Veranstaltung beginnt am 27. April Camping-Messe in Bexbach: Diese Zusage überraschte den Messechef

Bexbach · Die Traditionsveranstaltung will ab diesem Samstag wieder mindestens 45 000 Besucher ins Bexbacher Messegelände locken. Was die Besucher alles erwartet – und welcher Besuch auch den Veranstalter besonders überrascht hat.

 Bei der Campingmesse bietet das Messegelände am Bexbacher Blumengarten auch stets eine große Schau aktueller Wohnmobilen.

Bei der Campingmesse bietet das Messegelände am Bexbacher Blumengarten auch stets eine große Schau aktueller Wohnmobilen.

Foto: Volker Wagner

Seit mehr als 60 Jahren ist sie aus dem Terminkalander von Camping- und Outdoor-Begeisterten im südwestdeutschen Raum nicht wegzudenken: Vom Samstag, 27. April, bis Sonntag, 5. Mai, findet dieses Jahr in Bexbach die 63. Ausgabe der Messe „Camping, Freizeit, Automobil“ auf dem und rund um den Blumengarten statt. Knapp 50 000 Quadratmeter Fläche bietet das Messegelände. 500 mehr als vergangenes Jahr: Der Camper-Flohmarkt des ADAC wird nicht mehr durchgeführt, die Fläche wurde an einen Aussteller verpachtet, so Volker-Wagner, der den städtischen Messebetrieb leitet.

Camping-Messe in Bexbach: Diese Aussteller sind dabei

Aussteller sind 110 dabei – aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein. Wagner: „Die Messe hat einen guten Ruf in der Szene. Sie ist ein touristischer Motor im Saarland und letztlich ein wichtiger Wirtschaftszweig.“ Zwar habe man im vergangenen Jahr etwas mehr als die 110 gezählt, diesmal seien aber größere mit Campingfahrzeugen dabei, sodass die Fläche komplett belegt sei. Bereits das bloße Schlendern über die Messe sei spannend, doch Messegäste können sich natürlich auch wieder persönlich beraten lassen. Oder etwa Wohnmobile oder -wagen gleich mieten oder kaufen. Jede Menge entsprechende Fahrzeuge sind auf dem Gelände ausgestellt – vom Dachaufbau, über Pösslbusse und sonstige Kastenwagen, Alkofen- bis zum Luxusreisemobil. All das bewege sich für die Kaufwilligen in einer Preisspanne von 50 000 bis etwa 300 000 Euro, schätzt Wagner.

Zubehör für Camping- und Freizeitbedarf gibt’s seit 2023 in einem Extrazelt, das vom großen Touristikzelt entkoppelt wurde. Umschauen kann man sich dort etwa nach Campinggrills, Outdoorkleidung, Stühlen und Tischen oder auch Solartechnik wie Wechselrichter oder Batterien, mit denen man das Campen komplett autark gestalten kann. Im Zelt stehe auch ein Freizeithäuschen.

Welche Trends im Bereich Campen gibt es aktuell? Die Messe in Bexbach liefert Antworten.

Welche Trends im Bereich Campen gibt es aktuell? Die Messe in Bexbach liefert Antworten.

Foto: Volker Wagner

Branche normalisiert sich wieder nach großem Einschnitt

Apropos Häuschen. Extra für die Messe produziert worden sei ein Tiny-Haus eines Herstellers mit Musterhauszentrum in Bliesen, den man als Aussteller gewonnen habe. Es werde auf dem Außengelände aufgestellt. Wagner: „Wir überlegen, ob wir es über die Messe hinaus stehen lassen. Es hätte einen Mehrwert für die Bevölkerung allgemein.“

Weiterhin einen hohen Stellenwert hat bei der Messe der Camping-Tourismus, so Wagner, ohne aber in Konkurrenz etwa zur Saarbrücker Reisemesse treten zu wollen. Im Touristikzelt habe etwa die Reisemobilstellplatzvereinigung „Mein Platz“ einen großen Stand, auch präsentierten sich dort zahlreiche Campingplätze.

