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Barbara-Feier in Bexbach mit Kranzniederlegung und Ehrungen

Feier in Bexbach : Viele Erinnerungen am Barbaratag

Die Barbara-Feier hat in Bexbach Tradition. Auch diesmal gedachte man der Schutzpatronin der Bergleute. Anschließend ging es zur Halbschicht, dem Bergmannsfrühstück.

Seit nun genau 25 Jahren ist sie eine gute Tradition, die Barbara-Feier in Bexbach. Dort, in der Bergbauregion Höcherberg, weiß man noch heute der Heiligen zu gedenken, die den Bergleuten (und den Artilleristen) zur Seite stand – auch wenn der Bergbau schon vor Jahrzehnten in Bexbach sein Ende gefunden hat. Die Kohle jedoch prägt noch heute das Stadtbild, das große Kraftwerk schlägt die Brücke zwischen dem Gestern und dem Heute. Und genau dort feierte man am vergangenen Mittwoch die traditionelle Barbara-Feier. Eingeladen hatten die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Ortsgruppe Höcherberg (IG BCE), und die Kameradschaft St. Barbara. Mit dabei auch eine Abordnung der Reservistenkameradschaft Höcherberg und eine Gruppe von Böllerschützen. Traditionell musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Schulchor der Galileo-Schule Bexbach und der Leitung von Ulrike Thilmany und Nina Culmann.

Was genau wurde da aber gefeiert? Nun, die Heilige Barbara, auch „Barbara von Nikomedien“, soll im dritten Jahrhundert, zumindest einer Überlieferung nach, von ihrem Vater geköpft worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, ihrem christlichen Glauben abzuschwören. In der katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt, die protestantische Kirche würdigt sie als Märtyrerin. Der Barbara-Tag ist der 4. Dezember. An diesem Tag soll man Zweige von Apfel, Birke, Haselnuss, Kastanie, Pflaume, Holunder oder Forsythie schneiden und sie in eine Vase stellen. Diese Barbara-Zweige sollen bis zum Heiligen Abend blühen und in der kalten und düsteren Winterzeit ein wenig Licht ins Heim bringen. Auch dieser Brauch speist sich aus der Barbara-Legende: Auf dem Weg in das Gefängnis blieb Barbara, so die Geschichte, mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.

An diese Legende erinnerte Jörg Müller, der erste Vorsitzende der Kameradschaft St. Barbara, in seiner Rede am Ort der Feier, dem Casino des Bexbacher Kraftwerkes. „Der Barbara-Tag ist in unserer Vereinsgeschichte tief verwurzelt, so wurde unser Verein an einem Barbara-Tag im Jahr 1859 ins Leben gerufen.“

In der langen Geschichte der Kameradschaft St. Barbara und der Verehrung der Heiligen als Schutzpatronin der Bergleute sei nun der vergangene Mittwoch, wie Müller verdeutlichte, wirklich ein ganz besonderer Tag, feiere man dieses besondere Fest zu Ehren der Barbara von Nikomendien am Höcherberg doch nun bereits zum 25. Mal zusammen mit der Ortsgruppe Höcherberg der IG BCE. „Es begann im Jahre 1994, da feierten wir im St. Martinsheim.“ Danach habe man den Ehrentag bis 2007 im Volkshaus Oberbexbach begangen, die eigentliche Kranzniederlegung habe bis 2000 auf der Bergehalde an der Statue der Heiligen Barbara stattgefunden, danach am Ehrenmal des Friedhofs Bexbach.

Nun sei das Kraftwerk Ort der Feierlichkeiten, sowohl der Kranzniederlegung als auch der anschließenden „Halbschicht“, dem traditionellen Bergmannsfrühstück mit Lyoner und Weck. Später, am Mittwochabend, gab es dann eine weitere Traditionsveranstaltung zum Barbara-Tag: Im Casino des Kraftwerkes lud die IG BCE zur Ehrung langjähriger Mitarbeiter ein, verbunden mit einem gemeinsamen Abendessen.