Feuerdrachen macht Lust auf mehr

Um Kinder schon früh für die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr zu begeistern, hat der Löschbezirk Bexbach-Mitte die „Feuerdrachen“ gegründet. Hier werden Kinder ab sechs Jahren spielerisch an das Thema „Feuerwehr“ herangeführt.

Wer heute über freiwillige Feuerwehren spricht, der spricht zwangsläufig über das Ehrenamt in schwierigen Zeiten - und über die Herausforderungen, Nachwuchs zu finden. Kinder haben heute einen dichten Zeitplan: Ganztagsunterricht, Hausaufgaben, Sportverein, ein Musikinstrument lernen.

Das bedeutet für Organisationen wie die Feuerwehren , sich frühzeitig bei Kindern und Eltern ins Gespräch zu bringen. Schon vor einiger Zeit wurde auch deswegen das Eintrittsalter für Kinder in die Jugendfeuerwehr von zehn auf acht Jahre abgesenkt. Im Löschbezirk Bexbach-Mitte geht man jetzt noch einen Schritt weiter. Dort wurden unter der Woche ganz offiziell die "Feuerdrachen" gegründet, als Vorbereitungsgruppe zur Jugendfeuerwehr. Mitmachen können Mädchen und Jungen ab sechs Jahren. Wer nun befürchtet, schon die Kleinsten könnten mit Löschschläuchen Übungsfeuern zu Leibe rücken, der sei beruhigt. Tatsächlich wolle man sich dem Thema Feuerwehr altersgerecht und spielerisch nähern, erklärten Carmen Lapre und Silke Weirich, die beiden Betreuerinnen der neuen Feuerdrachen. "Bei uns stehen Spiel und Spaß im Vordergrund", erläuterte Carmen Lapre.

"Wir werden basteln - und natürlich auch kleine Themen rund um die Feuerwehr behandeln. Wir treffen uns grundsätzlich alle 14 Tage und beginnen mit diesem Rhythmus mit Beginn des neuen Jahres." Jeweils freitags von 17 bis 18 Uhr gehe es dann für die kleinen Feuerdrachen des Löschbezirks Bexbach-Mitte darum, sich auf den Weg zum richtigen Feuerwehrmann oder zur richtigen Feuerwehrfrau zu machen. "Wir freuen uns, dass wir schon elf angemeldete Kinder haben!" 15 Kinder solle die Feuerdrachen-Gruppe maximal umfassen, "einfach damit wir den Kindern gerecht werden können. Denn es bringt uns nichts, wenn wir eine riesen Gruppe haben und uns die einzelnen Kinder dann untergehen", erklärte Carmen Lapre, ihr Mann ist der Löschbezirksführer von Bexbach-Mitte. Zusammen mit ihrer Teamkollegin Silke Weirich seien schon viele gute Ideen entstanden, wie man die Jüngsten im Kreis der Feuerwehr Bexbach-Mitte fordern und fördern könne, "die kann man auch ganz gut mit den Kindern umsetzen."

Wichtig sei, so Lapre, der enge Kontakt mit den Eltern. Auch deswegen beende man das Jahr mit einer Adventsfeier der Feuerdrachen, "weil uns dieser Kontakt mit den Eltern sehr wichtig ist. Es geht nicht darum, die Kinder hier einfach abzugeben und wieder abzuholen, wir wollen nah an den Eltern dran sein."

Aus Sicht der Stadtverwaltung betonte Bürgermeister Thomas Leis als "oberster Feuerwehrmann" Bexbachs die große Bedeutung des Ehrenamtes in der Feuerwehr als Erfüllung einer Pflichtaufgabe jeder Gemeinde. Noch funktioniere das System von "der Bürger schützt sich" selbst ganz gut, aber: "Wir müssen an den Nachwuchs denken. Dafür ist grundsätzlich die Jugendfeuerwehr da." Doch versuche man nun mit dem Vorbereitungsgruppen für die Jugendfeuerwehr noch früher anzusetzen.