Die Suche nach dem zweiten Chef

Bexbach. Das Thema hat schon Ende Oktober im Bexbacher Stadtrat für Diskussionen gesorgt - und die gehen nach wie vor weiter. Für die Stadtwerke Bexbach wird ein neuer technischer Geschäftsführer gesucht

Bexbach. Das Thema hat schon Ende Oktober im Bexbacher Stadtrat für Diskussionen gesorgt - und die gehen nach wie vor weiter. Für die Stadtwerke Bexbach wird ein neuer technischer Geschäftsführer gesucht. Nach rund zwei Jahren in dieser Funktion hatte Rudolf Friedrich die Stadtwerke Bexbach verlassen - "nicht im Frieden", wie der erste Begeordnete der Stadt Bexbach, Rainer Ruffing, in besagter Ratssitzung erklärt hatte. Seit seinem Weggang gehe ein Riss durch die Stadtwerke, so Ruffing damals weiter, große Teile der Belegschaft und der Betriebsrat auf der einen, die aktuelle Geschäftsführung mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Jörg Böhmer an der Spitze auf der anderen Seite.Mit ihrem Ansinnen, statt eines technischen Geschäftsführers einen technischen Leiter zu installieren mit der Option, ihn später in die Geschäftsführung hieven zu können, war die SPD im Rat denkbar knapp gescheitert (wir berichteten). Gerüchte, dass eine hausinterne Lösung aus dem Kreis der Meister der Stadtwerke, zu dem auch mit Jörg Imbsweiler der Sohn des Bau-Beigeordneten gehört, angedacht gewesen sei, wollte der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Heinz Müller, im Gespräch mit der SZ nicht bestätigen: "Die Ausschreibung für die Stelle eines technischen Geschäftsführers lief ganz normal bis Jahresende. Wir haben gesagt, man braucht für diese Aufgabe einen Ingenieur, gerade auch mit Blick auf den Elektro-Bereich. Das ist auch meine persönliche Meinung: Wir brauchen einen Ingenieur, der Durchrechnen kann und Schwerpunkte setzen kann in der Planung. Unsere Meister arbeiten eher praxisorientiert", sagte Müller.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke bestätigte, es seien bereits Bewerbungen eingegangen. "Wir werden eine Gruppe bilden aus Mitgliedern des Aufsichtsrats, die die Bewerber zu Gesprächen laden wird." Eine Zeitachse gebe es keine. "Das sollte man nicht tun, dann würde man sich selbst beschränken in der Entscheidungsfindung. Allerdings darf das Ganze auch nicht auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden. Wir wollen schon im Frühjahr zu einer Lösung kommen", kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende an. Schließlich müssten Bewerber ja auch Kündigungsfristen einhalten. "Wenn alles normal läuft, denke ich, dass wir im ersten Vierteljahr zu einer Lösung kommen", sagte Müller. Nach seiner Aussage habe Rudolf Friedrich in Bexbach gekündigt, weil er "ein sehr attraktives Angebot der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken bekommen hat. Es liegt ihm, zu unterrichten."

Das sehen viele in Bexbach anders. Demnach habe Friedrich Probleme mit dem Führungsstil des kaufmännischen Geschäftsführers Jörg Böhmer gehabt, der als Nachfolger von Harald Sorg die Geschicke der Stadtwerke Bexbach bestimmt. "Wir wollen im Frühjahr zu einer Lösung kommen."

Heinz Müller