Es gab in Homburg kein Rahmenprogramm zum Trofeo-Rennen.

Außer Radsport nichts gewesen : Außer reinem Radsport fand nicht viel statt in Homburg

Es gab kein Rahmenprogramm zur Trofeo. Die Volksbank hatte sich aus dem Sponsoring zurückgezogen, die Stadt konnte nicht schnell einspringen.

Am Sonntag ging die diesjährige Saarland Trofeo mit dem Erfolg der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zu Ende. Auf dem Weg zu diesem Gesamtsieg mussten sich die deutschen Fahrer auch bei der Homburger Halbetappe am Samstag beweisen. Sportlich scheint da wohl alles so gut wie möglich gelaufen zu sein, zumindest für die deutschen Radler und das Organisationsteam der Trofeo. Auf der Strecke blieb in diesem Jahr allerdings etwas, was in den zurückliegenden Jahren in Homburg das reine Radrennen über das Sportlich hinausgehoben hatte: das Rahmenprogramm auf dem Christian-Weber-Platz.

Wer am Samstag in der Stadt unterwegs war und gehofft hatte, neben Radsport wie in den vergangenen Jahren auch viele Mitmach- und Unterhaltungsangebote an der Talstraße zu finden, der wurde enttäuscht. Einzig ein kleines Info-Zelt zur Trofeo selbst war zu finden. Ansonsten herrschte buchstäbliche Leere auf dem Platz. Noch im vergangenen Jahr hatten Vereins-Präsentationen, Sportangebote, Offerten des Fahrradhandels und auch ein Getränkestand dazu eingeladen, auch während der Phasen, in denen sich das Fahrerfeld der Trofeo außerhalb der Homburger Innenstadt bewegte, entlang der Talstraße und auf dem Christian-Weber-Platz zu verweilen. Dieser Anreiz zum einfach Dableiben entfiel nun. Was blieb, war eine reine Radsportveranstaltung, zahlreiche Straßensperrungen und keine wirkliche Belebung der Homburger Innenstadt.

Wolfgang Degott vom Organisationsteam der Trofeo äußerte sich sehr zurückhaltend angesichts dieser wesentlichen Veränderung im Antlitz der Homburger Halbetappe und verwies auf die Verantwortlichkeit derer, die in den zurückliegenden Jahren finanziell und organisatorisch das Rahmenprogramm getragen hatten. „Das ist vorbei. Ich kann dazu nicht sagen. Natürlich ist das ein Verlust, das war ja schon eine Attraktion. Nun ist die Stadt ein bisschen tot, das ist schon schade.“

Was im Gespräch mit Degott im Blick auf den bis dahin zu verzeichnenden Verlauf der Trofeo 2019 klar wurde: Gerade Städte wie Homburg und Neunkirchen seien jenseits des reinen Radsports eher schwer zu bespielen, denn: Die Zahl der Wohnbevölkerung in den Innenstädten sei geringer und auch die Zahl von dort aktiven Vereinen, spekulierte Degott. Anders sehe es da auf dem Land aus.

In Frage stellte Degott die Homburger Halbetappe aber trotz fehlendem Rahmenprogramm nicht. „Wir sind ja mit der Stadt Homburg verbandelt.“

Als Namensgeber der Homburger Halbetappe war in den vergangenen Jahren die Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz Träger des Rahmenprogramms. Vorstandsmitglied Helmut Scharff begründet am Samstag vor Ort die Entscheidung seines Hauses, hier nicht mehr aktiv zu werden, so: „Ganz vorne stehen natürlich die Kostengründe, Sie wissen: Wir müssen überall einsparen“, so Scharff im Gespräch mit unserer Zeitung. „Zudem wird es immer schwieriger, Leute zu motivieren am Wochenende an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Auch das ist ein Riesenthema für uns.“ All das hätte dazu geführt, so Scharff, dass man sich als Träger des Rahmenprogramms zurückgezogen habe. Eine entgültige Entscheidung? Scharff: „Was in einem halben oder einem Jahr ist, das weiß von uns keiner.“ In der Summe, so der Bankenvorstand, sei es eine „schwierige Entscheidung“ gewesen. „Wir haben uns ja nicht komplett zurückgezogen, wie unterstützen weiterhin finanziell. Aber wir sind eben nicht mehr vor Ort.“

Bei der Stadt zeigte man Verständnis für das Verhalten der finanziellen Unterstützer und bekundete Dank für das jahrelange intensive Engagement. Pressesprecher Jürgen Kruthoff: „Als Stadt waren wir in die Gespräche zur Trofeo schon früh eingebunden, die offizielle Informationen, dass die Bank das Sponsoring weitgehend auf das Rennen begrenzt und daher kein Rahmenprogramm anbietet, hat uns jedoch erst Ende April erreicht.“

Als Stadt hätte man in der verbleibenden Zeit noch versuchen können, ein kleineres Programm zu organisieren, „doch wäre dies auch aufgrund des großen Engagements vieler Vereine beim Familien- und Kinderfest am folgenden Tag nicht einfach gewesen“, verdeutlichte Kruthoff.

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