Eine wunderbare Welt aus Duft

Bexbach. Die Liebe zu Parfümerien, zu dieser wunderbaren, duftenden, sanften Umgebung voller Schönheit und Leichtigkeit, erfasst junge Mädchen schon früh. Oder nie

Bexbach. Die Liebe zu Parfümerien, zu dieser wunderbaren, duftenden, sanften Umgebung voller Schönheit und Leichtigkeit, erfasst junge Mädchen schon früh. Oder nie. Dorothea Glößner gehört zu jenen Frauen, die die Ästethik der schönen Verpackungen, der edlen Parfümfläschchen, der schönen Werbe-Fotos und der liebevoll gestalteten Duftstreifen schon als Kind unterbewusst faszinierten: "Meine Oma trug immer Taschentücher bei sich, werktags mit 4711 getränkt, am Sonntag mit Tosca." Und die Großtante, die im Hotelgewerbe arbeitete, "die duftete immer nach ganz feinen Parfüms". Das, so vermutet Dorothea Glößner, habe sich bei ihr im Kopf festgesetzt. Und eines Tages begann sie, Parfümminiaturen zu sammeln. "Das muss Ende der 80er Jahre gewesen sein", erinnert sie sich, "es kam auf einmal über mich". Auslöser waren freundliche Damen in Parfümerien, die die heute heiß begehrten Pröbchen verschenkten - getreue Nachbildungen großer Flakons, nur hübscher, kleiner und attraktiver. Heute hat Dorothea Glößner rund 2400 Fläschchen zusammengetragen, "zusätzlich zählen noch etliche Patchkarten, mehrere Hundert Duftpostkarten und etliche tausend Duftstreifen zu meiner Sammlung", schrieb sie uns bei der Bewerbung für den Kreisrekord. Was bewegt Dorothea Glößner, so viele Parfümproben zu sammeln? "Ich finde das schön, die ganze Ästethtik um diese Produkte gefällt mir einfach gut." Im Berufsleben ist die Sammlerin als Krankenschwester auf der Entbindungsstation am Homburger Universitätsklinikum tätig. Dort wissen die Kollegen und Kolleginnen natürlich von ihrem Hobby und bringen ihr auch schon mal Miniaturen mit. "Diese hier kommen aus Brasilien, die hier aus Amerika", sagt sie und zeigt auf ein paar noch verpackte Kästchen. Wahre Sammler wie Dorothea Glößner interessieren sich nicht für den Inhalt, es geht schließlich nicht um die Düfte, sondern um das ästhetische Umfeld: Verpackung, Form, Farbe, Verschluss. Damit die schönen Miniaturen nicht verstauben, hat Dorothea Glößner Vitrinen angeschafft, in denen die Fläschchen noch in den Originalverpackungen schlummern. "Einmal im Jahr staube ich sie ab", erklärt sie. Inzwischen sammelt sie nicht mehr wahllos alles, was sich auf dem Miniaturenmarkt tummelt, sondern nur noch die "wirklich schönen Raritäten von edlen Marken". Allerdings nur, wenn sie sie auch bezahlen kann, denn ihr Jahresbudget hat sie sich selbst auf 100 Euro limitiert, "mehr gebe ich nicht aus." Sie tauscht auch Fläschchen auf Börsen wie zum Beispiel in Baden-Baden, Straßburg oder Heidelberg. Es gibt Sammler, die mundgeblasene Raritäten besitzen, die über 1000 Euro wert sind, "davon", sagt Dorothea Glößner, "bin ich weit entfernt". Über die Hälfte der Sammlung wurde ihr geschenkt. Das findet sie viel netter, als wenn sie die Fläschchen kauft, "denn so hat jede Miniatur ihre eigene Geschichte und viele freundliche Verkäuferinnen sind mir in Erinnerung geblieben". Sie selbst trägt seit Jahrzehnten das gleiche Parfüm, "Shalimar" von Guerlain. Kein Wunder, denn auch die schönen Miniaturen der Firma Guerlain sind ihr die liebsten.

Kreisrekord geht weiterIn unserer neuen Runde wollen wir wissen, wer die meisten Fußball-Trikots besitzt, egal ob sie vom FC Homburg, Werder Bremen, AC Mailand, FC Barcelona oder Manchester United stammen. Teilnahmeschluss ist Sonntag, 20. Juni. Kontakt: Saarbrücker Zeitung, Redaktion St. Ingbert, Kaiserstraße 49, 66386 St. Ingbert. Oder melden Sie sich per Tel. (0 68 94) 9 29 92 50, Fax: (0 68 94) 9 29 92 59 oder E-Mail: redigb@sz-sb.de.