Nach Corona und dem Camping-Hype normalisiere sich die Branche langsam wieder. 2023 hätten viele Aussteller Probleme gehabt, ihre Warenbestände zu bekommen. Inzwischen stünden wieder mehr Fahrzeuge in den Höfen. Die Leute seien versorgt. „Zu sehen, wie sich die Branche als Ganzes entwickelt, ist für uns als Messebetreiber eine echte Herausforderung.“

Camping-Messe in Bexbach – das sind die aktuellen Trends

45 000 Besucher erwartet der Chef-Organisator auch dieses Jahr – an diesem Richtwert ist auch das Budget orientiert, das mit der Veranstaltung erreicht werden muss. „Die letzten Jahre haben wir das erreicht oder waren knapp davor“, so Wagner, der bei der Stadt Bexbach auch Chef des Fachbereichs „Finanzen und Soziales“ ist. Wobei man sich zu Corona-Zeiten in der Verlustzone bewegt habe, erinnert er. Da war das Nullsummenspiel also nicht aufgegangen. Doch man habe 2023 die Vermarktung erweitert, in Südwestdeutschland, Frankreich und Luxemburg ausgedehnt und so neue Besucher angesprochen.

Aktuelle Trends und Visionen verfolgen und in der Messekonzeption berücksichtigen – das ist das Credo in Bexbach. Dass man thematisch auch dieses Jahr nach vorne blickt, spiegelt sich im Motto „Campingtrends und Zukunftsvisionen“ wider. „Sind E-Caravans mit eigenem Antrieb, mit eigener elektrisch angetriebener Achse zur Entlastung des Zugfahrzeuges, zukunftsweisend? Können vollelektrische Wohnmobile serienreif für den Markt entwickelt werden? Und wie sieht es mit der Infrastruktur von Reisemobil- und Campingplätzen aus?“ Das sind laut Wagner Fragen, mit denen mich sich diesmal auseinandersetze. Etwa in Vorträgen (siehe untenstehender Artikel) – Kooperationspartner ADAC kümmere sich um die genauen Themen.

Wobei der Elektrotrend sich in der Branche immer noch weitgehend auf Aufbauten beschränke. Integrierte Kühlschränke etwa benötigten kein Gas zur Stromerzeugung mehr. Doch die Fahrzeuge selbst seien Verbrenner – wegen der Reichweite. „Wenn man die mit Fahrzeuge mit den nötigen Batterien vollpackt, ist keine Reichweite da. Und es fehlt an der Zuladung für anderes“, schildert Wagner.

Eine Zusage überraschte den Messechef

Der Messechef ist indes immer noch verwundert, dass er einem Branchenriesen aus dem Bereich E-Mobilität die überraschende Zusage abringen konnte: Tesla bringe ein Elektrofahrzeug mit, welches in Verbindung zum Camping und einem Zelturlaub stehe. „Was es genau ist, weiß ich auch nicht. Wir sollten uns überraschen lassen. Es steht im Zubehörzelt.“ Normalerweise gehe Tesla nicht auf solche Messen.

Insgesamt sei der Trend zum E-Bike ungebrochen. Gerade ältere Menschen seien in der Wohnmobilszene immer auf der Suche nach einem solchen, motorunterstützten Fahrrad. Für ein jüngeres Publikum habe man Microcars – günstige Leichtfahrzeuge, die man mit Führerschein AM fahren darf – oder Segways im Portfolio. Das sind elektrisch angetriebene Ein-Personen-Fahrzeuge. Auch E-Chopper habe man im Portfolio.

Der Startschuss zur Messe fällt am Samstag, 27. April, um 11 Uhr. Dann steht zunächst ein Rundgang mit Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) auf dem Programm.

Gut für die Besucher: Die Eintrittspreise haben sich zu 2023 nicht verändert. Erwachsene zahlen sechs Euro, Familien 14 Euro, ermäßigte Karten sind für vier Euro zu haben. Seit zwei Jahren kann man die Karten im Internet bestellen: https://messe-bexbach.de. Infos erteilt gerne auch die Messeleitung, Tel. (0 68 26) 52 91 42; -1 46; -1 52.

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