Ein wirklich sinnvolles Angebot Die Biosphäre ist auch für Senioren da

Homburg · Nun gibt es auch spezielle Angebote für ältere Menschen, die die Biosphäre entdecken wollen. Gefördert vom Kreis und der Sparkasse.

 Die Kräuterangebote von Gabriele Geiger dürften bei den Senioren gut ankommen. Es geht um Gesundheit und um verlorenes Wissen von früher. 

Die Kräuterangebote von Gabriele Geiger dürften bei den Senioren gut ankommen. Es geht um Gesundheit und um verlorenes Wissen von früher. 

Foto: Naturpark Saar-Hunsrück/Martina Zipf

Für die Senioren aus der Saarpfalz ist das Unesco-Biosphärenreservat „der Bliesgau“ geblieben. Dort hatte man häufig Verwandte und Bekannte, die hart in der Landwirtschaft arbeiteten. Diese Bekannten wurden in den letzten Kriegsjahren von Kämpfen und Zerstörungen heimgesucht, manche wurden sogar umgesiedelt, sofern sie in der „roten Zone“ wohnten.

Nein, romantisch war am Bliesgau gerade für ältere Leute nicht viel. Man lernte in der Grundschule den Unterschied zwischen Buntsandstein- und Muschelkalk-Böden und machte den obligatorischen Ausflug zum Gollenstein, zur Böckweiler Kirche und sammelte auf den Feldern Ammoniten.

Und heute? Heute ist die Region richtig schick geworden, die Höfe sind nicht mehr arm, sie haben vielmehr Pferde, Esel oder Alpakas, mit denen Touren angeboten werden, das Obst von den Bliesgauwiesen wird zu Apfelsecco verarbeitet, es gibt Öle, Kräuter, Essige, Bio-Eis und sogar Bliesgau-Kosmetik. Die Wanderwege wurden ausgebaut und beschildert, die römischen Spuren aufgewertet, man kann auf der Blies Kanu fahren oder ein Floß bauen, kochen und essen wie die Römer oder sich im Wald einen Stuhl bauen.

Und wie will man diesen wunderbaren Wandel nun älteren Leuten vermitteln? Da trat die Kreissparkasse Saarpfalz auf den Plan, die im Jahr 2008 eine Stiftung gegründet hatte mit dem Ziel, Kultur- und Umwelt-Projekte zu fördern, zum Beispiel unterstützt die Stiftung ein Chor- oder ein Theaterprojekt für Kinder, hilft bei Denkmal- oder der Landschaftspflege. Und nun hat sich die Stiftung entschlossen, das Projekt „Seniorenbegegnung Biosphäre“ zu fördern.

Es gehe darum, „die Biosphäre auch älteren Menschen mit gezielten Angeboten zu vermitteln“, betonte Landrat Theophil Gallo, der als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Saarpfalz und ebenfalls als Vorsteher des Biosphärenzweckverbandes kein Problem habe, „diese beiden Anliegen zu vereinen: die Unterstützung der Stiftung für ein tolles Projekt für ältere Menschen in unserer Region.“

Nun kann man älteren Leuten natürlich die bereits bestehenden Angebote vorlegen, in der Hoffnung, sie würden da schon etwas finden, „aber das wollen wir gerade nicht. Wir haben uns stattdessen überlegt, was gerade ältere Leute interessieren könnte, und so haben die Bildungspartner des Biosphärenreservates ein Senioren-Programm erstellt“, erklärt Susanne Bamberger von der Kreissparkasse.

Da ist einmal Gabriele Geiger vom Marienhof in Einöd, die einen barrierefreien Kräuterspaziergang anbietet, ebenso einen Kräuterkochkurs und einen Kräutermärchennachmittag mit Tee und Gebäck. Sehr gut ankommen dürfte auch ihre Veranstaltung „Plaudereien über Omas Hausmittel“, wo das Wissen aus früheren Zeiten ausgegraben wird. „Die Leute wussten, was ihnen half. Das Wissen ist leider weitgehend verloren gegangen“, so Geiger.

Jutta Klicker bietet einen leicht zu bewältigenden Spaziergang an, dazu steuert sie unterhaltsame Geschichten und Gedichte bei. Er bietet sich für Senioren an, die noch gut in der Lage sind, eine Stunde auf flachen Wegen zu spazieren. Wer dies nicht mehr kann, für den hat sich Jutta Klicker eine „vergnügliche Biosphären-Runde“ ausgedacht, das heißt, sie bringt die Biosphäre quasi mit in Seniorenheime und zu Seniorentreffs.

Viel Mühe hat sich auch Förster Helmut Wolf gegeben, er hat gleich sechs seniorengerechte Angebote ausgearbeitet, darunter Lichtbilder-Vorträge über die Biosphäre mit Musik und einem kleinen Biosphären-Imbiss am Ende. Auch eine Zeitreise in die Waldarbeit in früheren Zeiten ist dabei: Wolf erklärt in einem Vortrag die Bedeutung unserer Waldlandschaft, von den Kelten über die Römer bis zur Gräfin von der Leyen. Auch ein Nachmittag im Biosphären-Bürgergarten in Blieskastel für Senioren ist denkbar, Helmut Wolf erklärt anhand von Bienenstöcken, Insektenhotels und Nistkästen die Bedeutung von Vögeln und Insekten für die Biosphäre.

Interessant ist sicher auch für Senioren, ihr Wissen von früher zu testen: was machte man mit Schlehen, Hagebutten und Früchten von der Eberesche? Wer kennt noch alle Bäume, die bei uns wachsen? Schön sind auch die Großeltern-Enkel-Projekte, die Helmut Wolf begleitet: Werkeln mit Holz“ und „Der Wald bittet zu Tisch“,

Wer sich über alle Seniorenprojekte informieren möchte, kann sich an die Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz wenden, unter Tel. (0 68 41) 100 10 12 oder 100 21 12. Oder direkt an den Biosphären-Zweckverband Bliesgau, Stefanie Lagaly, Tel. (0 68 42) 9 60 09 13