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Dorfentwicklung in Kleinottweiler schreitet voran

Dorfentwicklung geht voran : Projekt „Dicke Eiche“ macht Fortschritte

Über die Zusage von Fördermitteln für das Anlegen eines Parks um das Ortssymbol ist nicht nur Ortsvorsteher Daniel Heintz froh. Lange musste man darauf warten. Während die Arbeiten jetzt anlaufen, bastelt man am noch größeren Projekt „Dorfgemeinschaftshaus“.

Es war ein Zufall, der in Kleinottweiler vergangene Woche binnen weniger Stunden die Stimmung von Frust Richtung Freude katapultierte. Der Zufall kam dabei am Dienstagmorgen in Form einer Zuschusszusage aus Saarbrücken, nachdem noch Montagsabends beim Bürgergespräch mit den Arbeitsgruppen, die sich um die Weiterentwicklung des Bexbacher Stadtteils bemühen, Ernüchterung regiert hatte. Nun sind rund 12 500 Euro Sachmittelzuschuss für die Arbeiten an der Dicken Eiche fix, das Gesamtfördervolumen liegt dank anrechenbarer ehrenamtlicher Leistungen bei rund 20 000 Euro, wie Ortsvorsteher Daniel Heintz und seine Stellvertreterin Nicole Herrmann (beide SPD) beim Redaktionsgespräch schildern (wir berichteten kurz). Die Blühwiesen, Sitzbänke, Insektenhotels und Hinweisschilder können noch dieses Jahr angegangen werden. Und das will der Ort schnellstmöglich, allen voran Manfred Dörner. Er leitet die Arbeitsgruppe „Dicke Eiche und Dorfökologie“. Und dies umso mehr, nachdem Umweltminister Reinhold Jost (SPD) bei seiner Stippvisite im Ort bereits im Januar Förderungen zugesichert und damit mächtig Euphorie entfacht hatte.

„Der Hype war am 31. Januar nach dem Jost-Besuch am größten. Dann war die AG frustriert. Es ist schwer zu vermitteln, wenn sich so lange nichts tun. Jetzt lief das wie im Krimi“, schildert Heintz. „Wir wollten schon im Sommer loslegen. Jetzt hoffen wir auf einen goldenen Oktober“, ergänzt Hermann, die es als Herausforderung sieht, die Leute in der AG nach der abgeflauten Euphorie einmal mehr zu motivieren: „Das ist schwieriger, als wenn alles eine Zeitlang auf kleiner Flamme köchelt.“ Inzwischen hat man sich mit Vertretern der Stadt getroffen, laut Heintz sollen die Erdarbeiten am nächsten Mittwoch, 16. Oktober, um neun Uhr starten. Dann würden die Flächen abgeschoben, die später als Blühbeete dienten, einmal direkt um den alten Torso, und dann am Waldrand. Die AG Dicke Eiche treffe sich am Montagabend, um Details zu besprechen. Auch für Bänke und Tische seien erste Angebote eingeholt worden.

Kommendes Jahr, wenn die erste urkundliche Erwähnung des Baumes 500 Jahre her ist, soll die kleine Anlage fertig sein. Dann feiert die ASV Kleinottweiler auch ihr 100-Jähriges, ein mögliches Doppeljubiläum also. „Wir müssen das Wahrzeichen retten, die Fläche ökologisch aufwerten“, bekräftigt Heintz. Die Dicke Eiche sterbe in Würde und erblühe gleichzeitig auf.

Doch nicht nur die Dicke Eiche treibt die Kleinottweiler seit einem knappen Jahr in ihrem Bestreben an, einen Dorfentwicklungskonzept auf die Beine zu stellen, der das künftige Dorfleben aus den Wünschen der Bevölkerung herleitet. Es locken dafür EU-Fördermittel für die nachhaltige Entwicklung von kleinen Dörfern, wenn Bürger selbst ihren Anteil beisteuern. In Kleinottweiler hat man zu diesem Zweck besagte Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Das Dorfentwicklungskonzept soll dabei einmal Eckpunkt für die Stadt Bexbach sein, die die Fördermittel beantragen muss. Fünf Bürgergespräche fanden bereits statt, es gibt noch die Arbeitsgemeinschaften „Dorftreff“, „Verkehr und Tourismus“ und „Erhaltenswerte Gebäude“ (siehe Infobox). Immer im Hinterkopf hat man den Ortsteil Höchen, der über regelmäßige Dorfgespräche etwa die Glanhallen-Sanierung vorantreibt.

In Kleinottweiler richtet sich der Blick vor allem auf die alte Grundschule in der Mühlenstraße. Ein Dorfgemeinschaftszentrum soll hier entstehen und bespielt werden – so ein Ergebnis der Bürgergespräche und Kernwunsch. Ein solches Zentrum gibt es sonst im Ort nicht, nur Einzellösungen für Veranstaltungen, etwa bei der Feuerwehr oder in der Kirche. Als erster Schritt ist der frühere Raum des inzwischen aufgelösten Musikvereins MGV Kleinottweiler von der Stadt hergerichtet worden und dient unter anderem als Tagungsraum für die Arbeitsgruppen und den Ortsrat oder für AG-Veranstaltungen. Doch er ist nicht barrierefrei, nicht abtrennbar und auch zu klein. Alleine beim Seniorennachmittag zähle man etwa 120 Besucher. Daher wollen auch Heintz und Herrmann einen Neubau als Dorfbegegnungsraum an der alten Schule. „Das ist das Wunschziel“, so Heintz.

 Die Pläne für die Dicke Eiche in Kleinottweiler. Fotomontage: Nicole Herrmann
Die Pläne für die Dicke Eiche in Kleinottweiler. Fotomontage: Nicole Herrmann Foto: Nicole Herrmann

www.dorfleben.kleinottweiler.de