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„Er war ein Genie im Beobachten“

„Er war ein Genie im Beobachten“

Walter Bernstein hatte die Menschen in der Region, und vor allem die der Gruben- und Hüttenindustrie im Blick. Noch bis Ende November können sich Interessierte davon in einer Sonderausstellung ein Bild machen.

Walter Bernstein gehört zu den herausragenden Künstlern im Saarland und hat sich in seinem Wirken maßgeblich mit der Bergbau- und Hüttenindustrie beschäftigt und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt festgehalten. Sein Hauptaugenmerk galt dem Blick auf die Menschen in der Region, insbesondere der Gruben- und Hüttenindustrie.

In Zusammenarbeit mit dem Saarpfalz-Kreis präsentiert die "Förderstiftung Walter Bernstein" im Saarländischen Bergbaumuseum Bexbach jetzt eine Sonderausstellung zum Thema "Walter Bernstein - Sein Blick auf Industrie und Mensch". Noch bis zum 27. November sind ausgesuchte Schlüsselwerke des bekannten Industriemalers und Grafikers Bernstein (1901 bis 1981) zu sehen. Alle Exponate wurden von der Gemeinde Schiffweiler als Leihgaben zur Verfügung gestellt. "Wir sind stolz, eine solche Ausstellung bei uns zu haben, betonte der erste Beigeordnete der Stadt Bexbach und Vorsitzender des Bergbaumuseums, Wolfgang Imbsweiler bei der Eröffnung dieser Sonderausstellung am Freitagabend. "Es ist eine Aufwertung für unser Museum, denn wir kämpfen um den Erhalt der Bergbaugeschichte und der Industriekultur an der Saar", fügte er hinzu.

Das Werk Bernsteins sei "stark gekoppelt an die Entwicklung unseres Landes", erinnerte Delf Slotta, Direktor des Instituts für Landeskunde und Mitglied des Stiftungsrates, an eine boomende Montanindustrie mit den Fördergerüsten und Hochöfen. Allein im Raum Neunkirchen habe es fünf Gruben mit damals 15 000 Beschäftigten gegeben. Hier habe Bernstein in den Gruben und Hütten den hart arbeitenden Menschen zugesehen und sie als Motive für seine Kunst entdeckt und auch die Auswirkungen der Bergbau- und Hüttenindustrie auf Mensch und Umwelt festgehalten. "Er war ein Genie im Beobachten". Bernstein habe immer gemalt und so sei unfassbar viel an Bildern zusammengekommen, wies Slotta auf drei große Themenbereiche hin. Bernstein sei mit seinen Dorf- und Stadtansichten sowie den Landschaften ein klassischer Regionalmaler. Darüber hinaus habe er den arbeitenden Menschen in den Mittelpunkt gestellt, sehr realistisch gearbeitet und habe den Ruf eines Industriemalers erworben. Nicht zuletzt habe Bernstein die saarländische Montanlandschaft in den Vordergrund gestellt, und fast detailgetreue Darstellungen aus dem Hüttenwesen erbracht, so Slotta: "Bernsteins Werk ist ein starkes Stück nicht gebauter Industriekultur". Mit der Erstellung eines Werksverzeichnisses möchte der Stiftungsrat das Erbe von Walter Bernstein bewahren und mit der Durchführung von Ausstellungen sein Werk in die Öffentlichkeit tragen, erklärte Roman Uwer, Vorsitzender des Stiftungsrates der "Förderstiftung Walter Bernstein". Man gehe davon aus, dass Bernstein zwischen 2000 bis 3000 Bilder gemalt habe, von denen viele in Privatbesitz seien, so Uwer. Daher setze man auf die Bereitschaft der Bernstein-Besitzer, sich bei der Stiftung zu melden, um ihre Bilder ins Verzeichnis aufnehmen zu lassen. Die Ausstellung sei als Startsignal zu sehen, das auf das "Walter-Bernstein-Jahr 2016" anlässlich des 115. Geburtstages des in Neunkirchen geborenen und in Schiffweiler gestorbenen Künstlers vorbereite, betonte Uwer. Das Jubiläum wird am 17. Juni 2016 mit einem Festakt im Zechenhaus Reden gefeiert.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Sonderausstellung "Walter Bernstein - Sein Blick auf Industrie und Mensch" im Saarländischen Bergbaumuseum Bexbach findet in Zusammenarbeit zwischen der "Förderstiftung Walter Bernstein" und dem Saarpfalz-Kreis statt. Sie ist Bestandteil einer Wanderausstellung, die in fast allen Landkreisen des Saarlandes sowie in Lothringen und Luxemburg gezeigt wird. Zu sehen sind in Bexbach noch bis zum 27. November Schlüsselbilder des Industriemalers Bernstein (1901-1981). Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie am Wochenende von 13 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.walter-bernstein.de re