Der Kunst eine Heimstatt schaffen

Bexbach. Welchen Wert eine Kommune besitzt, wenn es um das Leben nach der täglichen Arbeit geht, bestimmt vor allem der Faktor "kulturelles Angebot". Hier stellen die Städte und Gemeinden die Rahmenbedingungen und bereiten das Feld vor, auf dem die Bevölkerung die Leistungen der Kulturschafenden "ernten" kann

Für den Künstler und Galeristen Peter Köcher ist Bexbach ein Knotenpunkt glücklicher Umstände.

Bexbach. Welchen Wert eine Kommune besitzt, wenn es um das Leben nach der täglichen Arbeit geht, bestimmt vor allem der Faktor "kulturelles Angebot". Hier stellen die Städte und Gemeinden die Rahmenbedingungen und bereiten das Feld vor, auf dem die Bevölkerung die Leistungen der Kulturschafenden "ernten" kann. Gerade der Kultur kommt dabei in einer mehr und mehr freizeitorientierten Gesellschaft eine hohe Bedeutung zu. Zum einen, um für die Einwohner einen entsprechenden Ausgleich zur täglichen Routine zu schaffen, zum anderen, um Gäste in die Stadt zu locken. Dies gilt für alle Städte und Gemeinden und damit auch für Bexbach. Die Höcherbergstadt selbst hat eine ganze Reihe von Veranstaltungsorten zu bieten, der bekannteste und größte sind die Höcherberghallen. Nicht wirklich weit davon entfernt hat sich auch das Oberbexbacher Volkshaus einen Namen als Veranstaltungsort geschaffen. Neben den kommunalen Raumangeboten sind es aber auch zahlreiche private Anbieter, die Bühnen bieten für gesellschaftliche und kulturelle Angebote, so das Gasthaus Breit-Herrlinger in Oberbexbach oder auch die Krone mit ihrem legendären Kronesaal in Bexbach-Mitte. Doch ein Spiel- oder Kulturort ist nur so gut, wie die Programme, die dort zu finden sind. Hier hat es Bexbach im Spannungsfeld zwischen Homburg und Neunkirchen nicht immer einfach, die "Großen" auf die Bühne zu locken, gleichwohl sich auch so manch' bekanntes Gesicht in der Höcherbergstadt blicken lässt. So sind es oft die kulturtreibenden Vereine Bexbachs selbst, die für ein abwechslungsreiches Angebot sorgen. Dach dieses Engagements ist dabei der Stadtkulturverband unter Vorsitz von Norbert von Blohn. Für von Blohn hat sich Bexbach vor allem zu einer Stadt der Chöre entwickelt. "Hier sind wir inzwischen da, wo wir hingehören. Unsere Chöre stehen erfolgreich in der Öffentlichkeit." Natürlich ist der Stadtkulturverband aber nicht nur für die Chöre verantwortlich, auch alle anderen kulturtreibenden Vereine liegen von Blohn und seinen Mitstreitern am Herzen, gleichwohl von Blohn um die Schwierigkeiten der Realisierung von kulturellen Großveranstaltungen in Bexbach weiß. "Es fehlt oft einfach das Geld." Trotzdem stellt er fest: "Die Stadt unterstützt uns so gut sie kann." Neben den klassischen Bühnen- und Konzertangeboten auch von Bedeutung: das Angebot von Kunst für Kunstliebhaber. Gleichwohl Bexbach selbst nicht, wie Homburg mit der Galerie Saalbau, auf einen eigens dafür vorgesehenen Ort zurückgreifen kann, hat sich mit den Jahren in Bexbachs Stadtmitte mit der Produzentengalerie des Künstlers Peter Köcher abseits städtischen Wirkens ein Ort mit Tragweite für Kunstschaffende gefunden. Für den gebürtigen Bexbacher Köcher ist die Höcherbergstadt dabei Knotenpunkt glücklicher Umstände und Fundament für seine Arbeit zugleich: "Ich habe hier logistisch die Möglichkeit gefunden, einen im Südwesten einmaligen Kunstort zu schaffen. Gleichzeitig erfahre ich als privater Kunstschaffender und Galerist auch durch die Stadt Unterstützung, so durch Bürgermeister Heinz Müller, der, wann immer er kann, Ausstellungen in meinen Räumen offiziell eröffnet." "Ich lebe gern in Bexbach, weil ich und meine Frau dort ein Geschäft haben. Und aus dem Grund, dass alles in der Nähe ist: Arzt, Bank, Geschäfte und der Park!" Serdar Sayici