Er verwaltete das Geld vieler Saarpfälzer

Er verwaltete das Geld vieler Saarpfälzer

Er habe im Leben viel Glück gehabt, sagt Alfons Lauer. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Saarpfalz wird heute 90 Jahre alt, wohnt noch immer in seinem Haus in Bexbach und ist „dankbar, dass ich gesund bin“. Gefeiert wird am Samstag.

Er freue sich, seinen 90. Geburtstag im Kreise der Familie, der Freunde und der Weggefährten aus der Sparkasse zu begehen - das betonte Alfons Lauer anlässlich des Besuchs unserer Zeitung in seinem Haus in Bexbach . Dass es ihm gut geht, dafür sorgen drei Damen: Maria, Renate und Claudia, die guten Geister, die sich um den älteren Herrn kümmern, das Haus in Schuss halten und ihm sein Lieblingsessen kochen.

Schon sehr bald fällt im Gespräch das Stichwort Sparkasse, genauer: Kreissparkasse Saarpfalz, deren Vorstandsvorsitzender Alfons Lauer von 1983 bis 1991 war. "Ich habe bis heute gute Verbindungen zu damaligen Kollegen und heutigen Mitarbeitern. So ganz ohne Sparkasse kann ich nicht leben". Schon 1942 fing Alfons Lauer seine Ausbildung bei der Sparkasse in Bexbach an, drei Jahre später wurde er ins Angestelltenverhältnis übernommen. Da war er noch keine 20 Jahre. "Ich weiß, dass ich auch hier großes Glück hatte, denn viele Altersgenossen mussten Kriegsdienst leisten und kamen nicht zurück."

Dass man ihn verschonte, verdankte er eigentlich einem Unglück, denn er erkrankte im Kindesalter an Kinderlähmung und hatte ein Problem am Bein zurückbehalten, "deshalb war ich als Soldat nicht zu gebrauchen". Und so konnte Alfons Lauer unbelastet vom Horror des Krieges schon 1945 beruflich loslegen und sich "mit viel Fleiß und Beharrlichkeit" nach oben arbeiten.

Dabei kam ihm zu Hilfe, dass er sich neben seiner Bankentätigkeit auch für die Menschen interessierte, die zu ihm kamen. Er hat den Aufstieg der Bundesrepublik von einem vom Krieg zerstörten Land zu einem der reichsten Länder Europas miterlebt - und in seinem Bereich auch ein Stück Wohlstand mitgestaltet: "Ohne Vertrauen geht auch bei einer Bank nichts. Damals hatten die Menschen nicht viel, aber sie wollten sich etwas aufbauen, eine eigene Firma, ein Geschäft oder ein Haus. Dazu brauchten sie Geld , das hat die Kreissparkasse ihnen geliehen. Das ging, weil wir den Menschen vertraut haben. Und die Menschen haben es uns gedankt."

Was hat sich heute verändert? Alfons Lauer , der nach wie vor die Geschäftstätigkeit der Kreissparkasse verfolgt, findet, dass "vieles komplizierter geworden ist". Vor allem die Niedrigzinspolitik sei fatal für die Sparkassen , "da bleibt nicht mehr viel übrig. Das Umfeld ist härter geworden".

Seit vier Jahren ist Alfons Lauer Witwer, "es war eine schwere Zeit, aber das Leben geht weiter. Ich habe schon als 15-Jähriger mit dem Tod umgehen müssen". Damals starb sein Vater im Alter von 41 Jahren, "da stand meine Mutter allein da, mein Vater hatte ja nicht viel Rente ansparen können, so dass wir bittere Armut kennengelernt haben." Diese Zeit habe ihn geprägt so Lauer, er habe später als Vorstand nie seine Wurzeln vergessen.

Zu seinem Geburtstag gratulieren sein Sohn, ebenfalls Banker, und seine beiden Enkel, die ihn häufig besuchen, "auch wenn kein Geburtstag ist". Wie ist seine Stimmung angesichts des 90. Geburtstages? "Heiter und gelassen. Ich bedanke mich für jeden Tag, an dem die Erde mich trägt."