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Campingausstellung in Bexbach findet nicht statt

Corona-Auswirkungen auf Großveranstaltung : Stadt Bexbach sagt Camping-Messe ab

Es fiel dem Stadtrat nicht leicht. Trotzdem haben die Fraktionen einstimmig beschlossen, auf die große Freizeitveranstaltung im Blumengarten auch in diesem Jahr zu verzichten.

Auch in diesem Jahr wird es keine Bexbacher Campingmesse geben. Einstimmig hat der Bexbacher Stadrat am Donnerstag beschlossen, die Traditionsveranstaltung ein zweites Mal nach 2020 abzusagen. Grund ist natürlich die anhaltende Corona-Pandemie.

Diese Entwicklung hatte sich schon in der Sitzungsvorlage abgezeichnet. Dort hatte die Verwaltung einen Einblick in die gegenwärtige Rückmeldungssituation potenzieller Aussteller gegeben. So hätten zum Stichtag 18. Januar lediglich 15 Anmeldungen für den Außenbereich und sieben für das Ausstellerzelt vorgelegen. In der Vergangenheit habe die Anmeldezahl mit 50 bis 60 dagegen deutlich höher gelegen. Die Ratsfraktionen wussten also um den schwierigen Stand der Messe auch in diesem Jahr. Bexbachs Bürgermeister Christian Prech (CDU) verwies auf eine der Stadtratssitzung vorangegangene Werksausschuss-Sitzung und den schon dort getroffenen Beschluss, die Camping im Jubiläumsjahr der 60. Ausrichtung „schweren Herzens“ ausfallen zu lassen.

Karl-Heinz Klein, der Fraktionssprecher der CDU, machte klar, dass seine Partei „leider“ für die erneute Absage der Campingmesse stimmen werde. „Die Messe ist quasi der Höhepunkt im Stadtleben von Bexbach, ist im vergangenen Jahr ausgefallen und muss auch in diesem Jahr wieder abgesagt werden.“ In der Fraktion, so Klein, habe man pro und kontra diskutiert. „Es ist ein Jammer: Vermutlich können im Sommer wieder Urlaubsreisen stattfinden. Camping erlebte bereits 2020 einen Boom. Und ausgerechnet jetzt, wo sich wahrscheinlich mehr Menschen als zuvor ein Wohnmobil, einen Wohnwagen oder ein komfortables Zelt wünschen, ist es unverantwortlich, eine solche Messe durchzuführen.“

Auch die SPD war erwartungsgemäß für die Absage, Fraktionssprecher Jan Hornberger stimmte Klein zu und signalisierte die Zustimmung seiner Partei für das „Nein“ zur Camping 2021. „Die Messe ist eine Vorzeigeveranstaltung.“ Nun müsse man auf das Jahr 2022 hoffen. „Leider ist das anders in diesem Jahr nicht möglich.“ Die Absage der Messe war dann auch eine einstimmige Angelegenheit für den Stadtrat.

Hingegen nicht einstimmig war zuvor die Entscheidung für freies W-Lan im Bereich Bexbacher Kulturbahnhof, Aloys-Nesseler-Platz und Teilen des Blumengartens gefallen. Grundlage für die Einrichtung dieses kostenfreien Angebotes ist ein Gutschein in Höhe von 15 000 Euro aus dem EU-Förderprogramm „WiFi4EU“. Mit zusätzlichen Mitteln von 5000 aus der Bexbacher Stadtkasse stehen so insgesamt 20 000 Euro für diesen für Nutzer kostenfreien Netzzugang zur Verfügung. Dass es mehr als diese Summe am Ende aber nicht werden dürfe, das betonte Karl-Heinz Klein in der Diskussion, seine Partei stimmte den Plänen der Verwaltung zu. Klein erinnerte in diesem Zusammenhang an den Vorstoß seiner Fraktion für ein freies W-Lan im Jahr 2017. Damals habe man da allerdings für die EU-Förderung keine Mehrheit im Rat gefunden.

Ein „Nein“ zu den Plänen gab es von den Freien Wählern. So bemängelte Jürgen Karrenbrock in der Beschlussvorlage der Verwaltung das Fehlen einer Aufstellung der dann laufenden Kosten für die Stadt für mindesten drei Jahre. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei man nach wie vor gegen freies W-Lan in Bexbach. An dieser Stelle bezifferte der zuständige Fachbereichsleiter Benjamin Schappe die monatlichen Kosten mit rund 100 Euro. Diese niedrige Zahl liege darin begründet, weil man bei der Einrichtung des freien W-Lans in Teilen auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen könne.

Mit ihrer Ablehnung standen die Freien Wähler allein im Rat. So betonte Volker Stumpf von den Linken, dass seine Partei die Einrichtung eines freien W-Lans begrüße, unterstütze dies doch die wirtschaftlich Schwächeren, die sich entsprechende Handy-Verträge nicht leisten könnten. Auch die SPD begrüßte die Einrichtung des Netzwerks, doch müsse man die Betriebskostenentwicklung im Auge behalten, so Jan Hornberger.

Ein „Ja“ gab es auch von den Grünen und seitens der FDP. Hier hätte sich deren Stadtratsmitglied Wolfgang Krauß allerdings gewünscht, noch ein paar Bexbacher Firmen mit einzubinden, „einfach um die Reichweite zu vergrößern“, wie er sagte.

Der Blumengarten gehört zu den drei Zonen im Stadtgebiet, die nun freies W-Lan erhalten sollen. Foto: Thorsten Wolf
Wer mit seinem Smartphone in Bexbach unte Foto: Thorsten Wolf

Nach dem Beschluss des Stadtrates hat die Verwaltung nun insgesamt 18 Monate Zeit, um „WiFi4EU“ in der Stadt an den genannten Standorten umzusetzen. Aus dem EU-Fördertopf werden dabei die Installations- und Gerätekosten übernommen, Kosten für die Internetgebühren, für den Betrieb und die Instandhaltung müssen die Kommunen selbst tragen. Grundziel des EU-Programms ist kostenloser Internetzugang in Parks, auf großen Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Bibliotheken, Gesundheitszentren und Museen – und das alles überall in Europa.