Die Homburger Zahnmedizin feiert 60. jähriges Bestehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Homburger Zahnmedizin wird 60 : Klein, aber mit hohem Niveau

Die Homburger Zahnmedizin steht nach 60 Jahren kerngesund da. Am Freitag wird ab 14 Uhr im Großen Hörsaal Geburtstag gefeiert.

Wenn jemand 60 Jahre alt wird, sind die Zähne nicht mehr taufrisch, da dürfte schon so einiges an Füllungen, Kronen oder Brücken zusammengekommen sein. Der Zahnmedizin, die am Freitag, 18. Oktober, 60 Jahre alt wird, hat die Politik zwar auch schon so einige Füllungen und Brücken verpasst - meist gänzlich ohne Betäubung -, dafür steht sie jetzt aber kerngesund da. Von Fäulnis keine Spur, ganz im Gegenteil, sie duftet, bildlich gesprochen, förmlich nach Pfefferminz-Zahnpasta.

Wer hätte das vor 20 Jahren gedacht? Da stand sie auf der Kippe, die Ausstattung war veraltet, die Professoren gingen - entweder in den Ruhestand oder an eine andere Uni - und Berater meinten, eine Fakultät, die jährlich nur 25 Studenten aufnehmen könne, stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand  und könne genausogut schließen.  Wie aufwändig es letztendlich geworden wäre, jeden Zahnarzt von auswärts ins Saarland zu locken, mag letztendlich die Politik eines Besseren belehrt haben, das Fach am Ende doch zu erhalten.

Abgesehen davon, dass die Hals-Nasen-Ohren-Medizin, die Kinderklinik, die Unfallchirurgie oder die Tumorpatienten an einem Uniklinikum auf das Wissen der Zahnmediziner angewiesen sind.

Die Vorsitzende der Fachschaft Medizin, Véronique Plein, stammt aus dem Hochwald und wünscht sich, nach dem Abschluss ihres Studiums in eine Zahnnarztpraxis im Saarland einsteigen zu können: „Ich möchte auf alle Fälle hier bleiben“.

Innerhalb von 60 Jahren hat die zahnmedizinische Fakultät in Homburg über 1200 junge Zahnärztinnen und Zahnärzte „abgeliefert“, von denen die meisten tatsächlich im Saarland geblieben sind. „Die Ausbildung in Homburg ist überdurchschnittlich gut“, betont Professor Matthias Hannig, der Direktor der Klinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, „unsere Studierenden bekommen einen sehr effektiven Unterricht in kleinen Gruppen, wir haben moderne Technik, hervorragende Labore und Phantome, an denen die angehenden Zahnmediziner üben können.“

Im Ranking deutscher zahnmedizinischer Fakultäten sei Homburg immer unter den ersten zehn zu finden, „was auch daran liegt, dass wir in der Forschung gut vertreten sind.“ Hannig, der zwei Rufe an andere Universitäten abgelehnt hat, betont, dass der „sehr kollegiale Umgang innerhalb des Uniklinikums, die Möglichkeit hervorragender Forschungskooperationen und die netten Kollegen innerhalb der eigenen Fakultät“ ihn bewogen hätten, das Saarland nicht zu verlassen.

Véronique Plein bestätigte die Ansicht ihres Professors: „Die Homburger Zahnmedizin wird gerne unterschätzt, weil sie so klein ist. Aber wir bekommen hier wirklich eine sehr stringente und professionelle Ausbildung.“ Da jedes Jahr nur 25 Neuzugänge kämen, kenne man sich untereinander sehr gut, „es herrscht eine sehr nette Atmosphäre, jeder hilft jedem.“

Beim elektronischen Patienten darf die Studentin noch Fehler machen. Das Studium der Zahnmedizin ist teuer, schon wegen der Ausstattung. . Foto: dpa/Stefan Sauer

Allerdings, so Véronique Plein, hätten es die saarländischen Zahnmediziner etwas schwerer als an anderen Unis, denn sie müssten in der Vorklinik exakt das selbe Studium wie die Humanmediziner absolvieren, „aber parallel dazu laufen noch unsere zahnmedizinischen Kurse, das heißt, wir haben da eine Doppelbelastung.“ Die Klausur in Physiologie „die müssen wir ganz genauso schreiben, dazu aber auch noch unsere zahnmedizinischen Prüfungen.“ Eine Hürde, an der einige „Zahnis“ scheiterten. Wer jedoch sein Physikum geschafft und in den klinischen Teil des Studiums gekommen sei, der bleibe auch. Es gebe nur wenige, die von Homburg an einen anderen Studienort wechselten, betont Véronique.