Eine Erfolgsgeschichte gefeiert"Das Segelfliegen kostet so viel wie der Autoführerschein"

Bexbach. Vor 60 Jahren wurde er als Untergruppe Neunkirchen des Aeroclubs Saar gegründet, seit nunmehr 50 Jahren ist er auf dem Bexbacher Flugplatz am Blumengarten zu Hause: Der Aeroclub Bexbach. Am vergangenen Wochenende feierten die Bexbacher Piloten ihre Erfolgsgeschichte - zusammen mit zahlreichen Gästen aus der ganzen Region

Bexbach. Vor 60 Jahren wurde er als Untergruppe Neunkirchen des Aeroclubs Saar gegründet, seit nunmehr 50 Jahren ist er auf dem Bexbacher Flugplatz am Blumengarten zu Hause: Der Aeroclub Bexbach. Am vergangenen Wochenende feierten die Bexbacher Piloten ihre Erfolgsgeschichte - zusammen mit zahlreichen Gästen aus der ganzen Region. Im Stile des alljährlichen Flugplatzfestes, das auch 2009 wie gewohnt im August stattfinden wird, ließen sich die Bexbacher Segel- und Motorflugspezialisten unter die Tragflächen schauen, lieferten mit viel Live-Musik, darunter zum Festauftakt am Freitag di Revengers aus Zweibrücken, viel Stimmung und genossen bei strahlendem Sonnenschein ein Jubiläum, an das wohl vor 60 Jahren so keiner geglaubt hätte. Gestern erhielt das Jubiläum durch einen Feldgottesdienst auf dem Flugplatz, gehalten durch Pater Heinz Rohenkohl, und einen kleinen Festakt dann auch eine ganz offizielle Note. Der erste Vorsitzende des Vereins, Karlheinz Pohmer, nutzte den Anlass, um auf die wechselvolle Geschichte des Vereins zurück zu blicken, gerade die Anfangsjahre gestalteten sich mit der Suche nach einem geeigneten Flugfeld und mehrmaligen Umzügen für die Bexbacher Flieger nicht einfach. "Diese Suche nach einem heimatnahen Flugfeld war in den Anfangsjahren sehr, sehr schrierig. Etwa zehn Jahre lang waren die Piloten des Vereins gleichsam auf Wanderschaft. Erst in St. Arnual in Saarbrücken, später dann in Ensheim. Schließlich glaubte man, hier in der Nähe, im Wiesental, endgültig fündig geworden zu sein." Doch diese Hoffnung täuschte, der Bau einer Hochspannungsleitung beendete den Flugbetrieb wieder. So war es dann Aloys Nesseler, der damalige Bürgermeister Bexbachs, der den Piloten hinter dem Blumengarten einen Flugplatz ermöglichte, eine Entscheidung, von der Stadt und Verein noch heute profitieren. Darauf wies auch Bexbachs Bürgermeister Heinz Müller nachdrücklich hin, der in seinem Grußwort den Aeroclub und den Flugplatz als Alleinstellungsmerkmal der Höcherberg-Stadt qualifizierte. Welche Faszination vom Fliegen ausging, davon konnte man sich am vergangenen Wochenende überzeugen. Immer wieder nutzten die Gäste die Flugpausen, um sich aus der Nähe ein Bild zu machen, so wie André Sauerbrey und sein Sohn Florian aus St. Ingbert: "Wir haben in der Zeitung von diesem Fest erfahren und haben uns spontan entschlossen, hierher zu kommen." SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf sprach mit dem Vereinsvorsitzenden Karlheinz Pohmer über den Aeroclub und den Flugsport.Konnte man vor 60 Jahren erahnen, wie sich der Flugsport entwicklen wird? Pohmer: Das konnte man auf keinen Fall. Damals waren die Flugzeuge vor allem von der Leistung her deutlich bescheidener. Ist der Flugsport inzwischen etwas für die breite Masse? Pohmer: Ein Breitensport ist er mit Sicherheit nicht geworden. Das liegt auch daran, dass das Fliegen landläufig als zu teuer gilt. Dies trifft auf den Motorflug mit Sicherheit auch zu. Beim Segelflug sieht das schon anders aus. Das Erlernen ist hier so teuer wie ein Autoführerschein. Und auch später ist es weitaus günstiger als viele andere Sportarten.Wie hat sich die gesellschaftliche Akzeptanz des Sportfliegens entwickelt?Pohmer: Das ist ganz unterschiedlich. Hier in Bexbach ist unser Verein tief verwurzelt. In Einzelfällen kann es natürlich aber auch hier Probleme geben. Wir versuchen in diesen Fällen einen Konsens zu finden.