1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Bexbach

Camping in Bexbach: Stadt prüft Antrag auf Messeförderung

Landeszuschuss für die Camping? : Landesförderung für die „Camping“?

Nach den wetterbedingten Zusatzkosten der Messe will Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis ausloten, ob das Wirtschaftsministerium Unterstützung leisten kann. Das äußert sich dazu vage und weist auf viele Probleme hin.

Kann die Bexbacher Camping-Messe künftig auf Zuschüsse aus Saarbrücken hoffen? Diese Frage wurde nicht zuletzt durch das schlechte Wetter bei der diesjährigen Auflage aufgeworfen. Denn es entstanden der Messe Zusatzkosten, weil der Parkplatz abrutschte und die Messeleitung kurzfristig einen Shuttleservice für den Maifeiertag engagieren musste, um die Besucher nicht zu verprellen. Zusatzkosten, die der auf Kante genähte Messe ernstlich zusetzen könnten. Messechef Volker Wagner hatte sich vor diesem Hintergrund eine Unterstützung vom Land gewünscht, Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis (SPD) dieses Thema schon am Eröffnungstag mit Staatskanzleichef Jürgen Lennartz (CDU) angerissen. Dieser vetrrat den Schirmherrn Tobias Hans (CDU), den saarländischen Ministerpräsidenten.

Leis macht auf Nachfrage deutlich, dass das Gespräch mit Lennartz „rein informell“ war. Ihm sei „völlig klar, dass die Campingausstellung als Wirtschaftsfaktor zu sehen wäre und der Zuständigkeit des Wirtschaftsministeriums unterliegen würde“. Genauso reagiert die Staatskanzlei auf Anfrage, eine eventuelle Unterstützung, etwa infolge der wetterbedingten Zusatzkosten 2019, müsse beim Wirtschaftsministerium beantragt werden. Dieses gibt sich vage. In einer Stellungnahme schreibt Sprecher Julian Lange: „Wir sind […] zuversichtlich, im Rahmen der Möglichkeiten der Landesregierung eine gute Lösung finden zu können, wenn das Anliegen der Bexbacher Camping-Messe konkret an uns herangetragen wird.“

Ob die Stadt das macht, ist noch unklar. Bürgermeister Leis erklärt, dass er „nach der Zusammenstellung der diesjährigen Zahlen der Veranstaltung durch die Messeleitung die Notwendigkeiten und Möglichkeiten prüfen, den neuen Stadtrat entsprechend informieren und gegebenenfalls auch entsprechende Beschlussvorlagen erarbeiten“ werde, um danach das Wirtschaftsministerium offiziell anzuschreiben – so es denn Fördermöglichkeiten gebe.

Warum fällt es dem Land so schwer, die Camping zu fördern? Jennifer Collet aus der Presseabteilung des Wirtschaftsministeriums erklärt, „die sogenannte CampingMesse ist gewerberechtlich keine Messe, sondern ein Jahrmarkt“. Messen richteten sich per Legaldefinition ganz überwiegend an Wiederverkäufer, Jahrmärkte im Gegenzug an Endverbraucher. Bei Veranstaltungen wie der CampingMesse erhielten Aussteller keine finanzielle Förderung. „Das wäre eine unzulässige Vertriebsbeihilfe, da die Veranstaltung ja auf den unmittelbaren Verkauf an Endkunden abzielt“, so die Antwort weiter. Aus diesem Grund würden auch Formate wie die „Cake Sensation“ oder die Ingobertusmesse nicht gefördert.

Auch werde die Camping-Messe von Bexbach unmittelbar als Eigenbetrieb geführt, für den die Stadt uneingeschränkt hafte. „Kommunen können nicht insolvent werden, also kann es auch der Eigenbetrieb nicht. Das unterscheidet die Messe Bexbach von Privatunternehmen“, so die Auskunft aus dem Wirtschaftsministerium. Unternehmen ohne Risiko könnten nicht aus Mitteln der Wirtschaftsförderung gefördert werden. „Wenn es eine GmbH wäre, dann kämen im Prinzip alle Instrumente der Wirtschaftsförderung in Frage, also etwa Investitionsförderung“.

Eine Unterstützung schließe aber nicht aus, dass andere Förderinstrumente der Landesregierung in Frage kämen, etwa eine solche aus Tourismusmitteln für Campingplätze, so Collet: „Wenn sich die Messebetreiber an uns wenden, schauen wir, welche Möglichkeiten es gibt.“

Die Bedeutung der Campingmesse sei indes groß, sie „natürlich ein wichtiges Schaufenster für die Branche“. Und die boome. Dass die Übernachtungszahlen im Saartourismus stiegen, habe auch mit der Positiventwicklung der saarländischen Campingplätze zu tun. Diese stiegen laut Wirtschaftsministerium 2018 um zwölf Prozent. Der Anteil der Campingübernachtungen aus dem Ausland habe mit einem Zuwachs von 36,6 Prozent „erheblich dazu beigetragen“. Fazit des Wirtschaftsministerium: „Nicht nur die Ausstattung unserer Campingplätze, sondern auch das positive Image des Campings sind auch für den Saar-Tourismus von wachsender Bedeutung.“

www.messe-bexbach.de