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Bexbach will aus dem Krisenmodus raus

Kostenpflichtiger Inhalt: Lockerungen in der Corona-Krise ab nächster Woche geplant : Bexbach will aus dem Krisenmodus raus

Bürgermeister Prech kündigt für kommende Woche „ein Stück mehr Normalität“ an. Die Öffnung des Rathauses für den Publikumsverkehr wird vorbereitet.

Gerade erst hat das saarländische Verfassungsgericht einige Aspekte der bis dahin geltenden Regelung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gekippt. Ganz gleich, ob man diese neuen Vorgaben nun gut heißt oder nicht: Für die Kommunen ändert sich damit im täglichen Kampf gegen das Virus einiges, auch in Bexbach.

Christian Prech (CDU), Bürgermeister am Höcherberg, äußerte sich gegenüber unserer Zeitung. Seine Einschätzung der nun geschaffenen Lage: „Auf der einen Seite begrüße ich das und auf der anderen Seite warne ich auch davor, zu früh und zu schnell alles zu öffnen. Ich hoffe nicht, dass wir später wieder zurückrudern müssen. Das wäre wirklich ganz schlecht.“ Daher appelliere er an alle Bürger, verantwortungsbewusst mit der neu geschaffenen Situation umzugehen. „Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, erstmal den Besuch des engsten Familienkreises zu erlauben und das schon etwas früher als jetzt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr gerade die Omas und Opas unter der jetzigen Situation leiden.“ Für Prech wichtig: „Wir müssen Stück für Stück zu unserem gewohnten Leben zurückfinden.“ Für seine Verwaltung hätten die Lockerungen dabei nicht nur Vorteile. „Durch diese Lockerungen könnten auch Probleme entstehen, wenn die Bürger sich nicht an die Abstandsregelung halten. Wir müssen dies auch irgendwie kontrollieren können.“ Dies aber werde sich schwierig darstellen lassen. „Hier gilt aber an dieser Stelle ganz klar festzuhalten, dass die Gewerbetreibenden sich sehr toll verhalten haben.“

Mit Blick auf seine Verwaltung stellte Prech den Mitarbeitern ein sehr gutes Zeugnis aus. „Die Arbeit im Rathaus läuft sehr gut. Alle Mitarbeiter engagieren sich sehr viel. Gerade in der jetzigen Situation ist das auch ein wichtiges Zeichen.“ Dieses Engagement habe man vor allem an der ‚Schutzmasken-Aktion‘ feststellen können. Ab nächster Woche könnte sich, so Prech, im Rathaus-Ablauf ein Stück Normalität einstellen, „wahrscheinlich werden wir ein Stück weit zum regulären Betrieb übergehen. Wir werden die Corona-Schichten in Kürze einstellen und treffen Vorbereitungen für die Öffnung des Rathauses für den Publikumsverkehr. Momentan ist es nur möglich, per Terminabsprache ins Rathaus zu gelangen.“

Auch der Bexbacher Bürgerschaft attestiere Prech große Bereitschaft, sich an die Corona-Lage anzupassen. „Die Bürger haben meiner Meinung nach sehr viel Verständnis und dafür danke ich sehr. Gerade in dieser schwierigen Phase ist es wichtig, zusammenzustehen.“

Bürgermeister Christian Prech ist dankbar für den großen Einsatz der Verwaltung und das Verständnis der Bürger für die getroffenen Maßnahmen. Foto: Thorsten Wolf

Was sie vergangenen Tage gezeigt haben: Auf was sich Bürger einstellen müssen, dies kann sich schnell ändern. Mal ist es die Landesregierung, mal sind es die Gerichte, die die aktuellen Lebensbedingungen verändern. Das Landesverfassungsgericht kippt die Ausgangsbeschränkungen, das Verwaltungsgericht bestätigt die Maskenpflicht. Zudem weiß man auch am Höcherberg, was hinter den Landesgrenzen los ist, was dort möglich ist, was nicht. Und am Ende ist es ein sich immer wieder veränderndes Pandemie-Szenario, mit dem die Verantwortlichen von Tag zu Tag und von Woche zu Woche arbeiten müssen. Da ist es für einen Verwaltungschef alles andere als einfach, eine Zukunftsprognose zu treffen, denn: Mal überholt einen die Zukunft, mal hinkt sie hinterher. Christian Prech wagte gegenüber unserer Zeitung trotzdem einen Ausblick auf das, was er für die kommenden Wochen und Monate als wahrscheinlich erachtet. „Ich denke, dass es erstmal keine Veranstaltungen mehr, so wie wir sie kennen und lieben, geben wird, auch über den 31. August hinaus. Aber das wird wieder kommen.“ Was diese Krise zeige, sei, dass man im Punkt Digitalisierung enormen Nachholbedarf habe. „Auch hier erfahre ich am eigenen Leib dass die Schulen und Schüler nicht so ausgestattet sind, wie wir es jetzt während Corona benötigen.“ Zudem hoffe er, „dass wir baldmöglich auf einen regulären Kita- und Schulbetrieb zurückkehren können. Den Kindern und Schülern fehlt der soziale Kontakt und das Lernen vor Ort. Auch die Eltern haben jetzt über Wochen einen tollen Job gemacht.“ Weiterhin glaube er, dass sich ein Stück weit etwas nach der Pandemie ändern werde. „Wir werden manche Dinge mehr zu schätzen wissen, als vor der Pandemie. Sei es der soziale Kontakt, der Einkauf bei einem ortsansässigen Geschäft.“ Änderungen erwarte er auch im Reiseverhalten der Bürger.