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Böser Bube, Stahl-Keramik, Säulen

Böser Bube, Stahl-Keramik, Säulen

Madeleine Mangold, Brunhilde Gierend, J.N.R. Wiedemann und Gastgeber Peter Köcher: Begriffe in der Kunstszene, jetzt zusammengeführt vom Bexbacher Köcher. Man durfte Ungewöhnliches erwarten. Der Betrachter wurde nicht enttäuscht.

Eine interessante Mischung hat er da zusammengestellt, der Bexbacher Künstler und Galerist Peter Köcher: Neben seinen eigenen Objekten und Bildern zeigt er in seinem Schauraum Arbeiten von J.N.R. Wiedemann, Brunhilde Gierend und Madeleine Mangold .

"Mit den Arbeiten von Hans (gemeint ist Wiedemann) fing es an", erzählte Köcher während der Vernissage am Sonntagmorgen. "Ich wusste, dass er diese Reise in den Norden macht und diese auch künstlerisch umsetzt. Dann habe ich etwas gesucht, was dazu passt." Neben Wiedemanns Grafiken waren das die Keramikarbeiten von Madeleine Mangold und die Bilder von Brunhilde Gierend. "Bei Keramik denken die Leute an Teetassen und ähnliches - und dann kommt so etwas", schmunzelte Köcher über seinen Einfall. Denn die Keramik von Mangold ist zunächst schwierig als solche zu erkennen. Manche ihre Objekte wirken eher wie schweres Metall.

Mangold verstehe es, so die Kunsthistorikerin Françoise Mathis-Sandmaier in ihrer Laudatio, Aussagen und Inhalte in der Schwebe zu halten. Zu Wiedemanns Grafiken sagte die Laudatorin, er zeige neben den mächtigen Fjorden, Bergwelten und Wasserfällen immer auch winzige Spuren von Zivilisation, die die menschliche Größe relativierten - das erzeuge innere Demut. Besucher Eugen Waßmann, selbst bildender Künstler, meinte, dass das Licht im Norden ganz anders sei als hier: "Wiedemann hat das sehr gut getroffen." Doch nicht nur das: Der Homburger Künstler zeigte, unterstützt von Gitarrist Gangolf Hontheim, auch sein Können an der Querflöte; passend zu den Bildern spielte das Duo Cavatina nordische Kompositionen wie von Edvard Grieg.

Gleich am Eingang empfingen zwei Säulen von Brunhilde Gierend die Besucher, unschwer erkennbar dem World Trade Center nachempfunden; darauf hatte die Künstlerin unter anderem Zeitungsausschnitte mit Terrormeldungen geklebt. Die Bilder Gierends sind schwieriger zu entschlüsseln: Als abstrakte Kompositionen enthalten sie "Zeichen, die gelesen werden müssen", so Mathis-Sandmaier. Provokation ist das Thema vieler Werke von Peter Köcher; so steckt er ein Kabel in die Steckdose und lässt die bloßen Enden in den Händen eines Babys, das eine Strumpfmaske trägt. Gerne packt Köcher den interessierten Besucher an der Hand und greift nach dem blanken Metall - dann erfreut er sich am Zurückzucken seines Opfers. Seine Installation "Eva schämt sich" ist künstlerischer Hardcore, der schockieren möchte. Kein Wunder, dass Laudatorin Mathis-Sandmaier davon sprach, dass Köcher "gerne als Bad Guy gebucht" würde.

Doch der "Böse Bube" erfuhr am Sonntag auch viel Lob: So sagte Madeleine Mangold , Köcher habe sich sehr engagiert mit der Ausstellung und darauf geachtet, dass die Arbeiten miteinander harmonieren. Brunhilde Gierend meinte, Köcher habe gut ausgewählt; der Raum gebe das auch her, die unterschiedlichen Arbeiten angemessen zu präsentieren.

Temporärer Schauraum Peter Köcher, Rathausstraße 16a in Bexbach Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag von zehn bis 14 Uhr.