Epic Empire: Liverollenspiel startet in Bexbach

Live-Rollenspiel : Singen und kämpfen beim Epic Empires

Das Liverollenspiel-Event findet bis Samstag wieder auf dem Utopion-Gelände Bexbach statt. Um auf Kritiker zuzugehen, hat man den Termin verlegt. Stichwort: Neuntöter.

Wenn Anwohner über Aktivitäten auf dem Bexbacher Utopion-Gelände klagen, ist meistens das sogenannte Epic Empires gemeint. Das drittgrößte Liverollenspiel-Event (LARP) im deutschsprachigen Raum findet von diesem Mittwoch bis einschließlich Samstag in dem Areal statt, in dem zukünftig etwa auch Hobbit-Häuser und eine Taverne gebaut werden sollen. Am Montag soll alles wieder abgebaut sein.

Bei solchen Liverollenspiel-Veranstaltungen tauchen die kostümierten Spieler in eine eigene Welt ein und betreiben quasi Improvisationstheater, bei dem jeder einen speziellen Charakter verkörpert. Diese orientieren sich etwa an „Game of Thrones“, „Herr der Ringe“ aber auch an echten historischen Vorbildern. So errichten sich etwa die Gruppen der Nordleute, Pilger oder Imperialen ihre Lager (und eine Stadt) auf fast einem Dutzend jeweils speziell dekorierter Zeltplätze. Dort wird Handel mit Spielgeld betrieben, Kochwettbewerbe oder ein Singwettstreit unter Barden mit altertümlichen Instrumenten ausgetragen. „Großteils geht es aber um Schlachten und Konflikte. Die Lager besuchen und belagern sich gegenseitig“, erzählt Antonia Seiler von der Agentur Erlebnisraum, die die Veranstalter von Epic Empires e.V. unterstützt. Gekämpft wird mit gepolsterten Schaumstoffwaffen, damit niemand zu Schaden kommt.

Ungefähr 1100 Anmeldungen habe man dieses Jahr verzeichnet, das seien zehn Prozent weniger als in den letzten Jahren – das Epic Empires feiert just sein Zehnjähriges. Seiler: „Die Veranstaltung hätte wie die letzten Jahre eine Woche früher stattfinden sollen. Aber wir haben auf dem Gelände Neuntöter-Vögel entdeckt. Die brüten bis zum 10. August, daher die Verschiebung.“ Nicht alle Spieler hätten ihren Urlaub entsprechend verlegen können, daher die geringere Teilnehmerzahl.

Nicht nur mit der Verlegung wollen die Macher beweisen, dass das Epic Empires Umweltbelange hoch achtet, so Seiler. Auch mit aufgestellten Spendenboxen für den Nabu. Es sei auch jemand von der Naturwacht vor Ort. Diese Behörde, die Umweltkriminalität überwache, überprüfe, dass die Biotope ordentlich abgesperrt sind. „Letztes Jahr gab es hier schon keine Beanstandungen“, erzählt Seiler und zieht den Vergleich mit dem Rocco-del-Schlacko-Festival vergangene Woche, bei dem die Camper wieder Unmengen Müll und Zelte zurückgelassen haben. „Bei uns könnte man ein Foto von der Wiese machen, das Gelände ist hinterher sauberer als vorher. Live-Rollenspieler sind eine andere Klientel als Festivalbesucher. Sie räumen sogar Müll weg, den sie gar nicht verursacht haben.“

Die Spieler beim Epic Empires kommen vor allem aus Süddeutschland, aber auch aus dem restlichen Bundesgebiet, sowie aus der Schweiz, Spanien, Frankreich, Polen, Großbritannien oder Israel. Jeder Interessierte müssen sich mit dem Charakter bewerben, den sie während des Events spielen – inklusive Kostüm. Die Veranstalter wählen dann aus. Externe Besucher sind bei dem LARP nicht zugelassen.

Der gute Zweck sei beim Epic Empire wichtig, betont Antonia Seiler. Jährlich findet eine Typisierung der Stefan-Morsch-Stiftung statt, die Knochenmark- und Stammzellspender für Leukämiekranke sucht. Auch könnten die Spieler ihre Pfandflaschen für das Hospiz in Bous spenden. Jährlich kämen hier etwa 3000 Euro zusammen.

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