Camping ist, was man draus macht

Der Trend, ist sich der Bexbacher Messeleiter Jörg Omlor sicher, geht eindeutig zum Wohnmobil: Trotzdem wird im Blumengarten natürlich auch das Thema Wohnwagen nach wie vor ausführlich gespielt.

Das war für die Bexbacher Campingmesse wohl gestern ein Feiertag nach Maß, nahezu perfektes Wetter lockte zahlreiche Besucher auf das Gelände des Blumengartens. Dabei war es nicht so voll, dass eine eingehende Betrachtung des Angebots und eine ebenso eingehende Beratung unmöglich waren. Vielmehr sorgte der Vatertag für die Aussteller für die gelungene Mischung aus Nachfrage und der Möglichkeit, entsprechende Angebote zu machen.

Eben die spannen in diesem Jahr den Bogen ganz, ganz weit. Neben hochpreisigen Wohnmobilen in der 80 000-Euro-Klasse sind es auch viele Fahrzeuge im Preis unter 40 000 Euro, die die Besucher anziehen. Gerade dieses Angebot, und das war auch gestern bei einem kleinen Rundgang über das Messegelände schnell festzustellen, spricht augenscheinlich vor allem jüngere Besucher und junge Familien an. Kein Wunder, bedeutet doch hier die Erfüllung eines Wunschtraums nicht gleich auch eine Investition in Höhe des Kaufpreises eines Eigenheimes. Dazu gibt es immer noch eine aussagekräftige Anzahl an Wohnwagen - gleichwohl, wie Messeleiter Jörg Omlor im Gespräch mit unserer Zeitung klar machte, der Trend eindeutig in Richtung von Wohnmobilen ginge.

Die müssen aber eben nicht riesig groß und riesig teuer sein, sondern präsentieren sich schon mal fast handlich, auf Basis gängiger Kastenwagen. Aber eben nicht spärlich ausgestattet, auch das schilderte Omlor. So seien diese Fahrzeuge mit all dem bestückt, was moderne Camping-Touristen schlicht wünschen: Vom Navi über Wifi bis zu Klimaanlage, Rückfahrkamera und vielen technischen Helferlein mehr.

Und noch einen Bogen spannt die Campingmesse in diesem Jahr, einen weit in die Geschichte hinein. Mit dem "Oldie-Dorf - Camping wie anno dazumal" gelingt ein Blick in die Zeit, als man noch auf kleinstem, denkbaren Rad unterwegs war, mit gerade zu winzigen Wohnwagen, gezogen von nicht weniger winzigen Autos. Camping mit der legendären Isetta? Kein Problem, zumindest für frühere Generationen. Doch so skurril und abenteuerlich dies vor dem Hintergrund immer größer und luxuriöser werdender Wohnmobile vielleicht wirkt, so ganz ist die Lust an "klein, aber fein" nicht vergangen. Davon kündete zum Beispiel das Ausstellungsstück eines Kirkeler Anbieters: Ein großes Wohnzelt, montiert auf dem Dach eines kleinen Fiat . Camping ist eben das, was man draus macht.