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Festliche Prozessionen zum Fronleichnamstag

Festliche Prozessionen zum Fronleichnamstag

Gestern haben sie auf den Straßen und Plätzen in einigen Orten unserer Region wieder den Feiertag geprägt, die Fronleichnamsprozessionen. Mit diesem Hochfest der katholischen Kirche wird die leiblich Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert - deswegen heißt das Fronleichnamsfest auch Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi.

In Bexbach feierten die katholischen Gemeinden St. Martin Bexbach und St. Barbara Oberbexbach gemeinsam diesen Tag, den Auftakt bildete dabei eine heilige Messe in St. Martin, deren liturgische Texte, aber aber auch die inhaltlich Ausgestaltung durch Pfarrer Ulrich Weinkötz, sich auf das Geheimnis der Eucharistie bezogen. Weinkötz sparte dabei nicht an deutlichen Worten zur aktuellen Lage in der Welt und dem darin liegenden Widerspruch zur Lehre Jesu. "Warum müssen eigentlich so viele Kinder vor Hunger sterben, während andere am Überfluss ersticken", stellte Weinkötz eine drängende Frage in den Raum - und baute von dort an eine stabile Brücke hin zum Kern des Fronleichnamsfestes. "Denken wir besonders an die Kinder im Süd-Sudan, in Somalia und auch im Jemen." Weiter gefasst fehlten, so Weinkötz, einer Milliarde Menschen das Notwendigste für den Tag. Die Erde, da war sich der Geistliche sicher, könne alles Menschen ernähren, könne ihnen Brot bringen. Gerade in den reichen Industrieländern würden aber große und fruchtbare Fläche brach liegen gelassen, "um Überproduktion zu vermeiden und die Preise stabil zu halten. Und zugleich überschwemmen wir viele Länder Afrikas mit unseren hochsubventionierten und deshalb billigen Lebensmitteln - und geben dort den Bauern keine Chance ihre Produkte auf dem eigenen, geschweige denn auf dem europäischen Markt anzubieten." Weinkötz verurteilte auch den Ausstieg der USA aus Klimaschutz und beklagte das Streben des Menschen, immer neue Wege der Zerstörung zu entdecken, statt "Leben aufzurichten".

Den Grund für diese gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen fasste Weinkötz so in Worte: "Weil unsere Herzen unterernährt sind!" Auch deswegen sei es wichtig, Jesus Christus als "Brot für die Herzen" in die Straßen und zu den Menschen zu tragen, wie gestern geschehen mit der Fronleichnamsprozession von St. Martin in Bexbach nach St. Barbara in Oberbexbach. "Die Begegnung mit Jesus Christus verwandelt unsere Herzen."