Angst vor Corona zu uns kommen. Man soll sich bei uns entspannen. Das geht dann nicht mehr.“

Um so erstaunlicher sei es für sie, dass gegenüber, in einem Discounter, sehr viele Leute auf engem Raum den Laden stürmten: „Das dürfte eigentlich nicht sein, wenn man die Vorschriften ernst nimmt.“ Die Kunden sollten die Homepage des Studios beachten, „da geben wir auch Tipps, wie man zuhause fit bleiben kann“.

Videos für zu Hause gibt es auch bei „Herz Fitness“: „So lange wir noch öffnen dürfen, bemühen wir uns, unsere Kunden bestmöglich zu bedienen“, erklärt Juniorchef Philipp Herz, „wir haben unsere ohnehin hohen Hygiene-Standards nochmal hochgefahren, wir desinfizieren alles noch sorgfältiger, überall können sich die Kunden entsprechend bedienen.“ Die Sauna wurde auch hier bereits geschlossen, die Kurse beendet. Nur Stammkunden kämen noch, „aber wir erwarten auch eine baldige Vorgabe zur Schließung. In Berlin und in Nordrhein-Westfalen ist schon alles zu.“

Da bei „Herz Fitness“ auch viele ältere Kunden mit Rückenproblemen vorbeikommen, will Philipp Herz gerade hier einen Schwerpunkt setzen: „Wir haben Trainingspläne erarbeitet, die die Kunden zu Hause auch ohne Geräte machen können. Vor allem unsere Rückenkurse haben wir so umgestellt, dass die Kunden weiterhin ihre Übungen mit Computer-Anleitung machen können.“ Das Durchschnittsalter seiner Kunden liege bei Ende 40, „da ist es verständlich, dass die derzeit lieber zu Hause bleiben.“

 Bei „Lady Fitness“ in Schwarzenbach herrscht noch Betrieb, „allerdings sind das die jüngeren Kundinnen“, erklärt der Inhaber, „die speziellen Wohlfühl- und Fitnesskurse für ältere Damen haben wir abgesagt. Das hätte sich nicht mehr gelohnt.“ Er warte jetzt ab, ob eine Schließung verhängt werde, „dann werden wir alle Kundinnen informieren und ihnen Tipps für Übungen zu Hause mitgeben.“

Bei den übrigen Homburger Studios, die nur wenig oder gar nichts zur derzeitigen Situation sagen wollten, hörte man aber auch, dass sie mit der baldigen Schließung rechnem und die Kundenzahlen drastisch zurückgegangen seien.

Das führt zu wirtschaftlichen Einbußen, die die Inhaberin der Tanzschule Srutek benennt: „Wir sind ein kleines Unternehmen und wir sind darauf angewiesen, dass wir genügend Kunden haben.“ Derzeit ist die Tanzschule geschlossen, „seit Samstag haben wir zu. Wir wollen die Schießung mal bis zum 19. April aufrecht erhalten. Das ist nach den Osterferien. Danach sehen wir weiter, aber danach wird es für uns wirklich eng, sollte es wochenlang so weitergehen, sogar dramatisch.“ Es werde alles getan, um die Kunden bei der Stange zu halten, „wir geben ihnen Videos, damit sie zu Hause Tanzübungen machen können.“

Tanzschulen haben schon seit Ende vergangener Woche geschlossen. Denn Tanzen hat nun mal den Charme, sich besonders nahe zu kommen. Das ist derzeit völlig unangebracht. Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb/Ulrich Perrey

Viele Kurse sollen im Herbst nachgeholt werden, „wenn es sich hoffentlich etwas beruhigt hat“. Ferien habe sie als Chefin nicht, trotz Schließung der Tanzschule: „Es muss so viel umorganisiert und geplant werden, da hat man keine Freizeit.“ Zum Trost in diesen Zeiten finde sie es aber schön, „wenn ich mir vorstelle, dass unsere Kunden zu Hause zu unseren Videos tanzen. Man darf den Kopf nicht hängen lassen. Tanzen ist eine sehr gute Therapie.“